Zum Inhalt

Baden im Aargau

Baden liegt am Limmatknie im Kanton Aargau. Die Stadt verbindet drei prägende Geschichten: römische und moderne Thermalkultur, eine mittelalterliche Altstadt mit Brücke und Burgruine sowie die Industrialisierung rund um Brown Boveri. Der Stadtturm liegt beim Schlossbergplatz an der Altstadt; die Ruine erhebt sich weiter oben auf dem Schlossberg über dem Limmattal. Ein Rundgang zwischen Gassen, Fluss und Bäderquartier zeigt, wie diese Schwerpunkte nebeneinander entstanden.

Baden im Aargau Baden im Aargau Foto: MySwitzerland.com

Kurzfakten zu Badens Altstadt und Bäderquartier

  • Baden liegt im Kanton Aargau an einer Schleife der Limmat.
  • Die Römer kannten die Siedlung als Aquae Helveticae; heisse Quellen machten den Ort schon damals zu einem Badeziel.
  • Die gedeckte Holzbrücke wurde im 13. Jahrhundert gebaut und machte Baden zum Verkehrsknotenpunkt.
  • Der Stadtturm steht beim Schlossbergplatz; die Ruine Stein liegt auf dem Schlossberg oberhalb der Altstadt.
  • Brown Boveri & Cie. wurde 1891 in Baden gegründet und prägte die industrielle Entwicklung der Stadt.
  • Die Thermalquellen treten laut Betreiber mit durchschnittlich etwa 47 Grad Celsius aus; das Wasser enthält über 4 g/l gelöste Mineralstoffe.

Altstadt, Holzbrücke und die richtige Zuordnung der Türme

Die Limmat formt Badens Stadtbild am Flussknie. In der Altstadt liegen Gassen und Plätze zwischen Flussufer und Hang; die gedeckte Holzbrücke verbindet die Ufer und war seit dem Mittelalter ein wichtiger Verkehrsweg. Auf der Altstadtseite nahe dem Schlossbergplatz steht der Stadtturm. Die Ruine Stein ist davon zu unterscheiden: Sie liegt höher auf dem Schlossberg und besteht aus den Überresten einer Burganlage, die 1415 zerstört wurde. Von dort eröffnet sich der Blick über die Altstadt und das Limmattal.

Diese Trennung macht den Stadtspaziergang verständlicher. Wer vom Bahnhof zur Altstadt kommt, erreicht den Stadtturm und die Brücke auf kurzem Weg. Der Aufstieg zur Ruine Stein führt dagegen hinauf zum Aussichtspunkt und verlangt Treppen und Steigung. So lassen sich historische Kernstadt und Burgruine als zwei benachbarte, aber nicht identische Orte erleben. Die Limmatpromenade und die Gassen in der Halde ergänzen den Rundgang um Flussufer und ältere Wohnquartiere.

Thermalquellen: vom römischen Aquae Helveticae zum Bäderquartier

Badens Badegeschichte reicht bis in die Römerzeit zurück. Die Stadt führt den damaligen Namen Aquae Helveticae an und verortet römische Siedlungsbereiche und Thermalbäder im heutigen Stadtgebiet. Ausgrabungen dokumentieren die frühe Nutzung der Quellen. Heute liegt das Bäderquartier an der Limmat nördlich der Altstadt und verbindet historische Bädertradition mit modernen Einrichtungen.

Das Thermalwasser kommt laut FORTYSEVEN mit durchschnittlich rund 47 Grad aus den Quellen. Der Betreiber nennt mehr als vier Gramm gelöste Stoffe pro Liter und erklärt die Mineralisierung mit alten Meeresablagerungen im Untergrund, durch die das Wasser fliesst. Das Wasser steigt als Mischung aus jüngerem, niederschlagsgespeistem Oberflächenwasser und älterem Tiefenwasser auf. Diese geologische Erklärung unterscheidet Badens Thermalort von einem gewöhnlichen Flussbad: Die Quellen, nicht die Limmat, begründen die Badekultur.

Anzeige

Industriegeschichte vom frühen Eisenbahnanschluss bis Brown Boveri

Baden war nicht nur Kurort. 1847 wurde die erste schweizerische Eisenbahnlinie von Zürich nach Baden eröffnet; Baden war ihr Endpunkt. Der Bahnanschluss von 1847 markierte einen wichtigen Einschnitt und begleitete Badens zunehmende Industrialisierung. 1891 gründeten Charles Brown und Walter Boveri die Brown Boveri & Cie., aus der der industrielle Schwerpunkt Badens erwuchs. Das Quartier Baden Nord bewahrt Spuren dieser Entwicklung und wurde später durch die Umnutzung von Industriegebäuden weiterentwickelt.

Die Stadtgeschichte lässt sich daher in einem überschaubaren Besuch verbinden: vom Bahnhof über Altstadt und Holzbrücke zum Bäderquartier und auf den Schlossberg. Baden liegt im Schweizer Mittelland am Limmatknie. Zürich liegt ebenfalls an der Limmat und am See; so unterscheiden sich ein Thermalort am Flussknie und ein Grossstadtzentrum am See. Baden verbindet Thermalquellen, mittelalterliche Altstadt und frühe Industriegeschichte und ergänzt damit die Vielfalt der Schweizer Städte. Wer die heutige Badekultur kennenlernen möchte, findet Informationen zur Therme FORTYSEVEN.

Häufige Fragen zu Baden im Aargau

Wo stehen Stadtturm und Ruine Stein?

Der Stadtturm steht beim Schlossbergplatz an der Altstadt. Die Ruine Stein liegt auf dem Schlossberg über der Stadt; sie ist eine andere Anlage und ein Aussichtspunkt über das Limmattal.

Warum wurde Baden schon in der Römerzeit besucht?

Die heissen Thermalquellen machten Aquae Helveticae zu einem Badeort. Archäologische Funde zeugen von der römischen Nutzung der Thermalquellen.

Wodurch wurde Baden zur Industriestadt?

Die Eisenbahn Zürich–Baden erreichte die Stadt 1847. Mit der Gründung von Brown Boveri & Cie. 1891 begann eine prägende Phase der industriellen Entwicklung.