Klöntalersee
Der Klöntalersee liegt auf 848 Metern im Klöntal des Kantons Glarus in der Ostschweiz. Ein prähistorischer Bergsturz schuf den natürlichen See; seit 1908 wird sein Wasser für die Stromgewinnung genutzt. Die Klön fliesst zu, der Löntsch verlässt den See und erreicht bei Netstal die Linth. Damit treffen am See zwei Landschaftsgeschichten aufeinander: ein durch Bergsturz entstandenes Becken und eine frühe Nutzung als Wasserspeicher.
Klöntalersee: fünf Kurzfakten
- Der See liegt im Klöntal auf 848 m ü. M. und umfasst rund 3,3 km².
- Sein Becken entstand durch einen prähistorischen Bergsturz.
- Seit 1908 dient der See der Elektrizitätsgewinnung und gilt als ältester grösserer Speichersee der Schweiz.
- Die Klön – regional auch Chlü genannt – ist der Hauptzufluss; der Abfluss heisst Löntsch.
- Glärnisch und Dejenstogg bilden die markante Bergkulisse des Sees.
Wie Bergsturz und Talform den See erklären
Der Klöntalersee ist ein Natursee, dessen Entstehung mit einem prähistorischen Bergsturz verbunden ist. Das unterscheidet seine geologische Herkunft von einem eigens für ein Kraftwerk angelegten Stausee. Gleichzeitig ist er heute Teil der Energiegeschichte des Glarnerlands: Die Nutzung für Elektrizität begann 1908. Der Kanton bezeichnet ihn deshalb als den ältesten grösseren Speichersee der Schweiz. Naturentstehung und technische Nutzung schliessen sich hier nicht aus, sondern prägen gemeinsam den Charakter des Gewässers.
Die Lage im engen Klöntal macht die Wechselwirkung mit dem Relief sichtbar. Der See ist von Bergflanken eingerahmt; Glärnisch und Dejenstogg geben dem Wasserbecken eine deutlich alpine Kulisse. Bei ruhiger Oberfläche spiegeln sich die Berge im Wasser. Je nach Uferseite verändern sich Blickwinkel und Bezug zum Tal: Am westlichen Ende steht die Staumauer als sichtbare Verbindung zur heutigen Wasserwirtschaft, während am gegenüberliegenden Seeende die Klön in den See mündet. Schweiz Tourismus beschreibt dort einen Spaziergang durch ein Naturschutzgebiet und nennt den Sulzbachfall an einer Felswand als nahegelegenen Wasserfall.
Klön und Löntsch: Wasserwege durch das Glarnerland
Die Zu- und Abflüsse ordnen den Klöntalersee in ein grösseres Gewässersystem ein. Hauptzufluss ist die Klön, deren Name auf Glarnerdeutsch auch als Chlü erscheint. Am anderen Ende fliesst das Wasser als Löntsch ab. Bei Netstal mündet dieser in die Linth. Das Kraftwerk am Löntsch erhielt seinen Namen von diesem Abfluss; so verbindet die Bezeichnung des Gewässers den See mit der regionalen Energiegeschichte. Der See ist damit nicht bloss ein abgeschlossenes Landschaftsbild, sondern ein Teil des Wasserlaufs vom Klöntal hinunter ins Linthgebiet.
Auch ältere Formen der Nutzung sind überliefert. Als der See im Winter zufror, wurde Eis abgebaut und für Kühlzwecke verwendet; laut Kanton geschah dies letztmals 1953 durch die Brauerei Wädenswil. Diese Episode zeigt, wie sich die Nutzung des Sees mit der Technik wandelte: Aus einer saisonalen Eisressource wurde längst ein Wasserspeicher für die Elektrizitätsgewinnung. Die historische Eisernte ist dabei ein eigener Aspekt der Ortsgeschichte, kein Hinweis auf heutige Eisverhältnisse oder eine aktuelle Nutzung.
Ufer und Zugänge räumlich unterscheiden
Für die Orientierung lohnt es sich, konkrete Uferabschnitte statt eines einzigen pauschalen „Seeufers“ zu benennen. Schweiz Tourismus beschreibt den Blick von der Staumauer und den Weg zur Klönmündung. Die offiziellen Campingplätze Güntlenau und Vorauen liegen ebenfalls am See. Diese klar verorteten Punkte vermitteln unterschiedliche Seiten des Tals: die technische Anlage an der Staumauerseite, die Zuflusslandschaft an der Zuflussseite und ausgewiesene Aufenthaltsorte am Ufer.
Der Klöntalersee im Glarner Kontext
Sein besonderer Charakter entsteht aus dem Zusammenspiel von Bergsturzbecken, Zufluss und Abfluss, steilen Bergflanken und früher Wasserkraftnutzung. Die spiegelnde Wasserfläche ist das sichtbare Bild des Sees; die Klön, der Löntsch und die Staumauer machen zugleich seine Verbindung zur Landschaft und zur Energiegeschichte des Glarnerlands nachvollziehbar.
FAQ zum Klöntalersee
Wie entstand der Klöntalersee?
Ein prähistorischer Bergsturz schuf das natürliche Seebecken. Später wurde der See für die Speicherung und Nutzung von Wasser für die Stromgewinnung wichtig.
Welcher Fluss fliesst aus dem See ab?
Der Abfluss ist der Löntsch. Er mündet bei Netstal in die Linth; der Hauptzufluss des Sees ist die Klön.
Welche Punkte beschreiben die Uferlage konkret?
Staumauer und Klönmündung bezeichnen unterschiedliche Enden des Sees. Güntlenau und Vorauen sind offizielle Campingplätze am See.