Schifffahrt auf Schweizer Seen
Linienfahrten verbinden Uferorte, Rundfahrten kehren zum Ausgangspunkt zurück. Auf Genfersee, Zürichsee und Vierwaldstättersee unterscheiden sich Strecken, Fahrplanperioden und die Gültigkeit von Pässen.
Schifffahrt in Kürze
- Linienfahrten verbinden feste Anlegestellen nach einem veröffentlichten Fahrplan.
- Rundfahrten sind als eigene Strecken oder Zeitangebote ausgewiesen.
- Fahrplanperioden und Schiffseinsätze unterscheiden sich je Betreiber und Saison.
- Passgültigkeit hängt von Betreiber und Fahrtart ab; Sonderfahrten können abweichen.
Linienfahrt oder Ausflug?
Eine Linienfahrt verbindet Uferorte. Auf dem Genfersee führt die CGN reguläre Verbindungen wie Lausanne–Évian, Lausanne–Thonon und Nyon–Yvoire. Sie eignet sich für einen Ortswechsel per Schiff; die Rückfahrt kann auf derselben oder einer anderen Strecke erfolgen. Eine Rundfahrt dagegen ist als Tour angelegt, bei der die Rückkehr zum Ausgangsort dazugehört.
Am Zürichsee zeigt die ZSG den Unterschied anhand konkreter Fahrtdauern: Die kleine Rundfahrt dauert etwa anderthalb Stunden, die grosse rund viereinhalb Stunden; die Rundfahrt ab Rapperswil über den Obersee ist an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen mit drei Stunden angegeben. Eine kurze Flussfahrt bildet nochmals ein eigenes Format. Solche Zeitangaben helfen, einen Schifffahrtsausflug in einen Stadt- oder Seetag einzuordnen, ohne die Schifffahrt mit einer blossen Verbindung gleichzusetzen. Auf dem Zürichsee gehören zudem einzelne saisonale Angebote wie der Ufenau-Shuttle zu den kürzeren Fahrten.
Fahrplan und Saison am Vierwaldstättersee
Die Betreiber veröffentlichen Fahrpläne nach Zeiträumen, nicht als einheitlichen Jahresfahrplan für alle Seen. Die SGV weist für den Vierwaldstättersee beispielsweise einen Winterfahrplan vom 19. Oktober 2026 bis 16. April 2027 aus; daneben stehen besondere Einsätze mit separaten Daten. Damit kann dieselbe Anlegestelle je nach Saison eine andere Zahl von Verbindungen oder andere Abfahrtszeiten haben. Planen Sie Ihre Etappen daher anhand des für den Reisetag gültigen Fahrplans, besonders wenn eine Bergbahn, ein Bus oder ein Zug anschliessen soll.
In Luzern verteilen sich die Abfahrten auf verschiedene Stege. Die Schiffe ab Steg 1 fahren unter anderem Richtung Weggis, Vitznau, Brunnen und Flüelen; im Sommerfahrplan geht es ab Steg 2 nach Alpnachstad, dem Schiffsanschluss zur Pilatusbahn. So wird die Uferwahl Teil der Routenplanung: Eine Fahrt nach Alpnachstad kann den Seeweg mit dem Zahnradbahn-Aufstieg verbinden, während Weggis und Vitznau passende Ausgangspunkte für Ausflüge an der Rigi sind. Zu den Seen in der Schweiz gehören der Vierwaldstättersee und der Genfersee.
Billette und Geltungsbereiche
Linienfahrten und Sonderfahrten haben unterschiedliche Ticketbedingungen. Auf den regelmässigen Kursfahrten der SGV werden unter anderem GA und Swiss Travel Pass anerkannt. Für die Panorama-Yacht Saphir gelten besondere Bedingungen: Dafür ist ein separates Ticket nötig; GA und Swiss Travel Pass bieten dort eine Ermässigung, während Verbund-Tageskarten nicht gelten. Bei der CGN sind GA, Halbtax und Swiss Travel Pass auf den regulären Fahrten gültig, ausgenommen Veranstaltungen. Entscheidend ist also die konkrete Fahrtart und nicht nur der Name des Sees.
Auch im Zürcher Verkehrsverbund richtet sich das Billett nach den befahrenen Zonen. Für eine reguläre ZSG-Fahrt muss es die Zonen von Einstieg und Ausstieg abdecken; auf der langen Strecke Zürich–Rapperswil werden die Zonen entlang eines Ufers gezählt. Abend- und Eventfahrten können als besondere Angebote ausserhalb des gewöhnlichen Verbundtarifs geführt werden. Bei einer Route mit mehreren Verkehrsmitteln lohnt sich deshalb eine gemeinsame Betrachtung von Schiff, Bahn und Anschlussbus. Schiff und Anschlussbus ergänzen den Verkehr und Transport in der Schweiz auch dort, wo keine Bahnstrecke am Ufer verläuft.
Den Tag am Wasser verbinden
Am Vierwaldstättersee kann Luzern–Alpnachstad zum Einstieg in die Pilatus-Zahnradbahn führen; Schiffe verbinden Luzern auch mit Anlegestellen nahe der Rigi. Auf dem Genfersee dienen CGN-Linien als Verbindungen zwischen Schweizer und französischen Uferorten. Rundfahrten setzen dagegen Aussicht und Rückkehr zum Start in den Mittelpunkt.
Ordnen Sie die Fahrt nach Dauer und Abfahrtssteg in den Tag ein: Eine kurze Rundfahrt passt zwischen Stadtbesuche, eine mehrstündige Tour wird selbst zum Hauptprogramm. Auf dem Zürichsee reicht das Angebot von der einstündigen Mini-Rundfahrt bis zur grossen Tour von etwa viereinhalb Stunden. Am Vierwaldstättersee bestimmt der Saisonfahrplan, welche Kombinationen mit Bahn oder Bus möglich sind.
Häufige Fragen zur Schweizer Schifffahrt
Ist eine Linienfahrt dasselbe wie eine Rundfahrt?
Nein. Eine Linienfahrt verbindet festgelegte Anlegestellen und kann als Teil einer Weiterreise dienen. Eine Rundfahrt ist als eigene Tour beschrieben und führt üblicherweise zum Ausgangspunkt zurück; Dauer und Route unterscheiden sich je Betreiber.
Gelten GA und Swiss Travel Pass auf jeder Fahrt?
Nein, die Gültigkeit hängt von Betreiber und Produkt ab. Reguläre Kurse können eingeschlossen sein, während etwa die SGV-Panorama-Yacht Saphir besondere Ticketbedingungen hat und Veranstaltungsfahrten bei der CGN ausgenommen sind.
Warum ändern sich Verbindungen im Jahresverlauf?
Betreiber publizieren saisonale Fahrplanperioden und besondere Einsätze. Auf dem Vierwaldstättersee gilt beispielsweise ein eigener Winterfahrplan; für Anschlüsse und Abfahrtszeiten ist daher der zur Reisezeit veröffentlichte Zeitraum massgeblich.