Leuzigen: Dorfgeschichte und Aarelandschaft

Bäuerliche Wohnhäuser in der Herrengasse in Leuzigen BE (2019) Bäuerliche Wohnhäuser in der Herrengasse in Leuzigen BE (2019) Foto: JoachimKohler-HB via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Leuzigen: Der Aareabschnitt Arch–Leuzigen gilt als besonders wertvolles Relikt der alten Flusslandschaft.

Natur

Das Landschaftsschutzgebiet Hole bietet eine schöne Aussicht auf das Dorf Leuzigen und die Aareebene. Das Schutzgebiet beziehungsweise natürliche Amphibienlaichgebiet Dürner/Hofmatt dient dem Erhalt von Land- und Wasserlebewesen sowie offener Wasserflächen; als Zielarten gelten die Geburtshelferkröte, die Uferschwalbe und der Grosse Blaupfeil.

Die natürlichen Seitenbäche der Aare gelten als schützenswert und weisen eine artenreiche Fauna und Flora auf. Der Trockenstandort an der Bahnböschung und auf dem ehemaligen Bahnhofgelände soll als natürlicher Lebensraum für Pflanzen und Tiere erhalten und aufgewertet sowie vor Verbuschung geschützt werden.

Oberhalb von Leuzigen befindet sich ein Waldstück voller Rhododendren und Azaleen, die Wandernde im Mai antreffen. Das Leuzigenwäldchen lässt sich am besten zu Fuss im Rahmen einer Wanderung erkunden; es ist nicht auf grosse Besucherzahlen vorbereitet.

Kultur

Das Dorfmuseum Leuzigen hat in bisher sechzehn Ausstellungen Themen wie Landwirtschaft, Waschen und Backen, den Zweiten Weltkrieg, Vereinsleben, Malkunst, Dorftheater, Aus- und Einwanderung, Sammlungen und Drehteilefabrikation behandelt. Eine ständige Ausstellung gibt es nicht: Die Themen wechseln jährlich, und die Ausstellung wird vollständig neu gestaltet.

Das Dorfmuseum befindet sich im «Turm», einem markanten Gebäude, das 1662 als eines der ersten Landschulhäuser im Kanton Bern eingeweiht wurde. Das Dorfmuseum Leuzigen bietet Führungen an, die auf gewünschte Themenschwerpunkte und das verfügbare Zeitbudget zugeschnitten werden.

Geschichte

Am 7./8. April 1832 zerstörte ein Grossbrand in Leuzigen 13 Häuser und Scheunen; bei einem weiteren Grossbrand am 11. September 1832 fielen vier Häuser und eine Schmiede den Flammen zum Opfer. Dem Turmschulhaus in Leuzigen wurde 1833, nachdem ein Dorfbrand den kleinen Turm und die alte Glocke zerstört hatte, ein neuer, grösserer Turm aufgesetzt.

Die Reformierte Kirche, ehemals St. Johannes der Täufer, war ursprünglich eine dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte Prioratskirche der Cluniazenser. Die romanische Kirche St. Johann erhielt 1521 ein neues Altarhaus in Form eines nicht eingezogenen dreiseitigen Polygonalchors.

In der Kirche Leuzigen befinden sich sechs Glasgemälde aus den Jahren 1519 bis 1539, die vermutlich von Jakob Wyss stammen.

Weitere Orte im selben übergeordneten Ortszusammenhang sind Büren An Der Aare, Oberwil Bei Büren und Pieterlen.

Unterwegs

Die Aare-Fähre zwischen Altreu und Leuzigen ermöglicht kleine Kreuzfahrten sowie Fondue- oder Apérofahrten. Eine Aare-Fähre verbindet Leuzigen mit Altreu und bietet eine praktische Überquerung, die einen langen Umweg erspart. Die Fähre zwischen Leuzigen und Altreu nimmt Fahrräder und Kinderwagen mit.

Wenn Sie verschiedene Schwerpunkte abwägen, lassen sich Museumsführung, Fährfahrt und Halbtagestour nach Thema und Zeitrahmen vergleichen. Die Wanderung von Lohn-Ammannsegg bis Leuzigen ist eine angenehme, wenig anstrengende Halbtagestour über Hügel und durch den Leuzigenwald ins Aaretal.

Diese Wanderung bietet zunächst Ausblicke ins Emmental und beim Austritt aus dem Leuzigenwald ins Aaretal und zum Jura. Die Wanderroute von Lohn-Ammannsegg bis Leuzigen führt vom Leuzigenwald direkt ins Dorf, überquert bei der Kirche die Hauptstrasse und folgt anschliessend dem nordwärts zum Bahnhof führenden Weg.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Büren.

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