Brienz zwischen Holzbildhauerei, See und Rothornbahn

Zentralbibliothek Zürich - Brienz. Haus von 1776 Zentralbibliothek Zürich - Brienz. Haus von 1776 Foto: Johann Rudolf Rahn via Wikimedia Commons, Public domain

Charakter

Brienz ist eine Gemeinde im Kanton Bern mit einer urkundlich belegten Geschichte, die bis 1146 zurückreicht. Über lange Zeit war der Ort kulturell mit Landwirtschaft, Fischerei und Schifferei verbunden. In Brienz etablierte sich ab 1816 die Holzschnitzerei; 1884 folgte die Holzbildhauerschule und 1944 die Geigenbauschule. Brienz ist heute ein Zentrum für Handwerk und Kultur und bewahrt seinen traditionellen Charakter.

Geografische Einordnung

Das Siedlungsgebiet erstreckt sich vom Brienzersee über das Dorf und Weiler wie Kienholz bis zu Gipfeln über 2.900 m ü. M. im Faulhorn- und Rothorngebiet. Die Gemeinde umfasst 48,1 km². Fast die Hälfte dieser Fläche ist bewaldet, während mehr als ein Drittel aus Wiesen, Weiden und Alpwirtschaftsflächen besteht. Das alpin-gemäßigte Klima bringt warme Sommer und schneereiche Winter.

Kultur

Im Schweizer Holzbildhauerei Museum widmet sich die Dauerausstellung der großen Vielfalt traditioneller und künstlerisch bedeutsamer Holzbildhauerarbeiten aus der Region. Der Rundgang zeigt ein breites Spektrum der Brienzer und Berner Oberländer Holzbildhauerei. Zu sehen sind Einzel- und teilweise komplexe Gruppenskulpturen mit Menschen und Tieren sowie szenische, figurale und ornamentale Reliefs.

Die Brunngasse gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Dorfes. Bei einem Spaziergang durch die schmale Gasse lassen sich traditionelle Holzchalets und kunstvoll geschnitzte Details entdecken; zugleich bietet sie zahlreiche schöne Fotomotive. Die Schule für Holzbildhauerei Brienz bietet seit 1884 eine handwerkliche Grundausbildung für Holzbildhauerinnen und Holzbildhauer an. Ihre Ausstellung zeigt Kunstwerke vom Übungsstück bis zur Abschlussarbeit. Während der Öffnungszeiten können Sie im Ausstellungsraum zwei bis vier Lernenden bei der Arbeit zusehen.

Die Ausstellung „Von Fideln und Meistergeigen“ befasst sich mit dem Schweizer Geigenbau und der traditionellen Streichmusik. Sie präsentiert verschiedene Instrumente und begleitet den Weg vom Holz aus dem Wald bis zur fertigen Geige.

Unterwegs

Die Brienz Rothorn Bahn ist eine seit 1892 betriebene historische Dampfbahn. Von Brienz fährt sie in rund einer Stunde auf das Brienzer Rothorn. Während der Fahrt bieten sich Ausblicke über den Brienzersee und die Alpen. Die unterschiedliche Verbindung von historischer Technik, Bergfahrt und Landschaft macht die Bahn zu einem eigenständigen Schwerpunkt neben den kulturellen Angeboten.

Am Wasser und in der Natur

Der Wildpark Brienz ist ganzjährig den ganzen Tag geöffnet; der Besuch ist kostenlos. Dort können Besucherinnen und Besucher die Tiere beobachten und fotografieren. Das Strandbad Brienz liegt direkt am türkisfarbenen Brienzersee und verfügt für Kinder über ein eigenes Badebecken sowie verschiedene Spielmöglichkeiten.

Ausflüge auf dem Brienzersee beginnen an der Schiffländte in Brienz oder Interlaken Ost. Die Schifffahrt führt von Brienz auf dem Wasserweg zu den Giessbachfällen. Das Dampfschiff „Lötschberg“ befährt den Brienzersee zweimal täglich sowie während des Sommers jeden Samstagabend. Während der Fahrt können Fahrgäste das alte Dampfgetriebe im Betrieb sehen; außerdem verfügt das Schiff über eine separate Spielkajüte unter dem Motto „Globi’s Kapitänsclub“.

Zum weiteren Reiseumfeld gehören Mürren, Gsteigwiler, Habkern, Bönigen, Lauterbrunnen, Unterseen, Schwanden Bei Brienz und Interlaken.

Die Tourist Information Brienz befindet sich direkt gegenüber dem Bahnhof Brienz und am Anfang des Schnitzlerdorfs Brienz mit seiner Seepromenade.

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