Nennigkofen – Dorfkultur, Natur und Wege

File:Ehemalige Mühle Nennigkofen SO (2019).jpg File:Ehemalige Mühle Nennigkofen SO (2019).jpg Foto: JoachimKohler-HB via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Nennigkofen ist eine Ortschaft in der Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen im Schweizer Kanton Solothurn. Bis zum 31. Dezember 2012 war Nennigkofen eine selbständige Einwohnergemeinde; am 1. Januar 2013 fusionierte sie mit Lüsslingen zur neuen Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen.

Weitere Ortsseiten: Aetingen, Kyburg-Buchegg, Buchegg, Hessigkofen, Mühledorf.

Dorfkern und Baukultur

Der historische Ortskern umfasst bäuerliche Höfe des 18. und 19. Jahrhunderts, die teils haufenartig, teils locker gereiht angeordnet sind. Zu den gut erhaltenen Bohlenständerbauten gehören das Schulhaus und zwei Gasthäuser. Sie weisen hohe architekturhistorische Qualitäten auf, stehen entlang eines klaren Siedlungsmusters an einem alten Wegnetz und besitzen mächtige Walmdächer sowie abgedunkelte, verbretterte Fassaden.

Im zentralen Abschnitt der Dorfstrasse säumen mächtige, weit auseinanderstehende Bohlenständer- und Riegelbauten den Strassenraum. Wiesenstücke und Hofplätze schaffen Freiräume, während hohe Einzelbäume Akzente setzen. Ein besonders altes Zeugnis ist der Speicher an der Dorfstrasse 21: Der um 1650 als Bohlenblockbau errichtete Speicher gilt als einer der ältesten Speicher der Region und gehört zu einem Hofensemble mit einem Bauernhaus von 1787 sowie einem Ofenhaus von 1791.

Landschaft und Natur

Das ehemalige Gemeindegebiet erstreckte sich von der Aare über die flache Talebene und eine leicht gewellte Grundmoränenlandschaft, die der eiszeitliche Rhonegletscher hinterlassen hat, bis zu den bewaldeten Höhen des nördlichen Bucheggbergs. Im Landschaftsbild der weiteren Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen prägen Landwirtschaftsflächen und Obstkulturen die Umgebung. Die Hostetten mit ihren Hochstammobstbäumen sind dabei ein prägendes Naturelement des Dorfbildes.

Westwärts folgt die Strasse vom zentralen Bereich Nennigkofens dem renaturierten Mühlebach. Westlich der Siedlung liegt die ehemalige Mühle in einer mit Obstbäumen bestandenen Bachmulde. Im Bereich Germatten wurde 1803 anstelle des alten Gebäudes eine neue Mühle errichtet; der Mühlenbetrieb wurde 1949 aufgegeben. Von Nennigkofen reicht die Aussicht über die Aareebene bis zur Jurakette.

Auf der Westseite des Riembergs hat sich die Schiltiberggrube zu einem sehr wertvollen Biotop entwickelt. Die Gemeinde hat sie für zehn Jahre per Vereinbarung an den Kanton abgetreten; der Forstbetrieb Bucheggberg pflegt sie regelmässig, damit die Tümpel nicht verkrauten und die Pionierflächen nicht überwuchert werden. In der Schiltiberggrube kommen die stark gefährdete Gelbbauchunke und die Kreuzkröte vor. Festgestellt wurden dort ausserdem Brutvögel wie Goldammer und Mönchsgrasmücke, eine gesichtete und gehörte Nachtigall, verschiedene seltene Libellen wie der Kleine Blaupfeil sowie eine Ringelnatter.

Kulturhof Weyeneth

Das Anwesen des Kulturhofs Weyeneth befindet sich seit 1793 im Besitz der Familie Weyeneth. Das Haus wurde ursprünglich als Bauernhof geführt und entwickelte sich über Generationen zu einem Gastronomiebetrieb, der weit über die Kantonsgrenze hinaus bekannt war. Der Kulturhof erhält, pflegt und nutzt seine Räumlichkeiten und vermietet sie zugleich an Dritte.

Zum Angebot des Kulturhofs Weyeneth gehören Kochkurse und ein Mittagstisch. Der Kulturhof liegt im ländlichen Dorfkern von Nennigkofen und ist ab dem Hauptbahnhof Solothurn mit dem Bus Nr. 8 in zehn Minuten, mit dem Auto in fünf Minuten, mit dem Fahrrad in zwanzig Minuten oder zu Fuss in einer Stunde erreichbar.

Wege und Orientierung

Der Hofuren genannte Weg steigt vom Landgasthof «Weyeneth» südwärts steil den Wiesenhang hinauf bis zu einem weithin sichtbaren Riegelbau. Die abwechslungsreiche Umgebung von Lüsslingen-Nennigkofen mit Landwirtschaftsflächen und Obstkulturen eignet sich für Spaziergänge und Velotouren. Ein regionaler Aktivitätsführer führt im Zusammenhang mit Lüsslingen-Nennigkofen die Velotour «Die Ländliche. Buechibärg-Runde» sowie die Wanderung «Von Solothurn über den Bucheggberg nach Arch» auf.

Das Gasthaus «Rössli» in Nennigkofen ist ein fünfachsiger Bau mit Mansarddach aus den Jahren 1824–1838; rückseitig befindet sich eine Curlinghalle aus dem dritten Viertel des 20. Jahrhunderts. Es steht an der Kreuzung mit der Hauptstrasse und ist ein verputzter Massivbau städtischen Gepräges mit herrschaftlichem Mansarddach.

Die schmalen Strässchen in Nennigkofen führen eher durch Wiesen, Bauerngärten und Vorplätze als direkt an den Häusern entlang. Nennigkofen ist weitgehend vor dem Durchgangsverkehr geschützt, da die Durchgangsstrasse unterhalb der Dorfkerne verläuft. Der Bücherschrank in Lüsslingen-Nennigkofen ist rund um die Uhr zugänglich und ermöglicht Menschen aus dem Dorf, der Umgebung sowie Passanten, Bücher zu holen und zu bringen.

Buslinien des Busbetriebs Solothurn und Umgebung sowie des Regionalverkehrs Bern–Solothurn verbinden die Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen mit Solothurn, Büren an der Aare und weiteren Orten. Die alte Hauptstrasse Solothurn–Büren und die nahe Autobahn A5 ermöglichen die Anreise mit dem Auto.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bucheggberg.

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