Kappel am Born – Stationenweg, Natur und Dorfgeschichte

File:Breitenweg-Brücke über die Dünnern, Hägendorf SO – Kappel SO 20210903-jag9889.jpg File:Breitenweg-Brücke über die Dünnern, Hägendorf SO – Kappel SO 20210903-jag9889.jpg Foto: Jag9889 via Source, CC BY-SA 4.0

Kappel gehört zum Untergäu und liegt zwischen dem Jurasüdfuss und dem Born auf 425 Metern über Meer. Der 719 Meter hohe Born ist ein Hügel der Vorjurakette; auf ihm steht die 1866 erbaute Wahrzeichenkapelle der Gemeinde Kappel. Zur Gemeindefläche gehören 249 Hektar Wald und 176 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, wobei 47 Prozent der Fläche bewaldet sind. Unterschiedliche Wege, historische Orte und Landschaftsräume geben Ihnen konkrete Anhaltspunkte, um die Schwerpunkte eines Besuchs zu vergleichen.

Landschaft und Natur

Der Abschnitt des Mittelgäubachs vom Dorf Kappel bis zur Huppergrub zeigt eine Landschaft, wie das Gäu früher ausgesehen hat. Das Gebiet am Mittelgäubach bietet Vögeln und Kleintieren Lebensraum. Eine besondere geologische Erscheinung ist das Chessiloch, ein 81 Meter langes Höhlensystem. Vom Bornchänzeli bietet sich Aussicht über das Mittelland und auf das Alpenpanorama.

Wege und Winter

Der Stationenweg umfasst 14 Stationen des Leidenswegs Christi und führt von der Mittelgäustrasse zum Wetterkreuz neben der Kapelle auf dem Born. Eine andere Wegform bietet der Bänkliweg: Er ist eine kleine Rundwanderung mit vielen Bänken zum Verweilen und Ausruhen. Am Heideloch können Besucher durch den schmalen Spalt krabbeln oder ihn mithilfe fest eingebauter Eisengriffe überklettern. Im Winter führt am Telefonhüüsli ein Schlittenweg vorbei. Die verschiedenen Strecken und Tätigkeiten lassen sich so nach Weglänge, Bewegungsart und Jahreszeit einordnen.

Kultur und Dorfgeschichte

Die Kirche von Kappel wurde 1687 erbaut. Das frühere Altarbild stammt vom Oltner Künstler und liberalen Polit-Karikaturisten Martin Distel (1802–1844). Die Bornkapelle diente zunächst als Wallfahrtskapelle und während des Ersten Weltkriegs als Wachtlokal. Das Bornkreuz entwickelte sich zu einem vielbesuchten Wallfahrtsort. Das Wetterkreuz von 1716 wurde zum Schutz vor Regen, Hagel und Gewittern errichtet.

Die Schanze ist ein erhaltenes Überbleibsel der Hauensteiner Befestigung. Die Zufahrt mit dem Auto zum Parkplatz der Schanze ist nur mit Bewilligung gestattet; heute ist die Schanze ein beliebter Grill- und Spielplatz. Der Landgasthof Kreuz wurde 1651 im spätgotischen Stil erbaut. Der Steinbruch lieferte das Baumaterial, aus dem unter anderem die katholische Kirche von Kappel erbaut wurde.

Bei der kleinen Muttergottes-Kapelle Salzmeschappeli ist die Bauzeit heute unbekannt. Der Sage nach wurde sie von einem Untervogt gestiftet, der auf einen Sohn und Stammhalter hoffte. Seit dem Dorfbrand von 1904 gibt es die sogenannten Allemannen-Häuser in Kappel nur noch im Unterdorf. Der Bauer vom Hof Studer war zugleich Dichter, Chronist und Maler; auch Textteile des Bornliedes stammen von diesem Dichter.

Die Dorfvereine von Kappel organisieren einmal jährlich am ersten Septemberwochenende eine Dorfchilbi mit vielen Attraktionen. An der Bornkapelle findet alljährlich eine Töffsegnung statt.

Anreise und weiteres Umfeld

Eine Buslinie verbindet Kappel im Halbstundentakt mit Olten. In der Nachbargemeinde Hägendorf gibt es zudem eine Haltestelle der Schweizerischen Bundesbahnen. Kappel liegt zwischen den Autobahnzubringern zur A1/A2 bei Oensingen und Oftringen. Für weitere Ortsvergleiche stehen ausserdem die Seiten zu Gretzenbach, Hägendorf, Schönenwerd und Olten bereit.

Im weiteren Umfeld von Kappel liegen der Aussichtspunkt Belchenflue, die Tüfels Gorge und der Aussichtsturm Wisenberg.

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