Corippo – Altes Bergdorf, Kultur und Wanderwege im Tessin
Corippo hat den Charakter eines alten Bergdorfs im Tessin und liegt als Ort im Verzascatal im Kanton Tessin sowie im Bezirk Locarno. Der Ort erstreckt sich über einen Höhenbereich von 416 bis 2.065 Metern über dem Meeresspiegel. Im charakteristischen Ortskern bewahren einfache Steinhäuser mit dicken Mauern aus unbearbeiteten Steinen, steinerne Satteldächer und teilweise erhaltene religiöse Fresken oder deren Spuren ein eindrückliches bauliches Bild.
Kultur
Die Kirche Beata Vergine del Carmelo wurde 1614 geweiht. In ihrem Inneren ist ein Fragment eines Letzten Abendmahls erhalten, das bereits 1703 erwähnt wurde. Während der Weihnachtszeit schmückt seit vielen Jahren eine große Krippe die Kirche und füllt die dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte Kapelle vollständig aus.
Am Haupteingang von Corippo steht die Cappella della Crosetta. Sie weist die reichste architektonische Gestaltung und die umfangreichsten Malereien des Ortes auf. Zu den dargestellten Motiven gehören eine Pietà, der heilige Johannes der Täufer, ein nicht identifizierter weiterer Heiliger, der heilige Petrus mit den Schlüsseln, der heilige Josef und der Ewige Vater an der Decke.
Der monumentale Dorfplatz wird von der Kirche mit dem nahen Glockenturm, der Schule, dem Pfarrhaus und dem Beinhaus mit ehemaligem Gemeindeamt eingefasst. Am Pfarrhaus ist das Wappen des Kaplans Albrizzi von 1672 aufgemalt. Das meist geschlossene Oratorio dei Novei ist der Madonna delle Grazie geweiht; in den Tagen vor dem Patronatsfest ist es Ziel einer Wallfahrt. Das Fest wird gewöhnlich am dritten Sonntag im Juli gefeiert.
Zu den zwei ehemaligen Öfen von Corippo gehört ein Ofen, der in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt wurde. Seine Öffnung ist ungewöhnlicherweise durch das Dach geschützt. Kastanien spielten früher eine zentrale Rolle in der Ernährung von Corippo. Zur Haltbarmachung wurden sie in den sogenannten Graa durch ein Feuer getrocknet, das über mehrere Wochen unterhalten wurde.
Natur
Die Terrassen von Corippo ermöglichten es, auf einem ansonsten für den Anbau ungeeigneten Hang Felder anzulegen. Auf einigen restaurierten Terrassen wurden etwa zehn Obstbäume gepflanzt. Eine Kastanienselve wurde durch das Entfernen des Unterholzes und das Beschneiden der Kastanienbäume wiederhergestellt.
Eine etwa 30-minütige Abzweigung auf dem Rundgang bei Corippo bietet ein weites Panorama des künstlichen Stausees. Bei sehr niedrigem Wasserstand sind dort die frühere Straße durch das Verzascatal und die Überreste einiger tiefer gelegener Ortsteile von Vogorno zu erkennen. Diese Ortsteile wurden 1965 beim Füllen des Stausees überflutet. Die genannte Abzweigung und die übrigen Wegabschnitte lassen sich anhand ihrer unterschiedlichen Zeitangaben getrennt in die eigene Tagesplanung einordnen.
Unterwegs
Von der Postautohaltestelle „Bivio di Corippo“ führt der ethnografische Rundgang in etwa 15 Minuten zu Fuß zur Dorfpiazzetta. Der dortige Infopoint führt in die Naturlandschaft und die Siedlung ein und ist zugleich der Ausgangspunkt des eigentlichen Rundgangs. Auch der offizielle Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten im Verzascatal umfasst den Ortskern von Corippo.
Von Corippo beginnen zahlreiche Wanderwege, darunter auch Routen für vergleichsweise einfache Ausflüge. Weiter oben liegt die Mühle von Corippo, die restauriert und betriebsfähig ist. An mehreren Tagen im Jahr wird sie zu Demonstrationszwecken in Betrieb genommen.
Weitere Ortsseiten: Isorno, Lavertezzo, Palagnedra, Sonogno, Tegna, Cavigliano, Gambarogno TI, Vergeletto.
Anreise
In Corippo stehen etwa 15 Parkplätze zur Verfügung; die Zufahrt für Wohnmobile ist verboten. Für die Anreise wird die Postautohaltestelle „Bivio di Corippo“ empfohlen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Locarno.
Preise, Verfügbarkeit und Ausstattung für Ihren Reisetermin direkt bei Booking.com prüfen.
Unterkünfte und Angebote ansehenAnzeige · Partnerlink zu Booking.com