Solduno: Kultur zwischen Kirchengeschichte und Kunst
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Kultur und Geschichte
Solduno ist eine Fraktion der politischen Gemeinde Locarno im Kanton Tessin und liegt im Delta der Maggia. Sein kulturelles Profil verbindet religiöse Baugeschichte, archäologische Spuren, traditionelle Handarbeit und zeitgenössische Kunst. Wer den Ort nicht nur als Namen auf der Karte, sondern in seinen historischen Schichten betrachtet, findet mehrere eigenständige Anknüpfungspunkte für eine Reise mit kulturellem Schwerpunkt.
Zum dokumentierten religiösen Erbe Soldunos gehören San Giorgio und San Giovanni Battista. Zur örtlichen Kirchengeschichte gehört außerdem ein Rektorat in der Kirchgemeinde Locarno, das spätestens seit 1663 bestand. Die Kirche San Giovanni Battista wurde 1385 geweiht. Das heutige Gebäude entstand zwischen 1778 und 1788 neben der früheren Kirche und wurde 1795 geweiht. In der Kuppel zeigt die Dekoration die Glorie des Täufers und die vier Evangelisten; sie stammt aus dem Jahr 1848 und ist ein Werk des Mailänder Malers Luigi Fratini. Ein Seitenaltar bewahrt ein Gemälde von 1731, das Baldassare Orelli zugeschrieben wird und die Jungfrau mit dem Kind zwischen den Heiligen Defendente und Antonius von Padua darstellt.
Auch im Umfeld von Solduno steht mit Santa Maria in Selva ein bedeutendes Zeugnis der regionalen Baugeschichte. Die Kirche befindet sich an der Via Vallemaggia, an der Straße von Locarno nach Solduno. Vom ursprünglichen Bau aus dem 14. Jahrhundert ist nur der rechteckige Chor erhalten. Wegen ihrer Gemälde gilt Santa Maria in Selva als eines der bedeutendsten erhaltenen Baudenkmäler des 15. Jahrhunderts im lombardischen Raum.
Archäologische Spuren
Die Geschichte des Ortes reicht noch weiter zurück. In Solduno wurde ab Mitte der 1930er-Jahre eine bedeutende Nekropole aus der Eisenzeit entdeckt. Die archäologische Fundstelle „Locarno, Solduno: struttura dell'età del Bronzo“ weist Siedlungs- beziehungsweise Nutzungsphasen aus der Bronzezeit oder möglicherweise früheren Vorgeschichte, aus dem Übergang zur Eisenzeit, aus der Römerzeit und aus der nachmittelalterlichen Zeit auf. Die unterschiedlichen Epochen geben der Ortsgeschichte eine ungewöhnlich breite zeitliche Tiefe.
Kunst und lokales Handwerk
Zur Gegenwart Soldunos gehört die Werkstatt Incontro 1, die sich seit 1999 im Casa Bastoria befindet. Im Rahmen ihrer Weberei stellt Incontro 1 Pezzotti-Teppiche her. Seit 2015 verfügt außerdem die Fondazione Marguerite Arp an ihrem Sitz Ronco dei Fiori in Locarno-Solduno über ein modernes Kunstdepot und einen Ausstellungsraum. Dort wird jedes Jahr eine neue Ausstellungsgestaltung präsentiert. Gruppenbesuche sind auf Anfrage möglich. So stehen in Solduno handwerkliche Textilarbeit und wechselnde Präsentationen moderner Kunst nebeneinander, ohne dass die historischen Orte dabei in den Hintergrund treten.
Tradition in der Piazza
Eine eigene kulinarische Tradition zeigt sich bei der Sagra dei tortelli in der Piazza di Solduno. Am Josefstag bereiten Freiwillige dort traditionelle süße Tortelli von Hand zu, wahlweise mit oder ohne Füllung. Das Fest verbindet einen konkreten Platz, einen festen Anlass im Jahreslauf und eine überlieferte Zubereitungsform.
Weitere Ziele im selben Navigationsumfeld: Vogorno, Muralto, Porto Ronco, Palagnedra, Intragna, Locarno, Vergeletto, Onsernone
Geografische Einordnung
Solduno liegt an einer Straßenverzweigung in Richtung Maggiatal, Centovalli und Brissago. Diese Lage gehört ebenso zur Identität des Ortes wie die Einbindung in das Maggia-Delta und die Verbindung zur politischen Gemeinde Locarno.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Locarno.