Cadro zwischen Sant’Agata und Alpe Bolla
In Cadro finden sich die Kirche Sant’Agata, Zeugnisse lokaler Geschichte, Festtraditionen sowie Rad- und Fußwege. An die Ortsseite von Cadro schließen die Seiten zu Massagno, Neggio, Miglieglia, Cadempino, Ponte Tresa, Agno Ti, Caslano und Taverne an.
Kultur
Die Kirche Sant’Agata, auch Chiesa di Sant'Agata genannt, ist seit 1938 als Kulturgut von kantonalem Interesse aufgeführt. Erstmals erwähnt wurde sie 1366. Ihre Fresken stammen aus dem 15. Jahrhundert und zeigen mehrere Heilige, darunter die heilige Agatha. Der Bau der neuen Kirche begann am 13. Dezember 1603, 1622 wurde sie geweiht; die Rosenkranzkapelle entstand 1634. Zwischen 2004 und 2006 wurde die Kirche umfassend restauriert. Im Inneren befindet sich eine umfangreiche Stuckdekoration aus der Barockzeit, während im Chor Trophäen der aus Cadro stammenden Künstlerbrüder Reali zu sehen sind.
Nach dem Pestausbruch von 1524 entstand in Cadro der Kult des heiligen Rochus. Etwa ein Jahrhundert später wurde das Oratorio di S. Rocco errichtet. Sein kreuzförmiger Grundriss, der von einer Kuppel überwölbte Zentralraum und der Stuckaltar geben dem Bau eine klar erkennbare architektonische Form. Der Brunnen-Sarkophag von Liron ist als Kulturgut von kantonalem Interesse geschützt. Er wurde von einer abgelegenen Straße ins Ortszentrum von Cadro versetzt. Die Jahreszahl 1833 wird als Hinweis auf die Ankunft von Trinkwasser für den öffentlichen Gebrauch in Cadro gedeutet; zugleich wird angenommen, dass das Becken des Brunnens ein Sarkophag ist.
Zur Alpe Bolla gehören weitere geschützte Zeugnisse: Der Roccolo, der Rastplatz und die Cappella dei SS. Pietro e Paolo sull'Alpe Bolla sind in Cadro als Kulturgüter von kommunalem Interesse geschützt. Die Kapelle wurde 1949 eingeweiht und dem heiligen Petrus geweiht. Als kleine, offene Kapelle ist sie mit dekorativen Friesen auf frischem Putz, die von der Malerin Erminia Fritsche stammen, geschmückt.
Der Roccolo auf dem Matoro der Bolla ist eine kleine historische Struktur, in der Vogelfänger während der Jagd verweilten; der Antrag zu seinem Bau stammt aus dem Dezember 1861. Im Türmchen sind die Ebenen, einschließlich des Erdgeschosses mit Küche, durch kleine Holztreppen verbunden. Historisch wurden am Roccolo Zugvögel mit feinen Netzen in den umliegenden Bäumen und mit Käfigvögeln auf der Wiese gefangen. In der lokalen Folklore gilt das Pian di Scagn auf dem Gebiet von Cadro als Treffpunkt der Hexen.
In Cadro wird den Patronatsfesten von Sant’Agata, San Rocco und San Nicolao sowie dem Fest der Heiligen Peter und Paul auf der Alpe Bolla besondere Bedeutung beigemessen. Auch der Karneval wird mit großer Beteiligung gefeiert. Der öffentliche Platz im Schulkomplex von Cadro ist als Treffpunkt der Gemeinschaft für öffentliche Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten vorgesehen.
Landschaft
Die Alpe Bolla liegt auf 1.129 Metern über dem Meeresspiegel im unteren Val Colla oberhalb von Cadro im Kanton Tessin. Zu ihr gehört eine Berghütte. Während der Sommersaison gibt es dort eine Käserei, in der frische Produkte direkt verkauft werden. Die Alpe Bolla ist außerdem ein lokaler Ort für die Herstellung von Qualitätskäse.
Der Kamm des Monte Boglia markiert auf einem Teil seiner Länge die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Italien. Von der Alpe Bolla aus können Besucher den Monte Boglia, den Sentiero Denti della Vecchia und den Sasso della Croce erreichen; außerdem gibt es dort einen angenehmen Rast- und Erholungsort.
Wege
Die Lugano e-MTB Tour führt nach Cadro. Anschließend führt ein steiler Schotteranstieg zur Capanna dell’Alpe Bolla. Die Tour verläuft durch das abwechslungsreiche Gebiet des Luganese zwischen Wäldern und Weiden, Hügeln und Bergen sowie Seen und Flüssen.
Die Brè-Bike-Route führt durch die Wälder des Monte Brè und des Monte Boglia weiter zur Alpe Bolla. Auf der Brè-Bike-Route können Besucher auf der Alp neben der Hütte auf der Alpe Bolla Nutztiere wie Hühner, Kühe und Schweine sehen. Die Route Brè Bike, SvizzeraMobile 356, verläuft hauptsächlich über breite Wege und unbefestigte Straßen. In Cadro wurde 2021 außerdem ein etwa 450 Meter langer Rad- und Fußweg entlang des ehemaligen Bahntrassees Lugano–Dino zwischen Zona Cossio und Via Vecchi Tram angelegt.
Für die Verbindung im Alltag verkehrt die ARL-Linie 19 montags bis freitags an Werktagen zwischen Lugano Cornaredo, Cadro und Villa Luganese.
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