Castagnola am Luganersee: Kultur, Wege und Gärten

Village of Castagnola, Switzerland Village of Castagnola, Switzerland Foto: Roy Egloff via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Castagnola verbindet das Ufer des Luganersees mit historischen Bauten, Villengärten und Wegen in Richtung Gandria. Weitere Orte derselben übergeordneten Destination sind Aldesago, Viganello, Pregassona und Maglio Di Colla.

Kultur und Geschichte

Das Dorf und die Chiesa di San Giorgio werden erstmals in einem Dokument aus dem Jahr 1335 erwähnt. Die Kirche wurde 1616 oder nach 1618 errichtet; ihr Innenraum wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Barockstil umgestaltet. In der Cappella della Madonna steht eine Statue der Jungfrau Maria. Das Beinhaus enthält ein allegorisches Fresko der Totentanzprozession von Giovan Battista Discepoli, genannt Zoppo da Lugano, aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Casa Carlo Cattaneo ist seit dem 17. Jahrhundert als Landhaus der Familie Maggi überliefert. Carlo Cattaneo mietete das Haus 1849 von Peri und lebte dort zwanzig Jahre lang. 1816 beherbergte Casa Carlo Cattaneo den polnischen Freiheitskämpfer Tadeusz Kościuszko; in den Jahren 1906 bis 1908 nahm sie die lettischen Exilanten Rainis und Aspazija auf. 1980 wurde das Haus zum Sitz des Historischen Archivs der Stadt Lugano.

Der Palazzo Tosetti Riva wurde im 17. Jahrhundert von der Familie Tosetti errichtet, die zu den bedeutenden Grundbesitzern in Castagnola gehörte. Seit 2019 beherbergt der Palazzo das Historische Archiv der Stadt Lugano und ein kleines Museum über die lettischen Exilanten Rainis und Aspazija. Sein Ostflügel wurde 1732 anstelle eines dem SS. Crocifisso gewidmeten Oratoriums errichtet. Das Cavallo d'oro ist von einem symbolistischen Drama von Janis Raini inspiriert: Auf einer Seite befindet sich ein Medaillon mit dem Bildnis des lettischen Dichters Janis Rainis und einigen Versen, während die andere Seite einen Reiter zeigt, der auf den Gipfel eines stilisierten Berges zureitet.

Villa Favorita wurde ab etwa 1687 auf Initiative von Karl Konrad von Beroldingen als Villa am See in Castagnola begonnen. Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza wandelte sie in eine weltweit bekannte Kunstgalerie um, bevor die Werke 1992 endgültig in das Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid überführt wurden. Der weitläufige Garten von Villa Favorita wurde mit zahlreichen exotischen Pflanzen neu gestaltet.

Ufer und Parkanlagen

Der Parco San Michele liegt in Castagnola am Fuß des Monte Brè. Sein Panoramablick über den Golf von Lugano umfasst das Lido und die Uferpromenade und reicht bis zum Monte San Salvatore. Im Park befindet sich eine dem heiligen Michael gewidmete Kapelle. Der untere Platz wird im Sommer für Open-Air-Konzerte genutzt.

Der Parco Villa Heleneum liegt am Ufer des Luganersees im Quartier Castagnola und wurde 1931 gleichzeitig mit der Villa Heleneum im Liberty-Stil angelegt. Die Villa gilt als originalgetreue Kopie des Petit Trianon von Versailles. Von 1989 bis 2015 war sie Sitz des Museo delle culture der Stadt Lugano. Dank des besonderen Mikroklimas gedeiht im Garten mediterrane Vegetation mit Zitronen-, Orangen-, Grapefruit- und Kumquatbäumen sowie Dattel- und Chilenischen Palmen.

Der Parco degli Ulivi ist ein terrassierter Naturpark an den Hängen des Monte Brè und umfasst etwa 20.000 Quadratmeter. Seine Wege und steilen Treppen führen durch Olivenbäume, Zypressen, Lorbeer und Myrten. Entlang des Weges stehen zwölf Informationstafeln in vier Sprachen zur Geschichte und zum Anbau von Oliven.

Wege und Landschaft

Der nahezu ebene Weg am Seeufer von Castagnola nach Gandria dauert etwa 45 Minuten. Das Gebiet des Sentiero di Gandria ist im Schweizer Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung eingetragen. Eine botanische Erhebung verzeichnete dort 2014 insgesamt 343 Pflanzenarten, darunter 54 bedrohte Arten der Schweizer Roten Liste. Im Abschnitt an der Via Cortivo in Castagnola wächst außerdem Umbilicus rupestris, eine in der Schweiz vom Aussterben bedrohte Art.

Der Sentiero dell'olivo ist ein thematischer Spazierweg zwischen Castagnola und Gandria. Wer ihn in Castagnola beginnt, kann von Gandria mit der Buslinie 490 zurückfahren. Der Weg weist 121 Höhenmeter Anstieg und 101 Höhenmeter Abstieg auf. Die Beschreibungen des Sentiero dell'olivo behandeln historische, künstlerische, naturkundliche und archäologische Themen, die im Gebiet sichtbar sind. Unterschiedliche Weglängen, Höhenmeter und thematische Schwerpunkte helfen Ihnen, die verfügbaren Strecken nach Zeit und Interesse zu vergleichen.

Castagnola ist von Lugano aus mit dem Auto, dem Bus oder dem Schiff erreichbar. Das Lido San Domenico ist zu Fuß über den Sentiero di Gandria erreichbar und bietet eine intime Umgebung mit einem außergewöhnlichen Panorama auf den Luganersee und das Ufer von Caprino. Im Lido gibt es Aperitifs, Snacks, Grillangebote und Konzerte.

Das Patriziato di Castagnola trägt zur Instandhaltung der Wege bei, die zum Monte Boglia führen. Die Società Canottieri Ceresio ist kostenlos auf einem Grundstück des Patriziato di Castagnola untergebracht.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lugano.

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