Gentilino: Sant’Abbondio, historische Häuser und Hermann Hesse
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Foto: Peter Christian Riemann via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
In Gentilino befindet sich der Kirchenkomplex Sant’Abbondio. Er liegt in einer ansprechenden Umgebung zwischen Wiesen und Weinbergen. Zu seinem Bestand gehören 14 Kreuzwegstationen aus dem 17. Jahrhundert, die mit Öl auf Kupfertafeln gemalt sind. Der Komplex ist der Haltestelle „Gentilino, S. Abbondio“ des öffentlichen Verkehrs zugeordnet.
Kultur
Der Cimitero di Sant’Abbondio gilt als einer der bedeutendsten monumentalen Friedhöfe im Tessin und wurde wahrscheinlich 1836 vom Architekten Domenico Gilardi entworfen. Die Besucherinformationen verweisen auf eine Karte der dort bestatteten Persönlichkeiten.
Die Antica Casa Gamboni an der Via Cà di Sotto zählt zu den ältesten und wertvollsten Wohnhäusern der Gemeinde. Ihre dekorierte Fassade ist im spätrenaissancezeitlichen Stil gestaltet. Die Jahreszahl 1610 an der Fassade bezieht sich auf einen Wiederaufbau oder eine Umgestaltung durch die Familie Gamboni.
An Teilen der Fassaden der Casa Casellini an der Piazzetta al Portico findet sich illusionistische Architekturdekoration. Ihre Fassade umfasst ein Fresko, das ein Marmorrelief imitiert, sowie eine Darstellung des Urteils Salomos. Am oberen Abschluss des Dachfensters ist die Jahreszahl 1498 neu aufgemalt.
Das Oratorio della Presentazione di Gesù al tempio in Gentilino stammt aus dem Jahr 1670 und besitzt eine konkave Fassade im Stil des Barocchetto. Im Inneren befindet sich ein Marmoraltar mit einer aus dem 18. Jahrhundert stammenden Kopie des ovalen Gemäldes „Darstellung Jesu im Tempel“.
Auch die Casa Sant’Abbondio weist an ihren Fassaden illusionistische architektonische Details auf. Das Gebäude wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts auf Veranlassung zweier Geistlicher aus der Familie Bottani errichtet. 1843 ließ die Familie eine der Heiligen Chiara gewidmete Kapelle anlegen und beauftragte Bartolomeo Antonio Solari mit Fresken in einigen Räumen. In der Casa Sant’Abbondio lebten vorübergehend Hugo Ball (1886–1927), Emmy Ball-Hennings (1885–1948) und Hans Arp (1886–1966); die drei Künstler gehörten zu den Mitbegründern der Dada-Bewegung in Zürich.
Die Casa Somazzi ist ein spätneoklassizistisches Gebäude, dessen heutiges Erscheinungsbild auf das Jahr 1860 zurückgeht. Mit Fresken gestaltete Decken zeigen dort Darstellungen von Tieren, Stillleben und pflanzlichen Motiven von Bartolomeo Antonio Solari aus Figino. Ergänzend gehört Bora da Besa an der gleichnamigen Via als historisches Restaurantgebäude zum baulichen Bild des Ortes.
Wege und regionales Umfeld
Der Hermann-Hesse-Lehr- und Erinnerungspfad beginnt in Montagnola und führt bis zum Friedhof von Gentilino, wo der Künstler seit 1962 ruht. Die Wegeangaben helfen, diesen literarisch geprägten Verlauf von den umfangreicheren Spazier- und Wandermöglichkeiten im weiteren regionalen Umfeld zu unterscheiden.
Im weiteren regionalen Umfeld von Gentilino verfügt Collina d’Oro über ein kulturelles Erbe mit künstlerischen Denkmälern, herrschaftlichen Gebäuden und alten kirchlichen Bauwerken. Dort bietet Collina d’Oro außerdem mehr als 30 Kilometer Spazier- und Wanderwege. Ein weiterer Ort im gemeinsamen Ortskontext ist Agra.
Collina d’Oro gilt im weiteren regionalen Umfeld von Gentilino als Gebiet mit einem vielfältigen gastronomischen Angebot, das ganzjährig verfügbar ist.
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