Riva San Vitale: Baptisterium, Kirchen und See
Riva San Vitale liegt am Osthang des Monte San Giorgio am südlichen Ende eines Arms des Luganersees, in den der Laveggio mündet. Mit dem Baptisterium San Giovanni und der Kirche Santa Croce ist der Ort verbunden. Der historische Ortskern ist im Schweizer ISOS-Inventar der schützenswerten Ortsbilder verzeichnet; außerdem ist Riva San Vitale im Kulturgüterinventar des Kantons Tessin und im Schweizer Inventar der schützenswerten Ortsbilder verzeichnet.
Weitere Ortsseiten: Chiasso, Vacallo, Castel San Pietro, Mendrisio, Ligornetto, Balerna, Capolago, Muggio.
Kultur und Geschichte
Der Rundgang Riva San Vitale romana e medievale führt vom Battistero paleocristiano und der nahe gelegenen Chiesa parrocchiale di San Vitale durch Straßen, Höfe und Plätze zum Oratorio di San Rocco und zum Palazzo comunale. Das Battistero paleocristiano ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet und bietet einen virtuellen Rundgang. Im Inneren befinden sich romanische und spätromanische Fresken, die insbesondere das Leben Christi von der Geburt bis zur Kreuzigung darstellen; eine Nische ist dem Jüngsten Gericht gewidmet.
Die Chiesa parrocchiale di San Vitale ist eine spätbarocke Kirche, die zwischen 1756 und 1759 nach einem Entwurf des Architekten Giuseppe Caresana erbaut wurde und auf den Resten einer frühmittelalterlichen Basilika steht. Sie bewahrt die Reliquien des seligen Manfredo Settàla in einer hölzernen Urne unter dem Hauptaltar. Manfredo Settàla starb 1217 und wird in der gesamten Region verehrt. Zur Kirche gehören bedeutende Kunstwerke sowie eine archäologische Sammlung, die größtenteils aus Ausgrabungen im Innen- und Außenbereich des Battistero stammt.
Der Tempio di Santa Croce enthält drei Gemälde, Fresken am Gewölbe der Hauptkapelle und zwei Altarbilder der Seitenkapellen, die Camillo Procaccini zugeschrieben werden. Die übrigen Gemälde und ein Teil der Fresken stammen von Künstlern aus seiner Werkstatt. Der Bau wird dem aus Vacallo stammenden Architekten Giovan Antonio Piotti zugeschrieben, der auch am Dom von Como tätig war und bedeutende Adelssitze im Raum Como errichtete.
Das Oratorio di San Rocco ist ein geschütztes Gebäude, dessen Errichtung um 1665 begann und das wahrscheinlich auf den Resten einer älteren Kapelle steht. Es besitzt vollständig in den 1970er-Jahren restaurierte Chorfresken mit den vier Tugenden aus dem frühen 18. Jahrhundert, eine reich gegliederte Fassade mit ausdrücklich sechzehnteljährlicher Formensprache sowie barocke Balustraden und einen Hauptaltar aus mehrfarbigem Marmor, darunter Marmor aus Arzo. Casa Houck, ehemals Casa Della Croce, bewahrt Wandfresken, die spätestens 1581 von den Brüdern Pozzi aus Puria di Valsolda geschaffen wurden.
Die Sagra del Beato Manfredo Settala findet in Riva San Vitale gewöhnlich am letzten Sonntag im Januar statt und wird dort seit unvordenklicher Zeit gefeiert. Der Palazzo comunale veranstaltet regelmäßig kulturelle Ereignisse wie Kunstausstellungen und Konzerte. Die Villa Brazzola wurde in den letzten Jahren wieder als Ort für Treffen und kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Architektur und kreative Orte
Die Mitte des 18. Jahrhunderts für Abbondio Bernasconi erbaute Villa Maderni beherbergt das Steger Center for International Scholarship von Virginia Tech, das europäische Zentrum der US-amerikanischen Universität. Die Villa wurde für akademische, wohnbezogene und kulturelle Aktivitäten restauriert. Das Comparto Le Fornaci dient als Kultur- und Bildungszentrum für Keramik und verwandte Künste. Sein Programm umfasst Kurse für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, offene Ateliers, kreative Aktivitäten und Führungen.
Der Rundgang zur modernen Architektur verbindet Casa Bianchi von Mario Botta, die Casa con studio von Giancarlo Durisch, das Centro scolastico comunale von Aurelio Galfetti, Flora Ruchat-Roncati und Ivo Trümpy sowie den Bereich der Scuola media mit der palestra doppia. Die Casa con studio von Giancarlo Durisch entstand in den 1970er-Jahren als Verbindung von Wohnhaus und Arbeitsstätte und ist stark vom Thema der Geometrie geprägt.
Wege und Wasser
Der Parco del Laveggio umfasst einen etwa 11 Kilometer langen Fußweg, der dem Fluss von den Quellen in Stabio bis zur Mündung in Riva San Vitale folgt und sich für Spaziergänge, leichte Läufe und Bildungsexkursionen eignet. Der Parco Rivalago ist eine etwa 4.500 Quadratmeter große Grünfläche, die die Gemeinde 2014 erwarb und 2015 für die Öffentlichkeit öffnete. Dort sind eine Pause im Freien, ein kurzer Spaziergang oder Erholung mit Blick auf den Ceresio vorgesehen.
Das Lido comunale ermöglicht das Baden im See; außerdem können Besucher auf einer Plattform das Panorama betrachten. Außerhalb der Badebetriebszeiten bleibt das Lido comunale als öffentlicher Park geöffnet. Während der Badesaison können am Lido comunale an der Kasse Stand-Up-Paddle-Boards gemietet werden, um den Golf von Riva San Vitale zu erkunden.
Eine anspruchsvolle Wanderung führt vom Borgo zum Gipfel des Monte San Giorgio und bietet Ausblicke auf den Ceresio sowie auf eines der UNESCO-Kulturgüter des Tessins. Rocul ist ein Freiluft-Fitnessbereich mit Kinderspielen sowie Picknick- und Grillplätzen und bietet Ausblicke auf Riva San Vitale, den Lago Ceresio und den Monte Generoso.
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