Triboltingen am Untersee: Dorfgeschichte, Uferlandschaft und Wege
Geografische Einordnung
Triboltingen ist ein Strassendorf am Fuss des Seerückens am Untersee zwischen Tägerwilen und Ermatingen. Leicht erhöht über dem flachen Ufergelände treffen eine unverbaute Uferlandschaft und eine kompakte Siedlung am Hang aufeinander. Als gut erhaltenes Weinbauerndorf mit für die Region typischen Fachwerkbauten und wertvollen Einzelbauten wie der Kirche besitzt Triboltingen hohe architekturhistorische Qualitäten.
Dorf und Verkehr
Das langgezogene Strassendorf und das östlich anschliessende jüngere Ausserdorf folgen entlang der leicht geschwungenen Hauptstrasse. Der Bereich des teilweise eingedohlten Baches gilt als vermutlich ältester Teil von Triboltingen. Erschlossen wird der Ort über die Hauptstrasse Schaffhausen–Kreuzlingen; seit 1998 besitzt Triboltingen zudem einen Haltepunkt an der parallel verlaufenden Seelinie.
Ufer und Hang
Der breite, ebene Uferstreifen bei Triboltingen ist von Äckern und Weiden geprägt, dazwischen stehen vereinzelt Obstbäume. Am steilen Hang oberhalb der Siedlung erstreckt sich Wiesland. Westlich von Triboltingen liegt eine kleine, mit Reben bepflanzte Fläche. Die Landschaft verbindet damit flaches Ufergelände, Hanglagen und einzelne landwirtschaftlich geprägte Bereiche in engem räumlichem Zusammenhang.
Kultur und Geschichte
Die mittelalterliche Kapelle St. Nikolaus ist das älteste Gebäude in Triboltingen. Sie ist dem heiligen Nikolaus von Bari, dem Schutzheiligen der Schiffer und Fischer, geweiht und wurde vor 1300 erbaut. In der Kapelle sind Reste von Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert sowie gemalte Heilige und Passionsszenen aus der Zeit um 1500 erhalten. Zum Innenraum gehört ausserdem ein bemaltes Zifferblatt mit einem Fries aus Familienwappen; die Uhr von Andreas I. Liechti aus Winterthur stammt aus dem Jahr 1602.
Gegenüber der Kapelle steht das alte Schulhaus aus dem Jahr 1847 mit Walmdach und zentralem gedecktem Eingang. Seine Hauptfassade zeigt sichtbares Fachwerk. Das Haus Zur alten Post aus dem 18. Jahrhundert gehört zu den Fachwerkhäusern entlang der historischen Dorfstrasse. Oberhalb des ehemaligen Mühlebezirks am Bach steht das ehemalige Wirtshaus «Zum Weinberg» mit der Jahreszahl 1752.
Ein entdeckter Brandgraben aus dem 1. Jahrhundert weist auf eine frühere römische Besiedlung von Triboltingen hin; das Dorf selbst wurde von den Alemannen gegründet. Um 950 schenkte Herzog Hermann von Schwaben das Dorf dem Kloster Reichenau. Einer Chronik zufolge flohen die Triboltinger während der Hungersnot von 1146 mit Hab und Gut in das nahe Kloster Petershausen in Konstanz. Dabei wurde das Dorf erstmals urkundlich als «Triboltingin» erwähnt.
Wege und Wasser
Die Wanderung «Vom Untersee zu den Bommer Weihern» führt vom Bahnhof Ermatingen langsam ansteigend in Richtung Triboltingen. Dort öffnet sich der Blick über den Untersee und das deutsche Ufer. Die Wanderung TG2505 ist 15,6 Kilometer lang, dauert etwa vier Stunden, weist den Schwierigkeitsgrad «mittel» auf und ist ganzjährig angegeben. Die unterschiedlichen Streckenlängen und die ausgewiesene Dauer helfen Ihnen, den zeitlichen Rahmen Ihrer Wanderung zu vergleichen.
Der Thronfolgeweg ist rund 45 Kilometer lang, gut ausgeschildert und verläuft mit wenigen Ausnahmen auf dem Thurgauer Wanderwegnetz. An ihm befinden sich zwei Liegethrone oberhalb des Wasservogelreservats und Naturschutzgebiets in Ermatingen.
Die Badi Triboltingen ist eine öffentliche Badestelle am Bodensee mit Liegewiese und direktem Seezugang. Dieser direkte Wasserzugang ermöglicht Baden und Schwimmen. Die Badi liegt direkt am Ufer des Untersees und in der Nähe von Spazier- und Velowegen.
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