Saint-Gingolph am Genfersee: Ortskern, Wege und See

File:Saint-Gingolph - Vue sur le port.jpg File:Saint-Gingolph - Vue sur le port.jpg Foto: Romainbehar via Wikimedia Commons, CC0

Saint-Gingolph liegt dort, wo die Morge ein Delta bildet, auf dem sich der historische Ortskern des Ortes befindet. Sichtbare Überreste reichen bis ins Mittelalter zurück. Zwischen Genfersee und Bergen treffen grüne Hänge am See auf verschneite Alpengipfel und prägen eine kontrastreiche Landschaft. Die Schweizer Gemeinde verfügt über mehr als vier Kilometer Uferlinie am Genfersee.

Landschaft

Die tief eingeschnittene Morge markiert bei Saint-Gingolph die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich. Am Genfersee erstreckt sich eine acht Kilometer lange Uferpromenade. Strand, Uferpromenadenkai und Hafen gehören zum Besucherangebot am Seeufer und bieten Möglichkeiten zur Erholung. Das Schweizer Seeufer von Saint-Gingolph ist allerdings nur teilweise zugänglich.

Kultur

Der historische Ortskern von Saint-Gingolph ist im Schweizer Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder ISOS erfasst. Zum Vieux-bourg gehören mittelalterliche Ursprünge; die wichtigsten schmalen Gassen bilden einen kreuzförmigen Grundriss. In diesem historischen Umfeld steht die Chapelle de la Sainte-Famille, die 1677 von der Familie de Riedmatten erbaut und 1972 restauriert wurde.

Das Ancien château wurde 1588 von den Du Nant de Grilly erbaut und später in eine Schule sowie ein Gemeindehaus umgewandelt. Die Maison de Rivaz de Nucé stammt aus dem Jahr 1752 und grenzt an das Ancien château. Zur historischen Bausubstanz zählt außerdem die Pont historique sur la Morge mit ihrem sehr schlanken steinernen Bogen.

Im Schloss von Saint-Gingolph befindet sich das Musée des Traditions et des Barques du Léman. Das Museum vermittelt einen historischen Blick auf die Schifffahrt. Auch L’Aurore gehört zur maritimen Geschichte des Ortes: Sie ist die Replik einer Cochère von 1828, die am 28. Oktober 2000 in Saint-Gingolph zu Wasser gelassen wurde.

Wege

Der GR5 beginnt offiziell in Saint-Gingolph und führt bis Menton. Der interpretative Erlebnisweg „À saute-frontière“ führt als Rundweg durch Saint-Gingolph, erzählt dessen Geschichte und thematisiert die französisch-schweizerische Solidarität sowie die Solidarität der Gingolans. Im Sommer wird Saint-Gingolph als Ausgangspunkt zur Erkundung der umliegenden Region zu Fuß oder mit dem Fahrrad empfohlen.

Die Fahrradroute zum Col de Novel bietet Ausblicke auf den Genfersee und die Region Montreux; für diese Route stehen im Dorf Saint-Gingolph Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Die Route „Plan de Brêt“ führt durch den Wald von Brêt, bietet Ausblicke auf Lavaux und den Haut-Lac und verläuft auf dem Rückweg über den neuen Verlauf der ViaRhôna. Die verschiedenen Wegformen reichen damit vom historischen Rundweg durch den Ort bis zu Routen mit See- und Regionalblicken.

Genuss

Die Fête de la Châtaigne findet in Saint-Gingolph seit mehr als 35 Jahren statt. Zum Fest gehören Konzerte, ein Kunsthandwerksmarkt, Laufwettbewerbe und traditionelle Küche mit Brisolée, Suppe, Burgern und Walliser Platte. Die Restaurants in Saint-Gingolph bieten walliserische und savoyische Spezialitäten sowie Egli filets, Fondue, Raclette, Wildgerichte und Brisolée an.

Anreise

Saint-Gingolph ist mit dem Auto, dem Zug, mit Zweirädern – darunter dem Fahrrad – und per Boot erreichbar. Regelmäßige regionale Anschlüsse der Simplonlinie reichen bis Saint-Gingolph. Der Anleger wird ganzjährig von Schiffen der Compagnie Générale de Navigation bedient; außerdem startet in Saint-Gingolph die CGN-Kreuzfahrt „Tour du Haut-Lac“.

Weitere Orte derselben Region sind Morgins, Champéry, Port-Valais, Vionnaz, Torgon, Troistorrents, Val-D'illiez und Vouvry.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Monthey.

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