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La Chaux-de-Fonds

La Chaux-de-Fonds liegt im Kanton Neuenburg auf rund 1’000 Metern Höhe und ist französischsprachig. Die Stadt ist als Teil des UNESCO-Welterbes «Stadtlandschaft Uhrenindustrie» bekannt: Stadtplanung, Wohnen und Uhrmacherei sind hier eng miteinander verbunden. Das Musée international d’horlogerie (MIH) ergänzt das Strassenbild mit einer Sammlung zur Geschichte der Zeitmessung.

La Chaux de Fonds La Chaux, wie ein Schachbrett angeordnet Foto: MySwitzerland.com

La Chaux-de-Fonds: fünf Fakten zur Uhrenstadt

  • La Chaux-de-Fonds liegt im Kanton Neuenburg auf dem Hochplateau des Neuenburger Jura auf rund 1’000 Metern.
  • Die Stadt gehört gemeinsam mit Le Locle zum UNESCO-Welterbe «Stadtlandschaft Uhrenindustrie».
  • Das regelmässige Strassenraster entwickelte sich mit der Uhrenproduktion und dem Wohnalltag der Uhrmacherfamilien.
  • Der lokale Jugendstil wird «Style sapin» genannt und verbindet florale Motive mit Architektur und Kunsthandwerk.
  • Das Musée international d’horlogerie bewahrt Uhren, Pendel und weitere Objekte zur technischen, künstlerischen, sozialen und wirtschaftlichen Geschichte der Uhrmacherei.

Eine Stadtlandschaft für die Uhrenproduktion

La Chaux-de-Fonds wirkt anders als eine Stadt mit mittelalterlicher Altstadt. Das regelmässige Netz breiter Strassen und die geschlossene Bebauung entwickelten sich gemeinsam mit den Werkstätten und Wohnhäusern der Uhrenarbeiter. Die Stadt entstand und wuchs mit der Uhrmacherei; ihre Bebauung lässt erkennen, wie Produktion und Wohnen innerhalb desselben städtischen Gefüges organisiert wurden. Das UNESCO-Welterbe würdigt darum nicht bloss einzelne repräsentative Gebäude, sondern den Zusammenhang von urbaner Planung und Uhrmacherkultur in La Chaux-de-Fonds und Le Locle.

Ein Rundgang lässt sich als Blick auf diese alltägliche Stadtarchitektur gestalten. Achten Sie auf das Verhältnis von Strasse, Hauseingang und Werkstatt sowie auf die verschiedenen Gebäudegrössen. Die regelmässigen Achsen erleichtern die Orientierung, doch Details an Fassaden und Innenräumen zeigen unterschiedliche Bauphasen. Das Hochplateau im Neuenburger Jura prägt zusätzlich den Charakter des städtischen Zentrums.

Style sapin und lokale Architektur

Um die Wende zum 20. Jahrhundert entwickelte sich in der Region ein eigener Jugendstil, der als «Style sapin» bekannt ist. Pflanzenmotive, geschwungene Formen und dekorative Elemente verbinden Architektur mit Uhrmacherkunst und angewandtem Design. Das Thema wird in Häusern und Museen sichtbar; es hilft, die Stadt nicht nur als gleichmässiges Raster zu lesen, sondern auch die Gestaltung einzelner Gebäude wahrzunehmen.

Die Stadt und der regionale Tourismus bieten geführte Rundgänge zum «urbanisme horloger» an. Eine solche Tour erklärt, wie Stadtplanung und Uhrmacherei zusammenwirkten. Wer selbständig unterwegs ist, kann sich ebenfalls einen Schwerpunkt setzen: erst die Strassenstruktur erkunden, danach einzelne Jugendstilfassaden oder die Museen besuchen. Die Schweizer Städte unterscheiden sich nach Lage und Profil: La Chaux-de-Fonds im Jura steht Neuchâtel am Seeufer im selben Kanton gegenüber.

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Das Musée international d’horlogerie

Das Musée international d’horlogerie widmet sich der technischen Geschichte der Zeitmessung, zeigt aber auch deren künstlerische und gesellschaftliche Seiten. Die Sammlung umfasst Uhren und Pendel sowie Archive und historische Dokumente. So wird verständlich, dass Uhrmacherei weit mehr als die Herstellung eines einzelnen Messinstruments bedeutete: Sie umfasste Gestaltung, Präzisionsarbeit, Handel, Werkstattwissen und den Austausch zwischen Generationen.

Das Museum öffnete am 21. Oktober 1974 seine Türen. Die permanente Ausstellung ist auf Uhrmacherschätze und Meisterwerke ausgerichtet. Die Besuchsinformationen des MIH bündeln Zugang und Ausstellungsangebote. Das Museum lässt sich gut mit einem Stadtrundgang kombinieren, weil Sammlung und Stadtbild dieselbe Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erzählen. Eine weitere bedeutende Stadt der Schweizer Uhrenindustrie ist Biel/Bienne, eine weitere Schweizer Stadt mit starker Uhrenindustrie.

La Chaux-de-Fonds im Neuenburger Jura

Die Stadt kann als eigenständiges Ziel für Architektur und Uhrmacherei besucht werden. Bei einem Aufenthalt mit mehr Zeit lassen sich Le Locle und weitere Orte des Neuenburger Jura ergänzen. Die Region unterscheidet sich von den Seen und städtischen Zentren der französischsprachigen Schweiz durch ihre Hochlage und das industrielle Erbe. Wer an den Neuenburgersee weiterreist, erreicht mit dem Neuenburgersee eine ganz andere Landschaftsform. Für die Wahl einer zweiten Stadt bietet sich auch Lausanne an, wo Seeufer und steiles Stadtzentrum den Tagesrhythmus stärker prägen.

La Chaux-de-Fonds eignet sich für Besucherinnen und Besucher, die Städtebau, Architekturdetails und technische Geschichte zusammen betrachten möchten. Der MIH-Besuch erklärt die Zeitmessung; der Weg durch die Stadt zeigt, welche baulichen Spuren das Uhrmacherhandwerk hinterlassen hat.

FAQ zu La Chaux-de-Fonds

Warum gehört die Stadt zum UNESCO-Welterbe?

Das Welterbe würdigt die Verbindung von Städtebau und Uhrenindustrie in La Chaux-de-Fonds und Le Locle.

Was ist das MIH?

Das Musée international d’horlogerie ist ein Museum zur Geschichte der Uhrmacherei und Zeitmessung, mit Objekten, Archiven und Dokumenten.

Was bedeutet «Style sapin»?

Der lokale Jugendstil greift florale Motive und dekorative Gestaltung in Architektur und Kunsthandwerk auf.