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Martigny im Wallis: Römer, Kunst und Ausflüge

Martigny liegt am Rhônebogen auf dem Schwemmkegel der Dranse. Die Stadt entwickelte sich am Ausgang der Wege über den Grossen Sankt Bernhard nach Italien und den Col de la Forclaz nach Frankreich. Ihre Lage verbindet das Rhônetal mit zwei unterschiedlichen Alpenübergängen; zugleich machen archäologische Fundorte und Kunstinstitutionen Martigny zu einem eigenständigen Kulturziel.

Martigny Trient-Schlucht in der Nähe von Martigny Foto: myswitzerland.com

Kurzfakten zu Martigny

  • Martigny liegt am linken Rhôneufer beim Schwemmkegel der Dranse.
  • Das antike Octodurus erhielt als römischer Hauptort den Namen Forum Claudii Vallensium.
  • Am römischen Amphitheater und weiteren Fundorten sind Spuren der antiken Siedlung im heutigen Stadtraum sichtbar.
  • Die Fondation Pierre Gianadda entstand über den Resten eines römischen Tempelbezirks; ihr Park und ihre Museen verbinden Kunst und Archäologie.
  • Der Mont-Blanc-Express fährt von Martigny über Salvan, Les Marécottes, Finhaut und Vallorcine Richtung Chamonix.

Am Rhônebogen und an alten Alpenwegen

Die Lage am Rhôneknie erklärt die historische Bedeutung des Orts. Von hier führen verschiedene Übergänge in benachbarte Räume: der Grosse Sankt Bernhard nach Italien und die Forclaz Richtung Frankreich. Die Dranse mündet beim heutigen Martigny in den Rhôneraum und hat mit ihren Ablagerungen den Schwemmkegel geformt, auf dem sich die Stadt entwickelte. Der Ortsname steht heute für die Gegend am Talausgang, während die römische Siedlung als Octodurus und später Forum Claudii Vallensium bekannt war. Martigny liegt im Unterwallis am Rhônekorridor; Brig befindet sich weiter östlich im Oberwallis am Übergang zum Simplon. Die Schweizer Regionen umfassen damit deutlich verschiedene Talräume.

Octodurus: römische Spuren im Stadtbild

Die antike Siedlung lag an einer wichtigen Verbindung zwischen Italien und den westlichen Alpenräumen. Martigny wurde unter dem Namen Forum Claudii Vallensium ein bedeutender römischer Ort. Das Amphitheater, ein Forum, Thermen und Tempelreste erschliessen verschiedene Aspekte des damaligen Alltags und der öffentlichen Architektur. Die Fundorte verteilen sich im heutigen Stadtgebiet, sodass Geschichte im Museum und im Stadtraum sichtbar ist.

Das Musée gallo-romain ist um die Reste eines gallo-römischen Tempels angelegt. Es zeigt archäologische Entdeckungen aus Martigny, darunter die sogenannten Grands Bronzes d’Octodure. Ein Rundgang kann deshalb Fundstelle und Sammlung zusammenführen: Die Architekturreste verorten die Funde, während die Ausstellung erklärt, was über die antike Stadt bekannt ist. Für weitere kulturhistorische Ziele in der Schweiz steht die Übersicht der Sehenswürdigkeiten.

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Fondation Pierre Gianadda: Kunst und Archäologie

Die Fondation Pierre Gianadda wurde nach dem Tod von Pierre Gianadda 1976 auf dem Gelände römischer Tempelreste errichtet. Sie verbindet wechselnde Kunstausstellungen mit dauerhaft zugänglichen Sammlungsbereichen und einem Skulpturenpark. Zum Komplex gehören ausserdem das gallo-römische Museum und eine Sammlung historischer Automobile. Im Park sind römische Badeanlagen und der Tempelbezirk Teil der historischen Umgebung. Dadurch bietet die Stiftung mehrere Zugänge zu Martignys Geschichte: antike Fundarchitektur, Kunst und technische Entwicklung stehen am selben Kulturort nebeneinander.

Die Sammlung klassischer Automobile umfasst Fahrzeuge aus den Jahren 1897 bis 1939. Die unterschiedlichen Abteilungen erlauben es, einen Besuch nach Interesse zu gewichten, statt alle Themen gleich ausführlich zu behandeln. Ausstellungskatalog und Sammlung ergänzen sich: Die temporären Kunstpräsentationen ändern sich, die archäologischen und automobilhistorischen Schwerpunkte bleiben als wiederkehrende Teile des Ortes erkennbar. Informationen zu Weinbau in der Schweiz ordnen die Rebgebiete ein, die in der Landschaft des Unterwallis ebenfalls sichtbar sind.

Mit dem Mont-Blanc-Express Richtung Chamonix

Martigny ist Ausgangspunkt des Mont-Blanc-Express, der über das Trienttal, Salvan, Les Marécottes, Finhaut und Vallorcine nach Chamonix führt. Die Strecke wechselt vom Rhônetal in eine zunehmend alpine Schlucht- und Berglandschaft. Damit ergänzt eine Bahnreise den Stadtrundgang um einen Wechsel des Landschaftsraums und verbindet Schweizer Wallis mit dem französischen Alpenraum. Für die Einordnung besonderer Bahnstrecken helfen die Panoramazüge der Schweiz.

Die Route verbindet die Talstadt mit Salvan, Les Marécottes, Finhaut und dem französischen Alpenraum. Wandern und Bergsport verlangen jeweils eigene Ausgangspunkte und Voraussetzungen; Martigny selbst liegt im Rhônetal.

FAQ zu Martigny

Wie hiess Martigny in der Römerzeit?

Die Siedlung hiess Octodurus und wurde als Forum Claudii Vallensium zu einem römischen Hauptort. Amphitheater, Forum, Thermen und Tempelreste verweisen auf diese Geschichte.

Was verbindet das Musée gallo-romain mit der Fondation Gianadda?

Das gallo-römische Museum steht um die Überreste eines antiken Tempels und zeigt Funde aus Martigny. Die Fondation umfasst darüber hinaus Kunstpräsentationen, Skulpturenpark und Automobilsammlung.

Wohin fährt der Mont-Blanc-Express?

Von Martigny führt die Strecke über Salvan, Les Marécottes, Finhaut und Vallorcine nach Chamonix in Frankreich.