Gurtenfestival
Das Gurtenfestival verbindet Live-Musik mit einem besonderen Berner Schauplatz: Es findet auf dem Gurten statt, dem Hausberg der Stadt Bern. Die Lage über der Stadt gibt dem Anlass einen klaren Ortsbezug. Das Festivalgelände liegt auf einem markanten Höhenzug, der zugleich als Ausflugsgebiet und Naherholungsraum bekannt ist. So treffen Konzertkultur und die Landschaft am Rand der Hauptstadt aufeinander. Wer das Festival einordnet, begegnet deshalb auch einem Stück Berner Stadtleben und einem Ort, der weit über die Konzerttage hinaus zum Naherholungsgebiet gehört.
Das rockt!
Foto: Melanie Bleckert
Der Gurten liegt südlich des Berner Zentrums und erhebt sich beim Ostsignal auf 858 Meter über Meer. Der Berner Hausberg ist autofrei; Wanderwege erschliessen seine Umgebung. Während des Festivals verwandelt sich der vertraute Ausflugsort in eine Bühne für ein grosses Musikereignis. Diese Verbindung von stadtnaher Lage und eigener Topografie prägt den Charakter des Anlasses: Bern bleibt als Stadt präsent, während das Festivalgelände eine eigene Welt oberhalb der Dächer bildet. Einen Überblick zur Stadt und ihren Quartieren bietet die Seite Bern; die Seite Sehenswertes in Bern führt zu weiteren kulturellen und historischen Orten.
Vom Folkfestival zum vielseitigen Musikanlass
Die Geschichte begann 1977 mit dem ersten Internationalen Folkfestival Bern-Gurten. Bereits der damalige Begriff «Folkfestival» stand für ein breites Verständnis von Musik: Zum Programm gehörten Folk, Jazz, politische Songs und Volksmusik. Schon der Start verband mehrere Stilrichtungen. Aus den frühen Ausgaben entwickelte sich ein Festival, das sein musikalisches Profil immer wieder erweiterte und neue Einflüsse aufnahm. Diese Offenheit gehört zu den Konstanten der Veranstaltung: Der Name verweist auf die Herkunft, während das Programm unterschiedliche Hörgewohnheiten und Generationen zusammenbringen kann.
Nach einer vierjährigen Pause erhielt 1991 die Konzertagentur Music Service AG die Bewilligung der Stadt Bern, das Festival weiterzuführen. Mit dem Neustart wurde die musikalische Ausrichtung breiter angelegt. Dieser Einschnitt markiert eine neue Etappe in der Entwicklung des Gurtenfestivals, das sich an veränderte Bedingungen und Publikumsinteressen anpasste. Aus dem Folkfestival der Anfangszeit entwickelte sich ein mehrgenreorientierter Anlass. Die Entwicklung lässt sich in der offiziellen Festivalgeschichte anhand der dokumentierten Ausgaben und ihrer jeweiligen Schwerpunkte nachvollziehen.
Ein wichtiger Platz für Schweizer Musik
Ein markanter Teil dieser Entwicklung ist die Waldbühne. Sie gehört bereits zur Geschichte der ersten Ausgabe und wurde 2007 erneut als Bühne für Schweizer Musikschaffen lanciert. Damit erhielt einheimische Musik einen sichtbaren Platz innerhalb eines Festivals, das zugleich internationale Künstlerinnen und Künstler anzieht. Die Bühne verbindet Förderung und Konzertmoment: Neue oder weniger bekannte Namen können im selben Festivalrahmen auftreten, in dem ein breites Publikum unterschiedliche Stile entdeckt. So wird Schweizer Musik nicht bloss als Beiprogramm behandelt, sondern als eigenständiger Teil des musikalischen Profils.
Auch darin zeigt sich der offene Charakter des Gurtenfestivals. Das Programm vereint unterschiedliche Genres und künstlerische Handschriften. Folk, Jazz, politische Songs und Volksmusik prägten bereits die erste Ausgabe; die spätere Öffnung brachte weitere musikalische Perspektiven hinzu. Für Besucherinnen und Besucher bedeutet diese Vielfalt, dass ein Festivalbesuch verschiedene Stile und künstlerische Handschriften zusammenbringen kann. Neben bekannten Namen prägen auch die Kontraste zwischen Bühnen und musikalischen Ansätzen das Erlebnis. Die Schweizer Szene erhält dabei Raum neben international ausgerichteten Konzerten.
Der Gurten als Teil des Festivalerlebnisses
Der Schauplatz verleiht dem Anlass eine Atmosphäre, die sich von einem Konzert in einer Stadthalle unterscheidet. Der Gurten ist ein grüner Höhenzug in unmittelbarer Nähe zur Stadt; von hier aus öffnet sich die Aussicht über Bern und das Mittelland. Der Festivalbesuch führt damit an einen Ort, der auch ausserhalb des Musikereignisses eine eigene Bedeutung hat. Die Mischung aus Freiluft, Bühnen und Landschaft schafft einen räumlichen Zusammenhang, in dem das Konzertgeschehen und die Umgebung miteinander wahrgenommen werden. Gleichzeitig bleibt Bern nahe: Die Stadt ist Herkunftsort des Festivals und bildet den urbanen Bezugspunkt des Geländes.
Die Lage verleiht dem Festivalstandort einen eigenen Charakter. Er ist ein bekannter Naherholungsraum, ein Aussichtspunkt und ein Ort für Spaziergänge. Der Wechsel vom ruhigen Ausflugsgebiet zum lebendigen Musikgelände gehört zu den prägenden Bildern des Festivals. Die topografische Nähe zur Stadt sorgt für einen deutlichen Kontrast: unten das urbane Zentrum, darüber der offene Hang mit Blick in die weitere Landschaft. Wer sich für die Orientierung in der Schweiz interessiert, findet allgemeine Hinweise unter Verkehr und Transport in der Schweiz. Für einen Stadtrundgang ergänzen Seiten zum Berner Münster und zur Zytglogge in Bern den Blick auf die Hauptstadt mit zwei historischen Wahrzeichen.
Musikgeschichte mit Berner Wurzeln
Das Gurtenfestival steht exemplarisch dafür, wie sich ein regional verankertes Kulturereignis über Jahrzehnte weiterentwickeln kann. Die Wurzeln liegen in einem Berner Folkfestival, dessen frühes Programm bereits musikalische Vielfalt zeigte. Die spätere Öffnung, die Wiederaufnahme nach einer Pause und die besondere Rolle der Waldbühne spiegeln unterschiedliche Etappen dieser Entwicklung. Dabei blieb der Gurten als Schauplatz die verbindende Konstante. Der Anlass verbindet eine internationale Ausrichtung mit klaren Bezügen zu Bern.
Seine Besonderheit ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Ort, Geschichte und musikalischer Breite: ein Festival auf dem Berner Hausberg, ein Anfang als Folkfestival mit mehreren Stilrichtungen und ein Programm, das auch Schweizer Musik sichtbar macht. So steht das Gurtenfestival sowohl für die Entwicklung der Schweizer Open-Air-Kultur als auch für eine lebendige Verbindung zwischen Hauptstadt und Hausberg. In der Übersicht Festivals in der Schweiz lässt es sich im landesweiten Veranstaltungskontext einordnen.