Kaisten – Kulturgeschichte zwischen Rebbergen und Tafeljura
Kaisten liegt im Schweizer Kanton Aargau, im Bezirk Laufenburg im Nordosten des Fricktals, nahe der deutschen Grenze und des Rheins. Als Haufendorf liegt Kaisten in einer Klus zwischen Chinzhalde und Heuberg im Tafeljura; Felder, Rebberge und Waldgebiete prägen das Gemeindegebiet. Dieses reicht am Rhein von etwa 290 Metern über Meer bis zum 722 Meter hohen Schinberg. Durch die von Wäldern, Feldern und Rebbergen geprägte Umgebung führen zahlreiche Wander-, Velo- und Spazierwege.
Im Ortsüberblick finden Sie ausserdem Frick, Oberhofen, Wölflinswil, Laufenburg und Ueken.
Geschichte und Kultur
Funde aus der Bronzezeit, ein Grabhügel der Hallstattzeit und ein römischer Ziegelbrennofen belegen eine frühe Besiedlung von Kaisten; die erste urkundliche Erwähnung als «Keiston» stammt aus dem Jahr 1282.
Die Burgstelle Chaistel bewahrt die Reste einer gegen Ende des 12. Jahrhunderts errichteten und bereits im 13. Jahrhundert zerstörten Anlage. Erhalten sind eine mächtige Ringmauer sowie die Fundamente eines Bergfrieds und eines Palas mit Nebengebäude. Bei einem Spaziergang auf den Fasnachtsberg lassen sich ausserdem die Überreste einer mittelalterlichen Burg und Spuren aus der Bronzezeit entdecken.
Innerhalb des Perimeters der Burgstelle Chaistel steht die Lourdeskapelle. Sie wurde 1892 von Johann Eduard Ackermann erbaut und wird noch regelmässig von Gläubigen besucht. Der von Emil Eltschinger aus Kriens geschaffene Stationenweg führt von der Kirche St. Michael hinauf zur Lourdeskapelle.
Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Michael hat regionale Bedeutung für das Kulturerbe. Seit 2017 können Interessierte auf zwei Rundgängen in Kaisten und Ittenthal die Kultur und Geschichte des Dorfes erkunden. Der Heimatweg wurde um 25 Informationstafeln erweitert.
Handwerk und historische Spuren
Die Schmiede von 1907 in Kaisten ist eine seltene, nahezu vollständig eingerichtete Dorfschmiede mit integral erhaltener Ausstattung. Die Alte Schmiede in Kaisten bewahrt Esse, Amboss, Werkzeuge, Maschinen und den elektrischen Transmissionsantrieb funktionsfähig.
Bei der Grabung an der Herrengasse kamen 2014 insgesamt 18 übereinanderliegende Erdschichten zum Vorschein. Das Eisenröststadel im Waldgebiet Seematt / Seehübel diente zunächst zum Rösten von Eisenerz und später als Kalkbrennofen.
Die Kapelle St. Wendelin diente bei Flurprozessionen und Bittgängen als wichtiger Bezugs- und Orientierungspunkt. Das von Erwin Rehmann geschaffene Werk wurde im August 1988 zu einem neuen Bezugspunkt im Dorf. Der altehrwürdige Mahlraum wird von der Gemeinde für kulturelle Zwecke genutzt.
Wege, Velo und Brauchtum
Der 32 Kilometer lange slowUp-Hochrhein-Rundkurs verläuft auf Schweizer Seite unter anderem durch Stein, Münchwilen, Eiken, Sisseln, Kaisten und Laufenburg. Die unterschiedlichen Formate aus Spaziergängen, kulturellen Rundgängen und einem längeren Rundkurs können Sie getrennt betrachten, wenn Sie Ihre Tagesplanung an Ortsgeschichte oder Bewegung ausrichten möchten.
Die Chaischter Fasnacht lässt sich der schwäbisch-alemannischen Fasnacht zuordnen. Der Fasnachtssonntag beginnt mit einem Umzug durch das Dorf und dem Einzug auf dem Narrenplatz.
Wein aus Kaisten
Heute wächst auf fünf Hektaren wieder ein guter «Kaister».
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