Zofingen entdecken: Altstadt, Natur und Kultur

Zentralschulhaus in Zofingen Zentralschulhaus in Zofingen Foto: F. Sprüngli via Source, Public domain

Die Stadt Zofingen gilt als ummauerte Stadt mit einer mittelalterlichen Klostersiedlung und verbindet historische Bauwerke mit einem grünen Ring aus ehemaligen Stadtgräben sowie abwechslungsreichen Wegen ins nähere Umland. Die Stadt ist die Hauptstadt des Bezirks Zofingen im Kanton Aargau; der Bezirk umfasst 18 Gemeinden.

Altstadt und Geschichte

Die Zofinger Altstadt ist eine nach einheitlichem Plan errichtete, typische Frohburger Anlage mit gut erhaltenem historischem Charakter. Ihr Grundriss bildet ein unregelmäßiges Rechteck von rund 470 Metern Länge und maximal 225 Metern Breite. Am nach ihm benannten Brunnen und Platz steht ein Standbild des Schultheißen Niklaus Thut.

Einzelne Abschnitte der Zofinger Stadtmauer sind bis heute sichtbar. Die Ringmauern entstanden vermutlich im 13. Jahrhundert. In der Letzigasse zeigen sich Teile der Mauer an der Rückseite eines Fachwerkhauses, das früher als Scheune genutzt wurde. Der Pulverturm wurde von 1361 bis 1363 erbaut und ist ein Überbleibsel der ehemaligen Zofinger Stadtbefestigung. Die ehemaligen Stadtgräben bilden heute einen einzigartigen, unbebauten grünen Ring um Zofingen.

Zu den markanten Bauwerken gehören der 1726 errichtete Barockbau der Zofinger Markthalle und der St. Urbanhof mit barocken Fenstern und mittelalterlicher Bausubstanz. Das Rathaus entstand von 1792 bis 1795 im Übergang vom späten Rokoko zum Klassizismus. Der Stiftsturm in der Altstadt wurde 1595 errichtet und gehörte zu den Gebäuden des Chorherrenstifts.

Die Stadt- und ehemalige Stiftskirche St. Mauritius ist ein Wahrzeichen Zofingens; ihre dreischiffige Grundgestaltung stammt aus dem 11. Jahrhundert. Die ältesten Grundmauern werden auf die Zeit um 600 n. Chr. datiert, während der Kirchturm über 60 Meter hoch ist. Im Stiftsturm kann ein Glockenspiel über eine Abspielautomatik mehrere hundert Volkslieder und Bearbeitungen klassischer Musikstücke spielen.

Römische Mosaiken in Zofingen sind restaurierte Mosaikböden eines römischen Gutshofes aus der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Das Herrenhaus des Gutshofes war über 100 Meter lang und damit das größte Herrenhaus unter etwa 200 römischen Gutshöfen im Kanton Aargau. Die Mosaikböden können frei besichtigt werden.

Natur und Wege

Der Heiternplatz besitzt ein Lindengeviert, das 1745 als Exerzierplatz angelegt wurde. Von dort bietet sich ein Blick auf die Zofinger Altstadt und die Alpen. Im Zofinger Wildpark leben in einer naturnahen Anlage mit altem Baumbestand und einem Bächlein Rot-, Dam-, Axis- und Sikahirsche sowie Wildschweine, Puten und Hühner.

Der Wildpark, der Heiternplatz, der nahegelegene Wald und die umliegenden Felder sind durch gut begehbare Spazierwege miteinander erreichbar. Der Obstsortengarten Zofingen umfasst auf etwa 9 Hektaren rund 800 Hochstamm-Obstbäume; bereits 441 verschiedene Obstsorten wurden dort bestimmt.

Der Solution Trail „stärchends Zofige“ richtet sich gleichermaßen an Einheimische, Menschen aus der Region und Touristinnen und Touristen. Er besteht aus Wanderungen und Spaziergängen, die neue Perspektiven eröffnen. Der Swiss-O-Finder in Zofingen ermöglicht es, beim Laufen oder Spazieren vertraute Wege neu zu entdecken.

Für spielerische Erkundungen in der Altstadt bietet das Outdoor Escape knifflige Rätsel und Team-Herausforderungen. Eine Smartphone-Schnitzeljagd erstreckt sich über zwei Kilometer und umfasst zahlreiche Rätsel sowie eine zu lösende Geschichte. Der Rundgang „Kunst in Zofingen“ führt an rund 80 frei zugänglichen Werken der Kunst im öffentlichen Raum vorbei und ist mit Bahn und Bus erreichbar. Unterschiedliche Strecken, Bewegungsformen und Themen lassen sich dabei je nach Tagesplanung miteinander vergleichen.

Die „Tour of Aargau“ gilt als kleinere Schwester der „Grand Tour of Switzerland“ und kann im Stadtbüro von Zofingen gestartet werden. Das Stadtbüro informiert über Freizeitmöglichkeiten und stellt für Vorhaben Karten, Broschüren und Flyer bereit. In Zofingen werden außerdem Stadtführungen und Themenführungen angeboten, die sich mit der Vergangenheit befassen.

Museen, Kunst und Handwerk

Das Museum Zofingen ist das älteste Museum im Kanton Aargau und verfügt über eine historische sowie eine naturhistorische Abteilung. Die historische Abteilung umfasst Archäologie, das Ringiermuseum, das Zofingiamuseum, das Monetarium, Filme und Grabfunde aus der Stadtkirche. Etwa einmal im Monat bietet das Museum Familiennachmittage an, bei denen die Sammlungen spielerisch erkundet werden können.

Das Kunsthaus Zofingen zeigt jährlich vier Ausstellungen zeitgenössischer Kunst mit Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Installationen, neuen Medien und Performances. Bei Bedarf wird für den Zugang eine mobile Rampe aufgebaut. Die Ausstellungsräume sind barrierefrei, rollstuhlgängig und mit dem Aufzug erreichbar; die Toiletten sind behindertengerecht eingerichtet.

Im Spittelhof bietet ein Töpferkeller zwei große Brennöfen, verschiedene Tonsorten, ein breites Glasurensortiment und fachkundige Betreuung. Die offene Holzwerkstatt verfügt über Werkzeuge, Holzbearbeitungsmaschinen und Material sowie über individuelle fachkundige Beratung.

Die Stadtbibliothek Zofingen steht allen Personen offen. Sie sammelt regionales Schrifttum und betreut einen umfangreichen historischen Buchbestand.

Märkte und Veranstaltungen

Der Zofinger Wochenmarkt findet dienstags und samstags von 7 bis 11 Uhr statt. Regionale Produzenten bringen unter anderem frisches Gemüse, Fisch und Käse in die Stadt. Jeweils am zweiten Donnerstag des Monats findet zusätzlich ein Warenmarkt statt.

New Orleans Meets Zofingen findet seit 1997 jedes Jahr am Montag vor dem traditionellen Zofinger Kinderfest und den Sommerferien in der malerischen Altstadt statt. Auf zwei Bühnen wird ein Programm mit Jazz und Blues aus dem Süden der Vereinigten Staaten sowie ein kulinarisches Angebot geboten.

Das Heitere Open Air findet seit 1991 jedes Jahr auf dem Heiternplatz statt und ist seit 1998 ein dreitägiges Festival. Während der Heitere-Festival-Woche gibt es bereits vor dem eigentlichen Heitere Open Air mehrere Konzerte und weitere Veranstaltungen auf dem Zofinger Hausberg.

Der Kunstmarkt Zofingen findet seit 1997 jedes Jahr Mitte August in der Altstadt statt. Dort werden Malereien, Skulpturen und Druckgrafiken zum Verkauf angeboten. Die Tradition des Zofinger Kinderfests lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen; seine heutige Form besteht seit 1810. Zum Fest gehören ein Umzug durch die Stadt und anschließende Aktivitäten auf dem Heitern.

Das Schwimmbad Zofingen verfügt über ein 50-Meter-Becken, einen Sprungturm, ein Kinderplanschbecken, zwei große Rutschbahnen und ein Beachvolleyballfeld.

Praktische Anlaufpunkte

Beim Bahnhof Zofingen gibt es eine unterirdische Velostation. Fahrräder können dort sicher und in kurzer Distanz zu den SBB-Perrons abgestellt werden. Der Rivella Erlebnis-Weg in Rothrist ist ein Naturlehrpfad, der Kindern die Natur- und Pflanzenwelt näherbringen soll.

Weitere Orte im regionalen Zusammenhang sind Staffelbach, Roggwil, Zofingen, Safenwil, Bottenwil und Kölliken.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Aargau.

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