Arlesheim entdecken: Kultur, Landschaft und Wege
Im Dom von Arlesheim befindet sich die einzige noch spielbare Silbermann-Orgel der Schweiz, ein 1761 von Johann Andreas Silbermann geschaffenes Instrument. Der Dom wurde 1679 begonnen und am 26. Oktober 1681 eingeweiht. Unter der Leitung von Franz Anton Bagnato wurde er verlängert und im Stil des reifen Rokoko umgestaltet. Der Hochaltar besteht aus neun Sorten echtem Marmor. Das Deckengemälde von Giuseppe Appiani im Langhaus stellt die Verherrlichung Mariens durch die damals bekannten vier Erdteile Europa, Asien, Afrika und Amerika dar.
Kultur und Baugeschichte
Im Dom finden Gottesdienste der römisch-katholischen Kirchgemeinde und immer wieder Konzerte statt, meist unter Mitwirkung der Silbermann-Orgel. Eine Führung kann auf Wunsch eine Orgelvorführung einschliessen; dabei werden die Bau- und Kulturgeschichte des Gebäudes sowie das Bildprogramm des Innenraums erläutert. Die Domkonzerte Arlesheim bieten seit 1974 jährlich durchschnittlich vier Konzerte an. Zum Programm gehören Aufführungen geistlicher Vokalmusik mit Alte-Musik-Ensembles sowie Orgelrezitale auf der historischen Johann-Andreas-Silbermann-Orgel von 1761.
Neben dem Dom und der Ermitage ist die Burg Reichenstein eines der drei historischen Wahrzeichen von Arlesheim. Ihre Ursprünge reichen in das 13. Jahrhundert zurück. Zum Gelände der Stiftung Burg Reichenstein gehören mehr als 54 Hektar überwiegend bewaldete Fläche. Vom Turmzimmer reicht der Rundblick über das Birstal, die Vogesen, Basel und bis zum Schwarzwald.
Die Trotte verfügt über einen grossen Mehrzweckraum für Ausstellungen und Konzerte sowie über einen Raum für das Ortsmuseum. Der Trottenplatz beim Zugang zum Friedhof wurde auch als Marktplatz konzipiert. Im Schlosshof von Schloss Birseck stehen Hecken, Bäume und Rosen. Die neogotischen Wandmalereien des Schlosses wurden 2007 nach Originalvorlagen rekonstruiert; im selben Jahr wurde Schloss Birseck renoviert.
Das Forum Würth Arlesheim zeigt wechselnde Kunstausstellungen, vorwiegend mit Werken aus der Sammlung Würth, bei kostenlosem Eintritt. Zusätzlich bietet das Forum Führungen, Workshops, Vorträge und kulturelle Veranstaltungen an.
Der Arlesheimer Bauerngarten befindet sich auf dem früheren Standort der der heiligen Odilie geweihten Pfarrkirche und ihres Friedhofs. Er ist rund 800 Quadratmeter gross und besteht aus sechs eingefassten Pflanzbeeten. Dort werden vor allem historische, seltene oder bedrohte ProSpecieRara-Gemüsesorten angebaut, die durch Tafeln gekennzeichnet sind.
Landschaft und Natur
Arlesheim liegt zwischen der Birs und dem Berg Gempen an dessen Flanke im Birseck. 53 % des Gemeindegebiets sind bewaldet, 11 % entfallen auf Landwirtschaftszonen. Die Ermitage gehört zu den bedeutendsten historischen Landschaftsgärten der Schweiz und steht seit 1999 unter Denkmal- und Naturschutz.
Die Ermitage ist öffentlich zugänglich und vom historischen Ortskern Arlesheims zu Fuss erreichbar. In der näheren Umgebung von Arlesheim umfasst sie einen Weiher, einen sanft ansteigenden Hügel, alte Bauernhäuser, eine kleine Burg, Wiesen und kräftige Bäume. Die Wälder von Arlesheim zählen zu den Standorten mit der höchsten biologischen Vielfalt im Baselbiet.
Wandern und Velowege
Der Bike Trail Arlesheim ist ein professionell angelegter Abfahrtstrail am Basler Hausberg Gempen mit Anliegerkurven, Tables, Wellen und Sprüngen. Die gesamte Strecke ist rollbar gestaltet und bietet je nach Fahrkönnen verschiedene Sprungmöglichkeiten.
Die Burgentour zur Ruine Schloss Birseck führt durch den englischen Landschaftsgarten Ermitage und erschliesst zwei Ruinen. Die Rundwanderung Ermitage & Goetheanum führt zunächst durch die Ermitage, an der Burgruine Birseck vorbei, über den Hornichopf zur Burgruine Dorneck und anschliessend am Goetheanum vorbei. Die erste Etappe der ViaSurprise von Dornach-Arlesheim nach Seewen führt am Dom von Arlesheim und an der Ermitage vorbei.
Die barrierefreie Tour Dom, Ermitage & Genuss in Arlesheim umfasst einen Höhleneingang, der auf einigen Metern für eine kurze Erkundung barrierefrei zugänglich ist. Zu dieser Tour gehört auch ein Holzsteg mit besonders nahem Zugang zum Wasser, an dem sich unter Seerosen Fische beobachten lassen. Eine Wanderung von Arlesheim zur Schartenflue führt an der Ermitage, einem Landgasthof, Kirschplantagen und einem Aussichtsturm vorbei.
Anreise und lokales Leben
Die Tramstation Arlesheim Dorf ist barrierefrei; von dort fährt die Tramlinie 10 zum Bahnhof Basel SBB. Arlesheim und Dornach teilen sich einen Bahnhof an der Jurabahn; die S-Bahn-Linie 3 verkehrt halbstündlich zwischen Basel und Laufen.
Das Café Einzigartig ist ein inklusives Kaffeehaus, in dem Menschen mit Behinderungen eine Barista-Ausbildung absolvieren.
Weitere Ortsseiten im Überblick: Oberwil, Muttenz, Birsfelden, Binningen, Ettingen, Allschwil, Arlesheim, Reinach, Aesch, Münchenstein, Schönenbuch.
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