Oberaargau entdecken: Landschaft, Wege und Kultur

Der Oberaargau bildet den östlichsten Zipfel des Kantons Bern und grenzt an Solothurn, Aargau und Luzern. Die Region reicht von der ersten Jurakette ins Aaretal und wieder hinauf zum Ahorn, einem Ausläufer des Napfs. Dörfer, Täler, Hügel, Wälder und Matten prägen diese landschaftlich reizvolle Gegend.

Geografische Einordnung

Der Verein Region Oberaargau verbindet 43 oberaargauische Gemeinden im Kanton Bern, zwei ausserkantonale Gemeinden und zahlreiche Mitgliedsorganisationen. Zu den regionalen Aufgaben gehören unter anderem Freizeit und Tourismus. Im Smaragdgebiet Oberaargau leben mindestens 20 europaweit gefährdete Smaragd-Arten. Zu den Zielarten zählen unter anderem die Helmazurjungfer und die Gelbbauchunke; ihre Lebensräume sollen langfristig erhalten werden.

Der Berke-Chehr verläuft beidseits entlang der Aarelandschaft und bietet teilweise Ausblicke auf die Vogelraupfi, ein Naturschutzgebiet. Die Hirsrüti-Rundwanderung Rohrbach führt über Feld- und Wiesenwege durch die Hügellandschaft des Oberaargaus. Waldabschnitte wechseln sich mit offenen Feldern ab; bei guter Sicht reicht der Blick bis zu den Jurahöhen und den Alpen. Der Aussichtsturm Hochwacht eröffnet Ausblicke auf die Hügellandschaften des Oberaargaus und des Emmentals.

Wege und Wasser

Im Oberaargau bieten sich Spaziergänge, Wanderungen und Velotouren an, um die Region zu entdecken. Die Bandbreite reicht bei Spaziergängen und Wanderungen von leichten Wegen bis zu anspruchsvolleren Touren, sodass sich unterschiedliche Streckenlängen und Gehaufwände miteinander vergleichen lassen.

Wangen an der Aare liegt an den Veloland-Schweiz-Radrouten Nr. 5, der Mittelland-Route, und Nr. 8, der Aare-Route. Der Ort ist mit Bahn und Bus erschlossen, an die A1 angebunden und verfügt über genügend Parkplätze. Wangen an der Aare eignet sich als Ausgangspunkt für Spaziergänge und Wanderungen entlang der Aarelandschaft.

Der kürzere Amiet-Hesse-Weg führt von Riedtwil durch die Hohle nach Oschwand. Die längere Wanderung verläuft durch den Mutzgraben über Juchten, Rotenhaus und die Luftröhre nach Oschwand. Die erste Infostele der beiden Amiet-Hesse-Wege ist von der ÖV-Haltestelle in Riedtwil zu Fuss erreichbar. Busse fahren ab Herzogenbuchsee oder Wynigen nach Riedtwil; dort gibt es auch Parkplätze und ein gepflegtes WC. Der kleine und der grosse Amiet-Hesse-Weg können selbstständig begangen werden. Der 2016 eröffnete Kultur- und Wanderweg ist ausgeschildert.

Der Abenteuerweg Mutzbachfall führt über einen Waldweg mit mehreren kleinen Brücken zum 14 Meter hohen Wasserfall des Mutzbachs. Er ist mit dem Zug bis Wynigen und anschliessend mit der Buslinie B54 bis zur Haltestelle Bahnhof Riedtwil erreichbar; von dort beginnt die Route.

Am Burgäschisee führt der Uferweg durch einen kleinen Erlenwald und über Holzstege. Die Umrundung des Sees dauert etwa eine halbe Stunde. Da ein grosser Teil des Burgäschisee-Gebiets unter Naturschutz steht, ist Schwimmen nur am Nordostufer im Strandbad oder am öffentlichen Badeplatz erlaubt. Die archäologische Stätte am Burgäschisee gehört zu einer Reihe von 111 Stätten in sechs europäischen Ländern, die 2011 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Entlang des Ufers verläuft eine Informationsroute mit Tafeln zur Geschichte, Natur und Kultur des Ortes.

Geschichte und Kulturerbe

Die Hochwacht in Reisiswil war Teil eines historischen Netzes von Höhenfeuern. Damit konnte der Kanton Bern bei einem Angriff der französischen Armee im Jahr 1798 innerhalb von drei bis vier Stunden gewarnt werden. Die Wässermatten in den oberaargauischen Flusstälern der Langeten, Oenz und Rot sind letzte Reste einer früher im Schweizer Mittelland verbreiteten Kulturform der genossenschaftlichen Wiesenbewässerung und -düngung. 1983 wurden sie in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen.

Zu den regionalen Kulturerbestätten gehören die Burgruinen Grünenberg und Erlinsburg, das Soldatendenkmal Huttwil, die Altstadt von Wiedlisbach und die gedeckte Holzbrücke in Wangen an der Aare. Das Kloster St. Urban gilt als herausragendes Zeugnis der zisterziensischen Baukunst und als Schweizer Kulturdenkmal mit lebendiger Geschichte und einem breiten kulturellen Angebot.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden bei Kohlebergbau und Schottergewinnung in den oberaargauischen Gemeinden Gondiswil, Langenthal, Ochlenberg und Wynau Mammutüberreste gefunden. Im Ziegelwerk Roggwil bei St. Urban werden weiterhin Backsteine hergestellt; der Klosterziegler Richard Bucher zeigt Besuchergruppen das alte Handwerk.

Museen und Ausstellungen

Die Sammlung des Museums Langenthal umfasst archäologische und geologische Funde aus dem Oberaargau. Das Museum zeigt ausserdem die Geschichte von Langenthal und seiner Umgebung sowie die Geografie und Geologie des Oberaargaus. Im Parterre gibt es Sonderausstellungen.

Das Kunsthaus Langenthal zeigt Ausstellungen zeitgenössischer Kunst im denkmalgeschützten «Choufhüsi» an der Marktgasse. Das Museum Salzbütte dokumentiert die Geschichte und Heimatkunde der Region Huttwil mit Dokumenten und Objekten. Die Ausstellung «Huttwiler Bahnen» präsentiert Eisenbahnmodelle in den Spurweiten 0 und H0, darunter Modelle des Sammlers Walter Hermann.

Erlebnisse für verschiedene Tage

Auf dem «Weg der Wolle» in Huttwil erfahren Besucherinnen und Besucher Wissenswertes über Wolle als Rohstoff und über ihre Verarbeitungstechniken. Der kostenlose Weg rund um den Hof ermöglicht an Werktagen Einblicke in die Schaukarderei. Dort sind noch täglich über 100 Jahre alte Kardiermaschinen im Einsatz.

Schloss Aarwangen bietet Ausstellungen zur Schlossgeschichte und zur Wirtschaftsgeschichte des Oberaargaus. In authentisch gestalteten Räumen gibt es Escape Rooms, deren Handlung sich mit der Geschichte und Vergangenheit des Schlosses beschäftigt.

Das Street Festival Langenthal findet einmal jährlich an einem Wochenende im Juni statt. An mehr als zehn Veranstaltungsorten gibt es Auftritte lokaler Bands sowie ein Streetfood-Angebot. Das Strassenspektakel in Wangen an der Aare findet jeweils an einem Sonntag im August statt und präsentiert Artistinnen und Artisten aus aller Welt sowie internationale Strassen- und Kleinkunst. Der Weihnachtsmarkt Huttwil findet jeweils Ende November im historischen Zentrum von Huttwil statt und bietet in mehr als 100 Holzhäuschen kulinarische Köstlichkeiten und regionales Handwerk. Der Käsemarkt in Huttwil zieht jährlich zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.

Weitere Reiseziele sind Erlach, Courtelary, Interlaken, Konolfingen, Seftigen, Oberhasli, Neuenstadt und Münster.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bern.

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