Schattenhalb: Schluchten, Bergwege und Kulturgeschichte
File:Schattenhalb Reichenbachfall-Bahn 7-05-2024 10-43-16.jpg
Foto: Paul Hermans via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Landschaft und Wege
Das Haslital liegt zwischen Interlaken und Luzern im östlichen Berner Oberland und ist von den Pässen Brünig, Grosse Scheidegg, Susten und Grimsel eingerahmt.
Schattenhalb verbindet Flussufer, Schluchten und alpine Landschaften mit Wegen, die sich deutlich in Länge und Anspruch unterscheiden. Rund um Schattenhalb reichen die Laufstrecken von zugänglichen Wegen entlang von Flussufern bis zu anspruchsvolleren Wegen mit Höhenunterschieden. In der Umgebung gibt es tiefe Schluchten, Flussschluchten und Ausläufer der Alpen.
Im Reichenbachtal prägen blumenreiche Wiesen, mächtige Bergahorne und zahlreiche Trockenmauern das Landschaftsbild; im Hintergrund erheben sich Wellhorn und Wetterhorn mit ihren fast senkrechten Nordwänden. Eine Wanderung im Reichenbachtal führt an Wasserfällen vorbei und bietet Ausblicke auf Berggipfel. Die Wälder von Schattenhalb dienen als Grünzonen und Erholungsgebiete für den Tourismus. Das Naturschutzgebiet Alp Kaltenbrunnen–Turen gehört zum Wandergebiet von Schattenhalb.
Der Chaltenbrunnen-Hochmoorweg führt durch das als Europas höchstgelegenes Hochmoor geltende Chaltenbrunnen-Hochmoor, in dem nie Torf abgebaut wurde, und durchquert ein Naturschutzgebiet. Die rund 30 Hektar grosse Alp Isetwald in der Gemeinde Schattenhalb liegt wie eine Terrasse hoch über dem Talboden von Meiringen; ihr Weideland weist Trockensteinmauern, weisses Wollgras und ausgeprägte Karstformen auf.
Schluchten und Wanderrouten
Die Rosenlaui-Gletscherschlucht verfügt über einen gesicherten, etwa 1,2 Kilometer langen Weg durch Tunnel, über mehr als 200 Stufen und durch Bergwald. Die Besichtigung der Rosenlaui-Gletscherschlucht dauert etwa 45 Minuten. Sie eignet sich für Familien, die gerne in unberührter Natur wandern; am Ausgang gibt es einen Rastplatz und nahe dem Eingang liegt der Grillplatz Broch.
Hunde dürfen die Rosenlaui-Gletscherschlucht begleiten; im eidgenössischen Jagdbanngebiet Schwarzhorn müssen sie zum Schutz der Wildtiere jedoch im gesamten Gebiet an der Leine geführt werden. Die Rosenlaui-Wanderung ist mit der Bahn bis Meiringen und anschliessend mit dem Postauto zum Hotel Rosenlaui erreichbar; für die Rückfahrt fährt ein Postauto von Kaltenbrunnen-Säge nach Meiringen. Ein Abschnitt der Rosenlaui-Wanderung ist abschüssig und mit Seilen gesichert; er wird nur geübten Wanderern empfohlen.
Der kurze Rundweg über Willigen, den Reichenbachfall, Geissholz, Lammi und die Aareschlucht dauert ungefähr zweieinhalb bis drei Stunden. Der Rundweg Zwirgi–Isetwald–Seilialp ist 15,1 Kilometer lang, dauert etwa 5 Stunden und beginnt und endet mit dem Postauto in Zwirgi. Die unterschiedlichen Längen und Zeitangaben helfen Ihnen, den Umfang der Wege vorab miteinander zu vergleichen.
Berge und Kultur
Die Engelhörner sind die Hausberge der Gemeinde Schattenhalb und werden auch heute noch häufig zum Klettern begangen; im vergangenen Jahrhundert gehörten sie zu den berühmtesten Kletterbergen der Schweiz. Für Klettertouren in den Engelhörnern werden Bergführer aus der Gemeinde Schattenhalb empfohlen, die dem Bergführerverein SAC Haslital angehören.
Bei Tannenhubel ist ein auf 1600 datiertes Runensymbol in eine Granitwand eingeritzt. In Schattenhalb gibt es viele alte Holzbauten; das älteste Haus der Gemeinde stammt aus dem Jahr 1605. Der Kulturführer Schattenhalb beschreibt in drei Rundgängen 28 sehenswerte Objekte. Entlang des Rundwegs durch Willigen können Gebäude aus mehr als vier Jahrhunderten besichtigt werden.
Der Kultur-Rundgang durch Willigen beginnt an der Station der Reichenbachbahn. Die Reichenbachbahn ist 714 Meter lang und wurde am 8. Juni 1899 eröffnet. Die traditionellen Häuser entlang des Willigen-Wegs entsprechen dem typischen Bautyp des Berner Oberlands: einem massiven Erdgeschoss und zwei darüberliegenden Holzgeschossen.
Der alte Scheideggweg war einst eine bedeutende Handelsroute zwischen Grindelwald und Meiringen. Später erlangte der Scheideggweg durch die Beliebtheit des Heilbads Rosenlaui und der über Kleine und Grosse Scheidegg führenden Oberland-Rundreise touristische Bedeutung. Das Heilbad Rosenlaui wurde 1771 entdeckt; dort entwickelte sich der Kurbetrieb, bis ein Erdrutsch das Bad kurz vor dem Ersten Weltkrieg zerstörte.
Der Bau der Brünigbahn im Jahr 1888 unterstützte den aufkommenden Tourismus in Schattenhalb; viele Einwohner arbeiteten anschließend als Bergführer, Kutscher und Träger.
Weitere Ortsseiten führen zu Unterbäch, Guttannen, Meiringen, Hasliberg, Innertkirchen, Hohfluh, Gadmen sowie Reuti.
Jahreszeit und Verkehr
Bei guten Schneeverhältnissen und einem geeigneten Schlittelweg verkehrt die Post auch im Winter. In der Sommersaison verkehren Postautos von Meiringen über die Grosse Scheidegg nach Grindelwald.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Oberhasli.
Preise, Verfügbarkeit und Ausstattung für Ihren Reisetermin direkt bei Booking.com prüfen.
Unterkünfte und Angebote ansehenAnzeige · Partnerlink zu Booking.com