Zum Inhalt

Eggiwil: Wanderwege, Holzbrücken und Alphornkultur

Unterkünfte in Eggiwil

2 Erwachsene · keine Kinder · 1 Zimmer
Anzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.

Eggiwil liegt im oberen Teil des Emmentals und gilt als saftig grüne Hügellandschaft mit tiefen Schluchten und Gräben.

File:Beisatzgasse-Brücke über die Emme, Eggiwil BE 20210925-jag9889.jpg File:Beisatzgasse-Brücke über die Emme, Eggiwil BE 20210925-jag9889.jpg Foto: Jag9889 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Landschaft

Das Räbloch ist eine natürliche Formation in der Emmeschlucht. Die Räbloch-Schlucht entstand unter Gletschereis, während die tiefsten schluchtartigen Abschnitte 40 bis 70 Meter erreichen. Ein gut gesicherter Wanderweg führt vom Naturschutzgebiet Steinmösli in etwa 20 Minuten zur Naturbrücke im Räbloch.

Die Alp Rämisgummen erstreckt sich zwischen den Oberläufen von Emme und Ilfis auf 1.200 bis 1.300 Metern Höhe und umfasst 130 Hektar. Von Eggiwil aus ist sie mit dem Auto oder über eine Wanderung erreichbar. Kaum ist der Schnee geschmolzen, bedecken Tausende Krokusse den Rämisgummen mit einem violett-weissen Blumenteppich; je nach Wetter ist dieses Naturschauspiel nur wenige Tage zu sehen.

Der Wachthubel kann aus verschiedenen Richtungen erwandert werden und bietet Ausblicke auf das Schweizer Alpenpanorama sowie die weitläufigen Hügelzüge des Emmentals. Unterschiedliche Weglängen, Höhenlagen und Landschaftsräume lassen sich hier besonders klar miteinander vergleichen.

Wege und Bewegung

Der Eggiwiler Haus- und Brückenweg ist ein Wanderweg auf den Spuren der Wohn- und Baukultur. Er führt an historischen Bauernhäusern und gedeckten Holzbrücken vorbei, die von einer früh entwickelten Zimmermannskunst zeugen. Praktisch die ganze Strecke kann mit dem Bike befahren werden, und die Holzbrücken in Eggiwil lassen sich zu Fuss oder mit dem Velo erleben.

Das Gemeindehaus am Eggiwiler Haus- und Brückenweg ist ein ehemaliges Schulhaus aus dem Jahr 1908. Das Baschihüsi ist ein Wohnhaus aus dem Jahr 1796 mit qualitativ hochstehender, unverfälscht erhaltener Zimmermannsarbeit. Das Salzhaus wurde 1822 als Wohnhaus errichtet; später wurden darin eine Postablage und der Salzverkauf abgewickelt. Die Horbenbrücke wurde 1834 erbaut und gehört zu den ältesten Bogenbrücken.

Für sämtliche Wanderrouten ab Eggiwil kann das Auto auf dem Gemeindehausparkplatz abgestellt werden. Der Schachenweg entlang der Emme eignet sich besonders für Familien und wird nur von Anstössern befahren. Viele Hoferschliessungsstrassen und Forstwege in Eggiwil eignen sich zum Biken abseits des grossen Verkehrs. Auf den Höhen von Hohwacht, Blapbach, Rämisgummen, Pyffer und Wachthubel gibt es individuell anspruchsvollere Bikerouten.

Die Hohlenfluh liegt an einem nicht markierten Fussweg; der Weg wird auf eigene Gefahr begangen. Hoch über dem Bärbach schmiegen sich dort ein Haus und Stallungen an den Felsen und liegen unter einem natürlichen Nagelfluhüberhang.

Kultur und Geschichte

Die Kirche Eggiwil wurde zwischen 1630 und 1632 von Hans Isenmann errichtet, angeblich nach Plänen des Berner Münster-Baumeisters Daniel II Heinz. Im Inneren befinden sich eine einfache Kanzel von Kaspar Zaugg mit reich intarsiertem Kanzelhut, Glasgemälde von Albin Schweri aus dem Jahr 1931, von Leo Steck aus dem Jahr 1953 und von Fred Stauffer aus dem Jahr 1967 sowie ein Taufstein von 1868.

In Bachmanns Alphornmacherei werden seit 1925 in Eggiwil Alphörner hergestellt; der Betrieb wird in dritter Generation von Walter Bachmann geführt. Der etwas oberhalb von Eggiwil gelegene Familienbetrieb stellt seit mehr als 100 Jahren Alphörner her. Auf Anmeldung führt die Alphornmacherei Besucher in die Kunst des Alphornbaus ein. Am Kursort in Eggiwil bietet Bachmanns Alphornmacherei ausserdem einen zweitägigen Kurs im traditionellen Alphornspiel an. Besuchergruppen werden nach Voranmeldung und Reservation empfangen.

Anzeige

Das Gebäude auf der Oberen Knubelhütte ist der letzte Zeuge einer ehemaligen Alpsiedlung mit Sennhütte, Stall und Speicher. Bei der Sanierung wurde sein Dach mit Holzschindeln aus Holz aus dem eigenen Wald gedeckt; hergestellt wurden die Schindeln auf dem benachbarten Landwirtschaftsbetrieb.

Aktivitäten

Der Bügelskilift Netschbühl ist etwa 1,5 Kilometer lang. In Netschbühl kann man bei Winterwetter und schöner Aussicht einen Skitag verbringen. In Eggiwil gibt es zudem eine 18-Loch-Minigolfanlage, die als einzige Filzbahn der Region gilt.

Am Emmestrand wird an heissen Sommertagen gepicknickt. Die Emme bietet mit ihren Schwellen und natürlichen Tümpeln Möglichkeiten für Wasseraktivitäten und Naturerlebnisse. Auf der Gratwanderung Eggiwil–Schangnau laden Gasthöfe entlang des Weges zu «Merängge mit Nidle» ein.

ÖV und Ortsbild

Die PostAuto-Schallenberg-Linie 252 führt von Escholzmatt über Marbach, Schangnau und Eggiwil, Röthenbach i. E. bis nach Steffisburg und Thun. Von der Bahnstation Signau fährt der Bus B271 in Richtung Röthenbach im Emmental bis zur Haltestelle Eggiwil, Dorf.

Typische Emmentaler Gasthöfe prägen das Ortsbild von Eggiwil. Der Gasthof Bären ist ein Emmentaler Traditionsbetrieb mit überregionaler Ausstrahlung sowie ein Gastronomie-, Veranstaltungs- und Kulturbetrieb in Eggiwil.

Weitere Ortsseiten im selben regionalen Zusammenhang: Oberfrittenbach, Rüderswil, Trubschachen, Gohl, Signau, Lauperswil, Zollbrück und Röthenbach Im Emmental.

Der Eggiwiler-Märit besteht seit über 100 Jahren und findet zweimal jährlich statt, jeweils im Frühling und im Herbst.

Anzeige · Bei einer Buchung können wir eine Provision erhalten.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Signau.