Amsoldingen: Kirche, Moorseen und Wege
In Amsoldingen steht die Kirche Amsoldingen, einer der wenigen weit über die heutige Schweiz hinaus erhaltenen Sakralbauten im Stil der Frühromanik. Sie ist Mauritius, dem wichtigsten Heiligen der burgundischen Könige, geweiht; dieser wird besonders in der Abtei Saint-Maurice im Wallis verehrt.
Kultur und Geschichte
Eine kleine archäologische Ausstellung in der Kirche Amsoldingen wird seit 1980 gezeigt, wurde 2024 erneuert und um einen originalen römischen Inschriftenstein aus der Krypta ergänzt. Ende April 2025 wurde dort eine neue archäologische Ausstellung eröffnet, in deren Mittelpunkt einzigartige frühmittelalterliche Skulpturenfragmente und römische Spolien stehen; ein Rundgang und eine Broschüre ergänzen das Angebot.
Die Krypta der Kirche Amsoldingen ist ein nach Osten halbrunder Raum unter Chor und Apsis. Sie wird durch vier Stützen in drei Joche und drei Schiffe gegliedert und ist mit Kreuzgratgewölben überdeckt. Der archäologische Rundgang empfiehlt den Besuch der Krypta im Osten unter dem Chor sowie des Platzes südlich vor der Kirche Amsoldingen mit einer Informationstafel.
Amsoldingen Castle und die ehemalige Stiftskirche St. Mauritius gelten als historische Orte in Amsoldingen und als Schweizer Kulturerbestätten.
Natur
Das Naturschutzgebiet Amsoldinger- und Übeschisee bewahrt Moränen und feuchte Mulden, die der Rückzug des Gletschers nach der letzten Eiszeit hinterlassen hat. Im Naturschutzgebiet gehen die natürlichen Seeufer in Verlandungszonen und Flachmoore von regionaler und nationaler Bedeutung über. Die Moorlandschaft des Naturschutzgebiets bietet Lebensraum für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten. Zu den Schutzzielen des Naturschutzgebiets gehört die Erhaltung der Seen mit ihren Inseln und Verlandungszonen.
Im Naturschutzgebiet ist das Befahren der Wasserflächen mit Wasserfahrzeugen aller Art verboten. Die Parzelle Nr. 307 am Amsoldingersee darf nicht betreten werden. Der Amsoldingersee gehört zu den natürlichen Landschaftselementen der Umgebung.
Wege
Der durch das Berner Oberland führende Jakobsweg verbindet Amsoldingen und die Bergregion mit dem übrigen Europa und ist historisch von besonderer Bedeutung. Mit Amsoldingen werden verschiedene Wanderwege in Verbindung gebracht.
Die 26 Kilometer lange Moränenseeroute ist eine Rundtour, die in Uetendorf beginnt und endet; der Auf- und Abstieg beträgt jeweils 420 Meter. Sie führt an vier Moränenseen vorbei: Geistsee, Dittligsee, Uebeschisee und Amsoldingersee. Auf der Moränenseeroute lohnt sich ein Halt bei der Kirche Amsoldingen mit dem Schloss.
Die Velostrecke Gürbe–Sense beginnt in Amsoldingen und endet in Bern. Die Etappe Gürbe–Sense von Amsoldingen nach Bern ist 38 Kilometer lang, davon verlaufen 34 Kilometer auf Asphalt und 4 Kilometer auf Naturbelag; sie wird als leicht eingestuft.
Im übergeordneten Zusammenhang stehen außerdem Thun, Steffisburg, Uetendorf, Sigriswil, Hilterfingen, Wachseldorn, Oberhofen Am Thunersee und Heiligenschwendi.
Landschaft
Amsoldingen liegt in der Nähe des Thunersees und ist von Bergen umgeben.
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