Sumiswald – Kirchen, Schlossgeschichte und Wege

File:Upper montane sumiswald.jpg File:Upper montane sumiswald.jpg Foto: LFI/WSL via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Sumiswald liegt in der Schweiz, im Bezirk Emmental und im Kanton Bern. Besonders anschaulich wird der Ort an seinen Kirchen, dem Schloss und den Wegen, die Geschichte und Landschaft miteinander verbinden.

Kultur

Die Reformierte Kirche Sumiswald ist eine spätgotische Anlage, deren Bau ab 1510 begann; als Kirche Sumiswald wurde sie von 1510 bis 1512 vom Deutschritterorden im spätgotischen Stil erbaut. Sie gilt als Wahrzeichen des Dorfes und besitzt 23 wertvolle Glasgemälde. Zu ihren prägenden Merkmalen gehören ausserdem Spitzbogenfenster mit künstlerisch wertvollen Glasgemälden.

Schloss Sumiswald wurde auf einem Nagelfluhfelsen über dem Flüsschen Grünen mit einer Kapelle und einem landwirtschaftlichen Gutsbetrieb errichtet. Seine Ursprünge gehen auf eine Schenkung Lütolds von Sumiswald an den Deutschritterorden im Jahr 1225 zurück, verbunden mit der Auflage, eine Herberge für Pilger und Arme zu errichten. Von 1698 bis zur Aufhebung der Landvogtei im Jahr 1798 war das Schloss das Zentrum der gleichnamigen Landvogtei.

Am 23. April 1653 trafen sich in Sumiswald die Bauernausschüsse aus Bern, Luzern, Solothurn und Basel mit rund 1.000 Männern, um den gemeinsamen Bundesbrief zu beraten. Der alte Dorfkern umfasst den Kirchenbezirk und eine dichte Bebauung entlang der Marktgasse. Dort stehen stattliche spätbarocke Krämer- und Gasthäuser, Kaufmannssitze, Gewerbebetriebe und Herrenstöcke aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Der Täuferpfad führt von der Kirche Sumiswald über das Schloss und Chleinegg nach Schönentüel, über die Haretegg weiter zum Schloss Trachselwald und zurück nach Sumiswald. Zehn Informationstafeln vermitteln Geschichte aus Sumiswald mit einem Schwerpunkt auf der Täufergeschichte; unter anderem informieren sie über historische Versammlungsplätze der Täufer in der Gemeinde Sumiswald. Das Täufermuseum Sumiswald wurde 2007 auf dem Hof Haslenbach in Sumiswald eröffnet. Es empfängt Besucher und öffnet nach Voranmeldung für Führungen.

Auf dem Handwerkerweg lernen Besucher traditionelle Handwerksberufe wie Sattlerei, Trachtenschneiderei, Uhrmacherei und Örgelibau kennen und können teilweise selbst aktiv werden. In Workshops lassen sich ein Leder-Schlüsselanhänger oder ein Handy-Täschli selbst herstellen; die Dauer beträgt jeweils 30 Minuten, der Preis CHF 7 pro Person. Das Feuerwehr-Museum des Feuerwehrvereins Sumiswald zeigt historische Handdruckspritzen, Feuerwehrgeräte und Fahrzeuge sowie alte Uniformen und Ausrüstungsgegenstände im ursprünglichen Zustand. Einzelpersonen empfängt das Museum am Mittwochabend nach vorheriger Anmeldung, Gruppen auf Anfrage.

Jeden Sommer findet im Dorfzentrum der Gotthelf-Märit statt, traditionell am zweiten Samstag im Juni. An mehr als 160 Ständen wird traditionelles Handwerk wiederbelebt; dazu kommen volkstümliche Musikvorführungen und regionale Spezialitäten. Die Bahnlinie Grünen–Wasen wurde 1908 eröffnet, ebenso stammen das Stationsgebäude und das Depot aus dem Jahr 1908.

Natur

Der Sädelchehr ist ein 3,5 Kilometer langer Rundweg mit einer Gehzeit von etwa einer Stunde und beginnt am Dorfplatz Sumiswald. Er ist rollstuhlgängig und gut für Kinderwagen geeignet und bietet Ausblicke auf das Dorf Sumiswald und die Berner Alpen. Unterschiedliche Weglängen und Gehzeiten erleichtern den Vergleich zwischen kurzen Rundgängen und längeren Wanderrouten.

Der Holzerwäg ist eine 11 Kilometer lange Wanderroute mit rund 3,5 Stunden reiner Wanderzeit. Ein Teilstück bei Schonegg verläuft auf der alten Verbindungsstrasse Bern–Luzern. Der Bänklirundgang umfasst zwei leichte Rundgänge, die für Familien mit Kindern geeignet sind.

Die Herzroute bietet eine mit Sumiswald verbundene Raderfahrung, während der Spinne-Weg eine mit Sumiswald verbundene, kulturorientierte Wandererfahrung bietet. Sumiswald bietet ausserdem Wander- und Bikemöglichkeiten mit Panoramablicken von der Lüdernalp und dem Hinterarni über das Mittelland, den Jura, die Voralpen und die dahinterliegende Alpenkette.

Die Lüdere Bike 690 beginnt und endet beim Forum Sumiswald. Sie führt hinauf zur Lüderenalp und durch Wälder sowie an Emmentaler Bauernhöfen vorbei zurück nach Sumiswald; unterwegs gibt es Ausblicke über das Emmental in Richtung Jurahöhen und Berner Alpen. In Sumiswald gibt es voralpine Alpwirtschaften mit Verpflegungsmöglichkeiten für Besucher. Die vorgelagerte Landschaft des Napfes bietet bei Sonnenuntergang ein besonderes Besuchserlebnis.

Praktische Orientierung

Die Buslinie 481 fährt ab dem Bahnhof Sumiswald-Grünen in Richtung Wasen i.E., Stegmatt, und hält wenige Meter vor dem Forum Sumiswald an der gleichnamigen Haltestelle. Das Forum Sumiswald ist ein moderner, rollstuhlgängiger Bau mit vielseitiger Infrastruktur. Dort werden Aktivitäten wie Klettern, Sportkegeln, Bogenschiessen, Goldwaschen und Bierbrauen angeboten.

Der Zurich vitaparcours ist eine kostenlose Freiluft-Sportanlage, die rund um die Uhr allen offensteht. Im Start- und Zielbereich der Steinweid gibt es Parkplätze. Ebenfalls in der Steinweid wurde die Brätlistelle 2022 erneuert; sie verfügt über ein Blockhaus, mehrere Tische, viele Sitzgelegenheiten, einen grossen Grill und vorhandenes Brennholz.

Weitere Ortsseiten: Trachselwald, Wyssachen, Walterswil, Lützelflüh, Rüegsbach, Eriswil, Dürrenroth, Huttwil.

Der Schlosshof von Schloss Sumiswald kann jederzeit frei besichtigt werden; die Innenräume sind Übernachtungsgästen vorbehalten.

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