Trachselwald: Zitherkultur, Schlossgeschichte und Wege im Emmental

File:CA KGS 1283 Trachselwald Schloss.jpg File:CA KGS 1283 Trachselwald Schloss.jpg Foto: Chris ALC via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Trachselwald verbindet eine besondere Musiktradition mit einer vielschichtigen Schloss- und Ortsgeschichte. Die ehemalige Landschreiberei ist heute das Schweizer Zither-Kulturzentrum. Es ist das einzige Museum in der Schweiz, dessen Sammlung alle in der Schweiz gespielten Zithern von den Anfängen bis zur Gegenwart zeigt. Zum Bestand gehören 111 Instrumente, die mehr als 250 Jahre Entwicklungsgeschichte und Kultur der Zither dokumentieren. In einer anderen Zählung umfasst die Sammlung rund 110 Instrumente, die mehr als 300 Jahre Entwicklungsgeschichte und Kultur der Zither dokumentieren. Im Zentrum finden regelmässig Wechselausstellungen, kulturelle Veranstaltungen und Konzerte statt; öffentliche Sonntagsführungen werden von einem Konzert begleitet. Sie können die Instrumente dort auch selbst spielen.

Kultur

Schloss Trachselwald wurde im 12. und 13. Jahrhundert von Freiherren erbaut, zu Verteidigungszwecken eingerichtet und bis ins 20. Jahrhundert auch als Gefängnis genutzt. Mehrere Schautafeln und Hörstationen informieren über den Bauernkrieg und die Täuferverfolgungen. Im ehemaligen Untersuchungsgefängnis des Amtsbezirks Trachselwald befindet sich die Ausstellung „Wege zur Freiheit“. Das Gefängnis aus Mittelalter und Neuzeit kann im Bergfried gegenüber der Ausstellung besichtigt werden. Der Bergfried ist zudem auf eigene Gefahr frei zugänglich. Die Ausstellung „Wege zur Freiheit“ ist bis Ende Oktober 2026 täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Auch die Kirche Trachselwald trägt die Ortsgeschichte sichtbar in sich. Nach dem Gesamtumbau von 1686 erhielt sie ihre heutige Gestaltung. Aus dieser Zeit stammt die Deckenmalerei im Innern; ausserdem befindet sich dort die Grabplatte von May. Das Dorf Trachselwald ist im Bundesinventar der geschützten Ortsbilder von nationaler Bedeutung, ISOS, aufgeführt.

Der literarische Bezug reicht bis ins benachbarte Heimisbach. Die Simon Gfeller Stiftung betreut den dichterischen Nachlass von Simon Gfeller. Im alten Schulhaus Thal besuchte er von 1875 bis 1884 die Schule; seit 1970 besteht dort eine Gedenkstube. Das Simon-Gfeller-Museum zeigt sein literarisches Werk mit Büchern und Theaterstücken sowie einen Teil seines Nachlasses, darunter Briefe, Manuskripte, Tagebücher, Entwürfe und Fotografien. Das Talgebiet Dürrgraben wurde am 1. Januar 1968 in Heimisbach umbenannt, nachdem die Bewohner beschlossen hatten, damit den Schriftsteller Simon Gfeller zu ehren.

Natur

Mehrere Wege erschliessen das Emmental mit unterschiedlichen thematischen und körperlichen Schwerpunkten. Der Wanderweg „Mammutjagd im Heimisbach“ führt von Trachselwald nach Kramershaus und weiter in Richtung Zollbrück bis Geilisguet. Die Bushaltestelle für den Wanderweg „Mammutjagd im Heimisbach“ ist Heimisbach, Wagnershaus. Der Täuferpfad ist rund acht Kilometer lang und führt zu zehn historischen Schauplätzen mit zehn Informationstafeln. Seine Route verläuft von Sumiswald über die Haretegg zum Schloss Trachselwald und von dort zurück nach Sumiswald. Dabei verbindet der Täuferpfad ein Naturerlebnis mit einem historischen Rundgang.

Eine Rundwanderung „Rund um Heimisbach“ führt auf den Spuren des Emmentaler Schriftstellers Simon Gfeller. Die Wanderung „Rund um Simon Gfellers Heimisbach“ ist rund 19,7 Kilometer lang und weist 718 Höhenmeter Aufstieg sowie 719 Höhenmeter Abstieg auf. Sie führt von der Station Grünenmatt in Richtung Trachselwald und über ein Nebensträsschen direkt zum Dorfeingang. Auf dem Höhenabschnitt eröffnen sich Ausblicke in waldumschlossene Gräben, auf die Hügelwellen des Emmentals sowie zum Jura und zu den Alpen. Bei Hämlismatt führt die Wanderung durch den Wald und erreicht bei Rötlisberg den offiziellen Wanderweg.

Im Emmental verlaufen Wanderwege über sanfte Hügel und aussichtsreiche Höhenwege durch malerische Landschaften, vorbei an Bauernhöfen sowie durch Wälder und Wiesen. Die Brätlistelle Schwarzenegg ist öffentlich und darf von jedermann genutzt werden. Schloss Trachselwald ist vom Dorf aus über einen markierten Wanderweg in etwa zehn Minuten erreichbar.

Unterwegs

Auch für das Velofahren gibt es konkrete Routenbezüge. Schloss Trachselwald liegt an den E-Bike-Routen 399 und 699 sowie an der Veloroute 94. Im Emmental gibt es mehr als 600 Kilometer gut ausgeschilderte E-Bike-Strecken über und rund um die Hügel. Ein weiterer Weg ist der Emmentaler Bierpfad: Er beginnt in Sumiswald, führt durch aussichtsreiche Hügellandschaften am Schloss Trachselwald vorbei und weiter nach Grünenmatt. Auf dem Bierpfad gibt es fünf Stopps mit regionalen Bieren und passender Verpflegung.

Für den Winter wird der Skilift Giselguet von einer kleinen Gruppe betrieben, die auch die Piste präpariert.

Kulinarik

Der Gasthof Chrummholzbad bietet regionale und saisonale Spezialitäten an. Zu den regionalen Produkten des Emmentals gehören traditionelle Berner Wurstwaren, lokales Bier, Teigwaren, Käse aus Dorfkäsereien und frischer Emmentaler Bienenhonig. Die Zutaten dieser Regionalprodukte stammen zu 80 Prozent aus dem Emmental.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Trachselwald.

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