Fürstenau – historische Stadtanlage und Burgenweg Domleschg
Unterkünfte in Fürstenau
File:Albula Flussmündung in den Hinterrhein, Fürstenau GR – Thusis GR 20190817-jag9889.jpg
Foto: Jag9889 via Source, CC BY-SA 4.0
Fürstenau bewahrt einen historischen Ortskern, der ringförmig als geschlossene Anlage angeordnet ist. Im Ortsbild lässt sich die Entwicklung von einer Höhenburg mit Haupt- und Vorburg zu einer Stadt nachvollziehen. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ist das Ortsbild praktisch unverändert; es ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz verzeichnet.
Kultur
Am Stoffelhaus ist ein Abschnitt der Fürstenauer Stadtmauer freigelegt. Sichtbar ist dort Mauerwerk im Ährenverband, dem opus spicatum. Das Stoffelhaus bewahrt ausserdem gotische Wandmalereien, die in das letzte Viertel des 14. Jahrhunderts datiert werden. Erhalten sind Fragmente einer alttestamentarischen Geschichte mit dem Kampf von Samson gegen den Löwen. Weitere Fragmente zeigen Bauern, Kühe und eine Schafherde.
Eine Besichtigung des Stoffelhauses ist nach telefonischer Vereinbarung möglich. Der Ausstellungsbesuch lässt sich mit einer Führung durch Fürstenau verbinden. Die reformierte Kirche in Fürstenau wurde erstmals 1354 erwähnt. Ihr Kirchenschiff wurde 1715 verlängert und mit Kreuzgratgewölben eingewölbt.
Geschichte
Das Bischöfliche Schloss wurde um 1260 während der Amtszeit des Churer Bischofs Heinrich III. von Montfort erbaut. 1272 wurde es als Wehrbau der Churer Bischöfe errichtet. Fürstenau erhielt 1354 die Stadtrechte und war ein bedeutender Ort an der Septimerroute. Später war der Ort Verwaltungszentrum der bischöflichen Herrschaft im Domleschg und am Heinzenberg.
Das Bischöfliche Schloss liegt direkt am Burgenweg Domleschg. Es befindet sich in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich. Schloss Schauenstein wurde zwischen 1667 und 1676 unter Einbeziehung eines ehemaligen mittelalterlichen Festungsturms erbaut. In Fürstenau wird Schloss Schauenstein als Restaurant und Hotel betrieben.
Landschaft
Zum historischen Umfeld von Fürstenau gehören historische Gärten und regionaltypische Obstanlagen. Die Landschaftsstruktur umfasst Hecken, Trockenmauern und Baumreihen. Im Domleschg führen Velotouren durch eine sonnige Kulturlandschaft mit Obstgärten, historischen Dörfern und zahlreichen Burgen.
Für diese Ausflüge stehen ruhige Nebenstrassen und Radwege zur Verfügung, auf denen sowohl gemütliche als auch sportlichere Touren in Richtung Viamala beschrieben sind. Die Verbindung von Obstgärten, Dörfern, Burgen und Wegen ordnet die Landschaft als Kulturraum mit mehreren unterschiedlichen Streckencharakteren ein.
Wege
Der Burgenweg Domleschg kann etappenweise und in Kombination mit dem Postauto erkundet werden. Er führt durch Fürstenau und verläuft zwischen dem Bahnhof Thusis und dem Bahnhof Rothenbrunnen. Das Bischöfliche Schloss liegt direkt an diesem Weg.
Die Viamala-Schlucht kann zu Fuss über den 62 Meter langen Hängesteg Travestinersteig und eine weitere, weiter südlich gelegene Brücke durchquert werden. Die Domleschger Runde ist ein 24,2 Kilometer langer Rundkurs mit Start und Ziel am Bahnhof Thusis. Ihre Route führt über Fürstenaubrück und Fürstenau.
Eine weitere Rundtour führt von Thusis zur Rheinschlucht über Fürstenau und Fürstenaubrück. Anschliessend verläuft sie entlang des rechten Ufers des Hinterrheins durch das Domleschg zurück nach Thusis. Etappenweg, Rundkurs und Schluchtquerung stehen damit als unterschiedliche Streckenformen nebeneinander und lassen sich nach Länge, Verlauf und Aktivität getrennt betrachten.
Weitere Ziele im regionalen Überblick sind Tschappina, Trans, Thusis, Innerferrera, Splügen, Rodels, Fardün und Pignia.
Besuch
Die PostAuto-Haltestelle Fürstenau, Schloss liegt 65 Meter von Schloss Schauenstein entfernt. Für den Besuch des Stoffelhauses ist eine telefonische Vereinbarung erforderlich; der Ausstellungsbesuch kann mit einer Führung durch Fürstenau verbunden werden. Das Bischöfliche Schloss bleibt als Privatbesitz nicht öffentlich zugänglich.
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