Ruschein: Kirchengeschichte und Bergwege

File:Ruschein-Dorfansicht mit Kirche S. Gieri.jpg File:Ruschein-Dorfansicht mit Kirche S. Gieri.jpg Foto: Dautrich via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Kultur

Ruschein verbindet eine Terrassenlage nördlich von Ilanz mit historischen Sakralbauten und einem Gebiet, das bis auf 1.900 m ü. M. reicht. Die dem heiligen Georg geweihte Kirche von Ruschein bewahrt Malereien im Sterngewölbe des Chors aus dem Jahr 1650. Die Holzplastik des heiligen Georgs entstand Ende des 15. Jahrhunderts.

Der Kirchhügel war bereits in heidnischer Zeit ein Kult- und Opferort. Bei Ausgrabungen im Jahr 1965 kamen dort Mauerreste eines ersten Kirchleins aus dem 7. Jahrhundert ans Licht. Die Antoniuskapelle wurde um 1680 als sechseckiger Zentralbau in malerischer Miniaturausführung erbaut. Zu ihrer Ausstattung gehören eine geschweifte Kuppel, eine Laterne und ein Altar aus dem Jahr 1635.

Die nach Norden ausgerichtete Kapelle St. Maria besitzt ein gewölbtes Schiff sowie einen eingezogenen, dreiseitig geschlossenen und gewölbten Chor. Sie wurde am 19. August 1643 mit einem Altar geweiht, ist täglich geöffnet und frei zugänglich.

Geschichte

Die Burgruine Frauenberg liegt auf einem breiten Höhenrücken südwestlich der Georgskirche von Ruschein. Erhalten sind eindrückliche Reste der Umfassungsmauer. Die Anlage könnte zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert entstanden sein; für die Ruine werden öffentliche Gruppenführungen ab zwei Personen angeboten.

Seit 765 ist Ruschein urkundlich belegt. Über Jahrhunderte war der Ort ein von Landwirtschaft sowie der Bewirtschaftung von Wäldern, Wiesen, Weiden und Alpen geprägtes Bauerndorf.

Landschaft

Das weitere Umfeld von Ruschein ist gebirgig und umfasst alpine Weidegebiete wie die Alp da Ruschein, Plaun Grond, Alp Dado und Tarschinas. Von der Alp da Ruschein führt ein steiler Pfad über die Fuorcla da Sagognin in das Alpgebiet Vorab. Für Ihre Planung lassen sich die Angebote nach Landschaft, Wegart und Umfang unterscheiden, ohne die kulturhistorischen Ziele aus dem Blick zu verlieren.

Die Selbstbedienungs-Imbiss-Hütte „Tancadi“ Run Giosch liegt auf 1.650 m ü. oberhalb von Ruschein und Ladir. Dort gibt es warme und kalte Getränke sowie kleine Snacks.

Wege

Der rund 75 Kilometer lange Wanderweg Via Glion führt in sieben abwechslungsreichen Etappen durch alle 13 Fraktionen der Gemeinde Ilanz/Glion und verläuft mitten durch die Dörfer. Die erste Etappe führt von Ilanz hinauf nach Ruschein, auf der alten Verbindungsstrasse weiter nach Ladir und anschließend auf einem Waldweg in Richtung Siat.

Auf dieser ersten Etappe stehen 13 Informationstafeln mit Audio- und teilweise Videoinhalten auf Deutsch und Rätoromanisch. Der markierte Schneeschuh-Trail bei Ladir verläuft über Crusch und Cuolms da Ruschein zur Alp Muota sowie weiter über Gandatscha und Darpiuns zurück zur Pfarrkirche St. Zeno in Ladir.

Auf einer Fahrradtour führen abwechslungsreiche Singletrail-Abfahrten über Ruschein hinunter nach Ilanz. Weitere Ziele: Tujetsch, Obersaxen, Rueun, Schnaus, Disentis/Mustér, Siat, Suraua, Medels Im Oberland.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Surselva.

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