Vignogn – Bergsiedlung mit Kulturgeschichte
Vignogn liegt in einer geschützten Schlucht am Abhang des Piz Sezner. Die Bergsiedlung am Ostabhang reicht bis zum Glenner hinunter und umfasst einen Höhenbereich von 918 bis 2.311 Metern über Meer; zugleich ist sie ein Bergbauerndorf an der Hauptverkehrsachse des Tals. Das milde Klima begünstigt in Vignogn die Landwirtschaft; die Viehzucht wird dort gepflegt.
Weitere Orte desselben übergeordneten Bereichs sind Rueun, Breil-Brigels, Sumvitg, Surcuolm, Laax, Laax, Valendas und Obersaxen.
Landschaft
Die naturbelassene Maiensässlandschaft und die Wanderwege rund um Vignogn bieten Erholungsräume für den Tourismus. Oberhalb von Vignogn liegt die Tufflandschaft: Durch das Fliessen kalkreichen Wassers lagerten sich dort über Jahrhunderte und Jahrtausende meterdicke, brüchige Schichten ab, auf deren Weiden viele seltene Blumen wachsen. Crap Marsch / Kindlistein ist ein Ausflugsziel oberhalb von Vignogn auf 1.630 Metern Höhe. Crap Marsch liegt in einer Sackungslandschaft mit tiefen Schrunden, Abrissen, zerborstenen Felsen, kleinen Mooren und Tümpeln und besteht aus Sandkalken und Kalkschiefern des gotthardmassivischen Lias.
Kultur und Geschichte
In Vignogn wurden die Kirche Sogn Flurin und die Kapelle Sogn Gudegn bereits 1345 als Filialen von Pleif erwähnt. Die heutige spätgotische Kirche ersetzte um 1500 einen früheren Kirchenbau, wurde neu gebaut und vergrössert und enthält einen gotischen Altar aus dem Jahr 1516. Im Chor der Kirche befindet sich ein von Jörg Kändel signierter Flügelaltar. An den Chorwänden befindet sich eine Freskenserie, die Hans Ardüser im Jahr 1595 schuf.
Die Kapelle Sogn Gudegn wurde 1648 erbaut und am 16. Mai 1649 mit einem Altar geweiht; in ihr befindet sich eine kleine Rokoko-Orgel aus der Pfarrkirche. Westlich der Kapelle Sogn Gudegn ist ein grosser Mörserstein in einer Mauer eingebettet. Der weiss-graue Granitblock ist etwa 85 Zentimeter lang, 45 Zentimeter hoch und 30 Zentimeter breit; er könnte bereits in prähistorischer Zeit als Frucht- und Getreidemörser oder möglicherweise als Kultstein gedient haben. Die Sentupada Lumnezia verfügt über eine Turn- beziehungsweise Mehrzweckhalle, die für Veranstaltungen und Feste, Teamspiele, Tanzen, Turnen, Theaterspielen, Musizieren, Singen, Gymnastik und Yoga sowie bei schlechtem Wetter genutzt werden kann.
Wege und Winter
Die gedeckte Holzbrücke Punt Sum Fistatg wurde 1897 von der Gemeinde Vignogn erbaut und verbindet Vignogn mit Surcasti auf der anderen Talseite. Schmale, nur für Fussgänger begehbare Pfade führen durch die Schlucht zu diesem Übergang. Der Schlittelweg Patiarm–Vignogn ist als einfach eingestuft, 3,9 Kilometer lang und dient zugleich als Winterwanderweg. Die Postautolinie 90.441 zwischen Ilanz und Vrin hält in Vignogn. Für den Schlittelweg gibt es in Vignogn nur begrenzte Parkmöglichkeiten; die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird empfohlen.
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