Meggen entdecken: Kultur, See und Wege
Schloss Meggenhorn liegt auf einer Landzunge über dem Luzerner Seebecken und ist von einem Park umgeben. Das Schlossgut ist seit dem Erwerb durch die Gemeinde Meggen im Jahr 1974 öffentlich zugänglich; die Parkanlage von Schloss Meggenhorn ist ganzjährig öffentlich zugänglich.
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Kultur
Schloss Meggenhorn erhielt seine heutige Form in den Jahren 1868 bis 1870 nach dem Vorbild des Loire-Schlosses Château de Chambord. Die neugotische Schlosskapelle stammt aus dem Jahr 1886. Im Museum werden private Wohnräume, dokumentarische Tonaufnahmen und Ausstellungen genutzt, um die ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Geschichte des Schlosses vorzustellen. Geführte Rundgänge durch das Wohnmuseum geben Einblick in die Lebenswelt der Noblesse des 19. Jahrhunderts und der Besitzerfamilie Frey-Baumann.
Die Piuskirche wurde von 1964 bis 1966 nach Plänen des Schweizer Architekten Franz Füeg erbaut. Der fensterlose Bau besteht aus griechischem Marmor; die 888 Platten wurden in Carrara in Italien geschnitten und geschliffen. Die ab 1921 im neubarocken Stil erbaute Villa St. Charles Hall und ihre ausgedehnte Parkanlage mit kunstvollen Statuen stehen unter kantonalem Denkmalschutz. In der Villa finden regelmässig öffentliche und private Veranstaltungen statt; ausserdem bietet sie einen rund 45-minütigen Rundgang zur Geschichte des Anwesens sowie zu seinen Erbauern und Besitzern.
Die Magdalenenkirche wurde 1776 und 1777 vom österreichischen Baumeister Jacob Singer erbaut. Ihr Geläut wurde 1820 um eine vierte Glocke ergänzt. Der Englische Friedhof wurde 1874 vom in Luzern wohnhaften Engländer Adolph Brandt als letzte Ruhestätte für seine jung verstorbene Tochter errichtet. Zu ihm gehört eine Kapelle im Stil der englischen Neugotik; der Friedhof steht unter eidgenössischem Denkmalschutz.
Die Kapelle «Unserer Lieben Frau auf der Platten» wurde 1520 auf einer Sandsteinplatte erbaut, die ihr den Namen gab. Früher war sie ein beliebter Wallfahrtsort, worauf die zahlreichen Votivbilder hinweisen. Auf der St.-Nikolaus-Insel befindet sich eine Statue des heiligen Nikolaus von Myra, des Schutzpatrons der Fischer und Seefahrer; die Statue stammt aus dem 14. Jahrhundert. Die Habsburger erbauten um das Jahr 1200 auf der Altstad-Insel eine Befestigung. Diese wurde 1240 zerstört, heute ist von ihr nur noch eine Ruine zu sehen.
Der Name Altstad bezeichnet eine alte Landestätte, an der Waren wegen des zu seichten Ufers für grosse Nauen in kleinere Boote umgeladen wurden. Die sanierte Kreuztrotte steht an der Strasse; ihr Name verweist auf das Treten von Trauben sowie auf das Keltern beziehungsweise Pressen von Trauben und Obst.
Wein und Kunst
Der Weinbau in Meggen hat eine lange Tradition, die durch eine Urkunde von 1585 belegt ist. Bedeutende Rebberge liegen heute im Sitenrain, beim Schloss Meggenhorn und im Letten. Das Weingut Sitenrain betreibt in Meggen auf 5,5 Hektaren biologischen Weinbau und bietet Wein-Degustationen mit Spezialitäten aus der Region und aus Sizilien an.
Im Benzeholz finden regelmässig Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst direkt am Vierwaldstättersee statt. Seit 1989 zeigt das Benzeholz Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur und Installationen, insbesondere von Künstlerinnen und Künstlern aus der Zentralschweiz.
Natur
Der Meggerwald erstreckt sich über Adligenswil, Udligenswil, Küssnacht und Meggen sowie über zwei Kantone. Er bietet abwechslungsreiche Wege und Ausblicke auf die Alpen und den See. Zugleich weist der Wald eine hohe Biodiversität auf und umfasst viele schützenswerte Flachmoore sowie Laichgebiete von Amphibien. Im Weiher Schwerziried finden Libellen, Ringelnattern, Insektenlarven und Kleinkrebse Lebensraum.
Der rund 1,7 km lange Naturlehrpfad im Meggerwald ist ein Rundweg über die einheimische Flora und die Holzarten des Waldes. Der Megger Fröschenweg folgt dem Lebensraum des Grasfrosches, verläuft zu einem grossen Teil durch den Meggerwald, dauert etwa eine Stunde und ist für Kinderwagen geeignet. Er beginnt beim Restaurant Badhof und endet beim Felseli; für den Rückweg kann man zu Fuss zum Restaurant Badhof gehen oder den Bus nehmen.
Die Megger Entdeckertour ist ein mehr als 15 km langer Fussweg rund um das Dorf, der Aussichtspunkte, historische Einblicke, Weiher, bemerkenswerte Bäume und stattliche Häuser miteinander verbindet. Die leichte Wanderung «Via Meggen zum Dietschiberg» ist 15,26 km lang, beginnt im Zentrum von Meggen und endet am Bahnhof Luzern. Für Ihre Planung stehen damit kurze Rundwege, etwa einstündige Wege und längere Strecken nebeneinander; unterschiedliche Weglängen und Dauern erleichtern den Vergleich.
See und öffentliche Orte
Die Badi Meggen ist ein öffentliches Strandbad im denkmalgeschützten Fischerdörfli Benzeholz mit Liegewiese, Sandstrand und mietbaren Kabinen. Die öffentliche Badeanstalt besteht dort seit 1906. Der Golfplatz Meggen ist ein öffentliches Naherholungsgebiet mit einem 9-Loch-Platz, einem 6-Loch-Platz, Übungsanlagen, einem Gasthaus, einem Fussweg rund um die Anlage und zwei Feuerstellen.
Die Lindenhöhe lädt zum Verweilen ein und bietet einen wunderbaren Blick auf die Voralpen.
Wege und Anreise
Schloss Meggenhorn ist mit dem Velo, zu Fuss oder mit dem Schiff erreichbar; die Zahl der Parkplätze ist begrenzt. Vom Bahnhof Luzern fährt der Bus Nummer 24 bis zur Haltestelle Lerchenbühl; von dort führt ein ausgeschilderter Fussweg von etwa 15 Minuten zu Schloss Meggenhorn. Zum Naturlehrpfad fährt man mit dem Bus Nummer 24 bis zur Haltestelle Tschädigen; von dort erreicht man die Anfangstafel über einen ausgeschilderten Fussweg von etwa 10 Minuten.
Ein Wanderweg führt von Luzern nach Meggen entlang der Seepromenade; am Englischen Friedhof kann man eine Pause einlegen.
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