Neuenburg: Kultur, Seen und Wanderwege

Historical view of Neuchâtel from the lakeshore Historical view of Neuchâtel from the lakeshore Foto: Anonym/e Künstler/in via Wikimedia Commons, Public domain

Neuenburg verbindet eindrucksvolle Landschaften mit einer Geschichte, die bis in die Vorgeschichte reicht. Die UNESCO-anerkannte uhrmacherische Stadtplanung von Le Locle und La Chaux-De-Fonds spiegelt die Entwicklung der Städte rund um die Uhrmacherei wider. Parallele Stadtstreifen gehen dort in ineinander übergehende Wohnhäuser und Werkstätten über. Das Wissen und Können der Uhrmacherei sowie der mechanischen Kunst wurde 2020 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. In der Schweiz konzentriert sich dieses Wissen entlang des Jurabogens, einschließlich des Kantons Neuenburg.

Kultur und Geschichte

Das Laténium vermittelt anhand seiner Sammlungen mehr als 50.000 Jahre Geschichte von der Vorgeschichte bis zur Moderne. Der archäologische Park des Laténium gibt einen unmittelbaren Einblick in frühere Siedlungsformen. Im Kanton Neuenburg befinden sich etwa fünf der 56 Schweizer UNESCO-Stätten der prähistorischen Pfahlbauten rund um die Alpen.

In La Chaux-de-Fonds präsentiert das Musée international d'horlogerie 4.000 Objekte, darunter Sonnenuhren und Atomuhren. Im Val-de-Ruz führt das Netz Les chemins chouettes über sieben didaktische Wege, auf denen sich das kulturelle und natürliche Erbe der Region entdecken lässt. In Môtiers vermittelt die Maison de l'Absinthe die botanischen Ursprünge des Absinths, seine Verkostungsrituale, seine Zeit der Illegalität und seine Rolle im lokalen Leben. Ein Besuch kann dort mit einer Verkostung oder einem Aufenthalt an der Bar fortgesetzt werden.

Landschaft und Wasser

Der Kanton Neuenburg erkennt den Creux du Van wegen seines außergewöhnlichen landschaftlichen, geologischen und ökologischen Werts an. Der felsige Talkessel ist mehr als einen Kilometer groß und entstand durch die Erosion von Wasser und Eis. Senkrechte Felswände ragen mehr als 160 Meter auf; das 360-Grad-Panorama reicht über die Seen des Mittellands, die Alpen, die Juratäler und Frankreich. Die vielfältige Flora und Fauna umfasst unter anderem Steinböcke, Gämsen, Luchse und Murmeltiere.

Der Zugang zum Creux du Van umfasst 14 Kilometer und 14 Haarnadelkurven, wobei einige An- und Abstiege Ausdauer erfordern. Von den Bahnhöfen in Noiraigue, Travers, Champ-du-Moulin, Bevaix und Saint-Aubin führen Wanderwege zum Aussichtspunkt. Die Uferlandschaft am östlichen Teil des Neuenburgersees ist durch Buchten, Schilfflächen und einladende Wege geprägt.

Die Drei-Seen-Region verbindet den Bielersee, den Neuenburgersee und den Murtensee über den Zihl- und den Broye-Kanal. Der Neuenburgersee bedeckt 220 km² und ist der größte vollständig in der Schweiz gelegene See. Für den Lac de Neuchâtel werden außerdem 218 km² Fläche, eine maximale Tiefe von 152 Metern und eine Länge von 38,3 Kilometern angegeben.

Auf dem Lac de Neuchâtel verkehren Passagierschiffe mit 18 angefahrenen Stationen. Eine Fahrt über den gesamten See von Neuenburg über Estavayer-le-Lac nach Yverdon-les-Bains dauert gut drei Stunden. Ein Wanderweg verbindet Vaumarcus und Marin entlang des Neuenburgersees, der außerdem die Möglichkeit zum Stand-up-Paddling bietet.

Wandern und Wege

Die Wanderung durch die Gorges de l'Areuse führt von Noiraigue nach Boudry über 12 Kilometer und dauert etwa 3 Stunden und 7 Minuten. Die Route verläuft über Steinbrücken, Fußstege, Treppen, felsige Engstellen und eindrucksvolle Felswände. Von Neuenburg aus ist sie mit dem Zug nach Noiraigue oder Champ-du-Moulin erreichbar; von Boudry ist die Rückfahrt mit der Straßenbahn möglich. Unterschiedliche Streckenlängen und Verkehrsmittel lassen sich hier unmittelbar miteinander vergleichen.

In den Gorges de la Poëta-Raisse führt eine Route an der Rousseau-Kaskade und ihrer gleichnamigen Grotte vorbei und durch eine Folge enger Schluchten und Kaskaden. In der näheren Umgebung verläuft ein 35 Kilometer langer Wanderweg am Nordufer des Neuenburgersees. Im weiteren regionalen Umfeld verbindet eine Radtour den Bielersee, den Murtensee und den Neuenburgersee über überwiegend für Fahrräder vorgesehene Wege mit Asphalt- oder Schotterbelag.

Aktivitäten und Jahreszeiten

Die fünf Kilometer lange Wanderung zum Saut du Doubs ab Les Brenets ist als familienfreundlich und einfach eingestuft. Der Saut du Doubs ist der höchste Wasserfall des Juramassivs. Eine andere Landschaft zeigt der Lac des Taillères nahe La Brévine: Er liegt auf 1.039 Metern Höhe in einem von Tannen und Weiden gesäumten Gebiet. Sie erreichen ihn mit dem Auto, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf Langlaufski. Im Winter verwandelt sich der Lac des Taillères häufig in eine natürliche Eislaufbahn.

Das Skigebiet La Robella verfügt über neun markierte Ski- und Snowboardpisten mit einer Gesamtlänge von 20 Kilometern. Vom Sessellift ab Buttes bietet La Robella Zugang zu Wanderwegen am Nordhang des Chasseron.

Handwerk und regionale Spezialitäten

Das Écomusée de la pêche et des poissons zeigt eine umfangreiche Objektsammlung an einem ehemaligen Fischereistandort. Es befindet sich in einem geschützten Naturgebiet nahe dem Hafen von Bevaix. Die Ferme du Grand-Cachot-de-Vent beherbergt eine Kunstgalerie in einem der ältesten Bauernhäuser des Kantons Neuenburg und bewahrt die Erinnerung an frühere Bewohner wie Pioniere, Bauern, Uhrmacher, Holzfäller und Klöpplerinnen.

Der Séchoir à absinthe wurde 1893 von den Brüdern Barrelet zur Trocknung von Pflanzen errichtet und ist heute als historisches Denkmal eingetragen. In Boveresse zählt er zu den letzten Absinth-Trockenböden im Val-De-Travers. Der Rundgang im Séchoir à absinthe erläutert die Arbeitsorganisation rund um den Anbau von Absinth.

Die Führung «Découverte du patrimoine de l’absinthe» beginnt bei der Distillerie Persoz in Couvet und endet beim Séchoir à Absinthe in Boveresse; sie umfasst sechs Absinthverkostungen. Bei den Mines d'asphalte können Besucher die lokale Spezialität jambon cuit dans l'asphalte verkosten. Ein Rundgang durch die Mines d'asphalte führt außerdem durch unterirdische Stollen, die mit der historischen Gewinnung von Asphalt verbunden sind.

Das Musée de la vigne et du vin im Château de Boudry vermittelt die Entwicklung der Weinbereitung, den Rebenanbau und die Schweizer Weinbautraditionen. Die kantonale Önothek im Château de Boudry bietet Verkostungen von Weinen aus dem Neuenburger Weinbaugebiet an. Das Musée régional du Val-de-Travers – Musée des Mascarons präsentiert in etwa zehn Räumen die reiche Uhrmachergeschichte des Val-de-Travers. Es befindet sich in einem Patrizierhaus, das in der Mitte des 18. Jahrhunderts wiederaufgebaut wurde.

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