Obwalden entdecken: Seen, Bergwege und Kulturerbe
Liächtägel-Brücke, Flüeli-Ranft, Sachseln, Obwalden, Schweiz
Foto: Orchid59 via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Obwalden liegt in der Zentralschweiz, überwiegend im Tal der Sarner Aa südlich des Vierwaldstättersees. Zum Kanton gehört außerdem eine Exklave rund um Engelberg. Ganz oder teilweise in Obwalden liegen der Vierwaldstättersee, der Sarnersee, der Lungerersee, der Wichelsee, der Tannensee und der Melchsee. Zahlreiche Gipfel, Wälder, Wiesen und Seen laden dazu ein, die Natur der Region zu entdecken; große Teile des Kantons sind von den Unterwaldner Voralpen und den Urner Alpen geprägt. 42 Prozent der Fläche Obwaldens bestehen aus Wald, während sich rund um den Glaubenberg die größte Moorlandschaft der Schweiz erstreckt.
Das regionale Gefüge umfasst die Unterregionen Engelberg, Giswil, Sarnen, Sachseln, Lungern, Melchsee-Frutt, Kerns und Alpnach.
Landschaft und Wege
Obwalden bietet zahlreiche Wanderwege für Genusswanderer ebenso wie für anspruchsvollere Wanderer und verfügt über rund 1.000 Kilometer Wanderwege. Der Obwaldner Höhenweg ist eine mehrtägige Wanderung, die vom Pilatus rund um das Sarneraatal bis zum Stanserhorn führt. Auf dieser Strecke findet sich eine Mischung aus alpiner Flora und Fauna. Die unterschiedlichen Weglängen und Wegformen reichen damit von kurzen Erlebnis- und Lehrpfaden bis zu mehrtägigen Wanderungen.
Eine Triangulationspyramide markiert auf der Älggialp den geografischen Mittelpunkt der Schweiz. Von Sachseln führt eine schmale und gut befestigte Bergstraße auf die Älggialp. Dort gibt es außerdem einen rund 1,5 Kilometer langen Erlebnispfad mit Informationen über das Gebiet rund um den Mittelpunkt der Schweiz. Auf dem Moorbäer-Lehrpfad informieren mehr als 20 Stationen über die Tier- und Pflanzenwelt des Moors.
In einem Mosaik aus Trockenwiesen von nationaler Bedeutung haben nachweislich über 100 Arten tagaktiver Schmetterlinge ihren Lebensraum. Auf 17 Informationstafeln finden sich Beschreibungen besonders auffälliger tagaktiver Schmetterlinge. Die Angaben zu Länge, Dauer und Inhalt der Wege bilden unterschiedliche Formen der Naturbeobachtung und Bewegung ab.
Kultur und Geschichte
Der Hexenturm in Sarnen dient als Staatsarchiv Obwalden und beherbergt das „Weisse Buch von Sarnen“. Dieses gilt als älteste Chronik über die Entstehung der Eidgenossenschaft. Die Audio-Tour „Village Stories“ in Sarnen führt unter anderem zum Hexenturm, zum Pranger und zum Landenberg.
Das Museum Obwalden widmet sich der Geschichte, der Kunst, dem Kunsthandwerk, der Volkskunde und dem Brauchtum Obwaldens. Seine Dauerausstellung umfasst eine vollständig ausgestattete Alphütte und 750 Ausstellungsobjekte; neben der Alphütte kann auch ein Alphorn ausprobiert werden. Zum Kulturerbe im Sarneraatal gehören das Museum Bruder Klaus, die Sammlung Christian Sigrist und das Historische Museum.
In Flüeli-Ranft befindet sich eine Gedenkstätte für Niklaus von Flüe, auch Bruder Klaus genannt, direkt am Jakobsweg. Niklaus von Flüe lebte 20 Jahre im Ranft; dort befindet sich eine hölzerne Eremitenklause. Das Wohnhaus Bruder Klaus in der Schibloch-Matte wurde von Niklaus von Flüe selbst erbaut. Dort lebte er mit seiner Familie, bevor er 1467 sein Einsiedlerleben begann.
Der Weg der Visionen, auch Visionenweg genannt, ist zugleich Wander- und Meditationsweg. Er beginnt beim Geburtshaus von Bruder Klaus in Flüeli und endet an der Grabkapelle in Sachseln. Eine Rundwanderung in Flüeli-Ranft führt zu Orten, die mit Niklaus von Flüe als Mensch, Mittler und Mystiker verbunden sind. Die Älplerchilbi ist ein jahrhundertealtes Älplerfest mit Essen, Musik und Tanz. Der Alpabzug findet in der Regel in der zweiten Septemberhälfte statt und wird nur bei trockenem Wetter durchgeführt.
Berge, Seen und Jahreszeiten
Melchsee-Frutt ist eine Hochebene auf über 2.000 Metern Höhe mit alpiner Landschaft. Im Winter bietet Melchsee-Frutt Skifahren, Snowboarden, Winterwandern und Langlaufen. Im Sommer führen Wanderungen entlang tiefblauer Bergseen. Geführte Höhlentouren ermöglichen Gruppen im Sommer und Winter Einblicke in die unterirdische Karstlandschaft von Melchsee-Frutt.
Auf der Mörlialp stehen 14 Pistenkilometer, je 6 Kilometer Winterwander- und Schneeschuhtrails sowie rund 2,2 Kilometer präparierte Langlaufloipe zur Verfügung. Der Bärgmandlipfad umrundet das Kalkmassiv des Giswilerstocks auf alten Verbindungswegen zwischen den Alpen. Am Sarnersee kann man an familienfreundlichen Stellen schwimmen, Stand-up-Paddling betreiben und Kanu fahren.
Eine 9,4 Kilometer lange Velotour führt am Lungerersee entlang. Ein Rundweg führt um den malerischen Lungerersee. Zum Seilpark gehört ein 12 Meter hoher Pendelsprung; der Seilpark verfügt über sieben Parcours, die ab einem Alter von sechs Jahren bewältigt werden können. Für den Vergleich verschiedener Tage lassen sich damit Seeaktivitäten, Radtour, Rundweg, Kletterparcours, Sommerwanderungen und Wintersport getrennt betrachten.
Unterwegs und vor Ort
Zwischen Zürich und Luzern verkehren die Züge im Halbstundentakt; weiter nach Sarnen fahren sie dreimal pro Stunde. Postautolinien und Bergbahnen erschließen die Dörfer und Gipfel zwischen dem Vierwaldstättersee und dem Lungerersee. Die Schlegelsäge kann über Giswil-Tourismus besichtigt werden. Die Säge in Giswil ist die einzige noch in Betrieb stehende wasserbetriebene Schlegelsäge der Schweiz und vollständig aus einheimischem Holz gefertigt.
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