Rorschach am Bodensee: Kultur, Hafen und historische Wege

Rorschach. Seepark. 2014-02-23 12-13-16.jpg Rorschach. Seepark. 2014-02-23 12-13-16.jpg Foto: Shesmax via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Rorschach verbindet Bodenseeufer, Hafenanlagen und Kulturorte mit einer Geschichte, die bis zu den Rechten des Hafens des Klosters St. Gallen im Jahr 947 zurückreicht. Die Stadt liegt in der Schweiz, im Wahlkreis Rorschach und im Kanton St. Gallen. An der Seepromenade befindet sich ein Foto-Spot der Grand Tour of Switzerland; der Hafen gehört zum Naherholungsgebiet der Stadt und der Region und ist ein wichtiger Begegnungs- und Veranstaltungsort.

Kultur und Geschichte

Das Kornhaus in Rorschach wurde zwischen 1746 und 1749 vom Architekten Johan Casper Bagnato aus Ravensburg für die Fürstabtei St. Gallen erbaut und steht seit 1958 unter Bundesschutz. Das Museum im Kornhaus ist ein Erlebnismuseum zu naturkundlichen, lokalpolitischen und bildungsbezogenen Themen. Es zeigt Häuser aus der Stein- und Bronzezeit, einen Backofen sowie Werkzeuge und Geräte des Alltags. Mehr als 100 interaktive und bildende Studienplätze gehören zum Museum. Experimente zu optischen Täuschungen erklären, wie Augen und Gehirn funktionieren.

Das Forum Würth Rorschach ist der museale Bereich im Würth Haus Rorschach. Auf rund 800 m² Ausstellungsfläche zeigt es regelmässig wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Die Aktivitäten basieren auf der mehr als 20.000 Werke umfassenden Sammlung Würth. Jeden Sonntag um 15 Uhr findet eine Führung durch die aktuelle Ausstellung statt.

Auch die Hafenmole erzählt von der Entwicklung des Ortes: Die geschwungene Anlage wurde 1870 erbaut und mit lokalem Sandstein verkleidet. Der Hafen des Klosters St. Gallen verfügte seit 947 über das Recht, Märkte abzuhalten, Münzen zu prägen und Zölle zu erheben. Kornhausbräu ist eine Spezialitätenbrauerei in der Hafenstadt Rorschach.

Seepark und Bodenseeufer

Der Seepark in Rorschach wurde 1920 angelegt. Dort steht Hermann Hallers Skulptur „Die Schwebende“ („The floating woman“), die 1955 errichtet wurde. Die Skulptur „The Ice Boat“ erinnert an das Zufrieren des Bodensees im Jahr 1963 und an den historischen Eisweg, der Rorschach mit Nonnenhorn verband. Am östlichen bebauten Ufer sind bis heute Sinneserlebnisse aus der Hugo-Kükelhaus-Ausstellung „Phänomena“ von 1987 vorhanden, darunter ein Kreisel und ein Summstein.

Alljährlich findet am Bodenseeufer das Internationale Sandskulpturen-Festival in Rorschach statt. Internationale Künstlerteams gestalten dabei tonnenschwere Sandkunstwerke zu einem bestimmten Motto. Die verschiedenen historischen, künstlerischen und jahreszeitlichen Anknüpfungspunkte liegen damit entlang einer klar erkennbaren Folge von Seepark, Hafen und Ufer.

Unterwegs in Rorschach

Die Rorschach–Heiden-Bergbahn wurde 1875 eröffnet; sie ist eine Zahnradbahn und verbindet Rorschach mit Heiden im Appenzellerland. Die Bahnlinie St. Gallen–Rorschach wurde bereits 1856 mit einem Anschluss an den Hafen gebaut. Ein Ausflug mit der Rorschach–Heiden-Bergbahn lässt sich mit einer Bodenseeschifffahrt von oder nach Rorschach verbinden.

Für kürzere Wege bietet sich der offizielle Stadtrundgang mit einer Dauer von etwa einer Stunde an. Der Baumspaziergang durch die Stadt Rorschach ist 3,8 km lang, dauert 1,5 bis 2 Stunden und ist für Kinderwagen geeignet. Eine E-Bike-Tour startet in Rorschach und führt am Bodenseeufer durch ein Naturschutzgebiet, vorbei an Rebbergen und entlang des Castle Trail. Unterschiedliche Weglängen und Zeitangaben lassen sich für die eigene Tagesplanung klar voneinander abgrenzen.

Umfeld

Goldach, Thal und Arbon liegen in der Nähe von Rorschach. Für die weitere regionale Orientierung führen ergänzende Ortsseiten zu Steinach, Rorschacherberg, Thal, Mörschwil und Goldach.

Historische Badhütte

Die historische Badhütte Rorschach war eine hölzerne Badeanlage, die 1923 und 1924 nach Plänen des Architekten Karl Köppli auf Pfählen im See errichtet wurde und vom Ufer aus nur über eine Brücke erreichbar war. Am 23. Dezember 2024 wurde sie durch einen Brand vollständig zerstört; die Stadt Rorschach beabsichtigt, das historische Gebäude möglichst bald wieder aufzubauen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Rorschach.

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