Eggersriet – Landschaft, Geschichte und Wanderwege

File:Eggersriet Panorama von Süden.jpg File:Eggersriet Panorama von Süden.jpg Foto: EtschPat via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Eggersriet ist eine langgestreckte Siedlung am Südhang des Rorschacherbergs, etwas oberhalb und östlich von St. Gallen an der Strecke zwischen St. Gallen und Heiden. Zur Ortschaft gehören die Dörfer Eggersriet und das st. gallische Grub sowie der Weiler Egg.

Landschaft und Geologie

Die eiszeitlich geschliffenen Hänge von Eggersriet liegen in sonniger, nebelfreier Höhenlage; ihr Klima wird vorwiegend durch das Säntisgebirge beeinflusst. Die lokale Geologie umfasst Nagelfluh, Sandstein und Mergel, die aus Ablagerungen von Geröllen und Sedimenten aus früheren Erdzeiten hervorgegangen sind. Für Eggersriet ist außerdem eine besondere Sandsteinform charakteristisch, die durch die Verhärtung von Sand nach dem Rückzug des Meeres entstanden ist.

Auf dem Rossbüchel und der Eggersrieter Höhe wurden die höchstgelegenen Vorkommen der eigentümlichen Molasseform „Seelaffe“ festgestellt. Wer Landschaft nicht nur als Panorama, sondern auch in ihren geologischen Schichten liest, findet hier mehrere klar benannte Anknüpfungspunkte für eine ruhige, genaue Betrachtung.

Geschichte und Kultur

Eggersriet wurde 1260 erstmals als „Egglinsriet“ erwähnt. Die Fürstabtei St. Gallen erwarb dort 1431 Güter und Rechte von den Herren von Rorschach und 1474 auch vom Bischof von Konstanz. Zur historischen Wirtschaft Eggersriets gehörten die Landwirtschaft und der Sandsteinabbau in Underbilchen; ab dem 19. Jahrhundert gewannen Milchwirtschaft und Heimindustrie zunehmend an Bedeutung.

Im Ortsbild steht der Kirchturm als Wahrzeichen der Ortschaft Eggersriet. Auf dem Bergkamm des Rossbüchels steht seit mehr als einem Jahrhundert eine Kapelle zu Ehren der Muttergottes von Lourdes. Die Lourdeskapelle auf dem Rossbüchel wurde am 15. August 1892, dem Festtag Maria Himmelfahrt, nach einer Prozession zur neuen Kapelle kirchlich geweiht. Von 1964 bis 1966 wurde sie umfassend renoviert und um eine Sakristei erweitert.

Die katholische Pfarrkirche St. Anna in Eggersriet wurde mehrfach um- und neugebaut. Ihre archäologische Fundstelle ist geschützt, weil Reste von Vorgängerbauten von Kirchen und Kapellen als wichtige Zeugen der Religions- und Geistesgeschichte gelten.

Chronik

Die Chronikstube Eggersriet ist eine Institution der politischen Gemeinde mit einem Archiv und einer Begegnungsstätte im Untergeschoss des Gemeindehauses Eggersriet. Die 1991 gegründete Chronikstube hält möglichst viel aus der Gemeinde in Wort und Bild fest, wertet es aus und stellt es der Öffentlichkeit zur Verfügung. Ihre Arbeit vermittelt sie durch Ausstellungen, Zeitungsartikel, eine Schriftenreihe, Festschriften und die Bereitstellung von Unterlagen für Diplomarbeiten auf jeder Stufe.

Weitere Ortsseiten führen zu Gossau, Waldkirch, Abtwil und Sankt Gallen.

Wanderungen

Auch entlang der Wanderroute Rorschach–Eggersriet–Vögelinsegg ist die markante „Grubenmann-Kirche“ in Eggersriet von weitem sichtbar. Das Pfarrhaus von 1796 gilt in Eggersriet als sehenswert.

Die Wanderung „Öber d‘ Hängebrogg zwöschet Grueb SG und Grueb AR“ beginnt an der Postautohaltestelle Eggersriet, Oestran, und führt zur Eggersrieter Höhe sowie zum Fünfländerblick. Auf der Wanderung von Eggersriet zum Fünfländerblick kann man unterwegs zwischen den Baumwipfeln immer wieder den Bodensee sehen. Westlich der Kirche führt die Wanderroute Rorschach–Eggersriet–Vögelinsegg über Wiesenhänge hinab ins Goldachtobel und zur Aachmüli.

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