Thayngen entdecken: Steinzeit, Kulturerbe und Natur

File:Haus zum Sternen in Thayngen SH.jpg File:Haus zum Sternen in Thayngen SH.jpg Foto: JoachimKohlerBremen via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Thayngen ist ein Dorf und eine Gemeinde im Kanton Schaffhausen in der Schweiz. Die Landschaft verbindet prähistorische Spuren, ausgewiesene Naturgebiete und Wege durch eine ländlich geprägte Umgebung. Für 2006 sind 52,2 % der Fläche als Landwirtschaftsfläche und 28,9 % als Wald ausgewiesen. In Thayngen liegen ausserdem die beiden Toteisseen Morgetshofsee und Rudolfersee.

Natur und Wege

Der Morgetshofsee ist ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung und im Bundesinventar erfasst. Als Amphibienlaichgebiet weist er acht nachgewiesene Arten auf; zugleich bietet er seltenen Laubfröschen, zahlreichen Libellen und Wasservögeln Lebensraum. An der Wanderroute von Thayngen nach Opfertshofen liegt das Cherzenstübli mit Aussicht auf den Hegau. Ebenfalls an dieser offiziellen Wanderroute befindet sich das Churzloch.

Der Steinzeitpfad beginnt bei der Fundstelle Kesslerloch westlich des Bahnhofs Thayngen und ist ab dem Bahnhof ausgeschildert. Eine Runde ist 8,4 Kilometer lang und dauert etwa 2 Stunden und 7 Minuten. Der Grosse-Runde-Steinzeitpfad führt entlang der Wäierhaalde und der anschliessenden Weierwiesen; dort vermittelt das national bedeutende Flachmoor ein Stück ursprünglicher Landschaft. Die unterschiedlichen Weglängen und Themen helfen, die Ausflugsplanung nach Zeit und Interesse zu ordnen.

Der Biberweg in Thayngen ist ein interaktiver Weg für Familien, Schülerinnen und Schüler aller Stufen sowie Naturfreunde. Er beginnt am Bahnhof Thayngen und ist mit roten Biberschildern ausgeschildert.

Archäologie am Kesslerloch

Thayngen ist mit prähistorischen Funden verbunden: Funde aus der Zeit vor 10.000 Jahren belegen die Anwesenheit steinzeitlicher Jäger. Die prähistorische Schutzhöhle Kesslerloch kann besichtigt werden. Dort wurde auch die Ritzzeichnung des sogenannten «Weidenden Rentiers» bekannt, die weltberühmt wurde. Bei der Fundstelle befindet sich eine Grillstelle mit mehreren Grillstellen, einem WC und Einrichtungen für grössere Gruppen; vom Bahnhof aus ist sie in etwa zehn Gehminuten erreichbar.

Thayngen-Weier gehört seit 2011 zum UNESCO-Welterbe «Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen». Die Siedlung weist drei archäologische Siedlungsschichten auf, die ungefähr in die Zeit von 3800 bis 3600 v. Chr. datiert werden und zur Pfyner-Kultur gehören. Auf der Wanderung von Thayngen nach Dörflingen zeigt der Findlingsweg beschriftete Steine aus der Stein- und Eiszeit; Informationstafeln erläutern ihre Herkunft. Zur gleichen Wanderung gehört die Pfahlbauerhütte, die Teil des UNESCO-Welterbes Weier ist und zeigt, wie die Vorfahren einst auf einfache Weise lebten.

Kultur in Thayngen und Umgebung

Zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten in Thayngen gehören das Reiat Museum mit Goethe-Zimmer, die schönen Fachwerkhäuser und Schloss Thayngen. Schloss Thayngen, auch «Zum Oberhof» genannt, steht in Thayngen und bewahrt einen von ehemals zwei Treppentürmen.

Das Reiatmuseum im Adler zeigt eine heimatkundliche Ausstellung über das Wohnen und Arbeiten in der Region von der Alt- und Jungsteinzeit bis zur Neuzeit. Die Ausstellung umfasst Werkzeuge und Geräte alter Handwerkszweige sowie die vollständig eingerichtete Werkstatt eines Waffenschmieds. Zum Reiatmuseum im Adler gehören ausserdem hauswirtschaftliche Geräte, Möbel, Kleider und Militaria.

Im nahen Bibern öffnet das Schreibmaschinenmuseum für Gruppen, Vereine, Schulklassen und spezielle Wünsche nach vorheriger Absprache. Es ist mit dem SH-Bus Nr. 24 aus Thayngen oder Schaffhausen erreichbar. Gezeigt werden rund 470 Maschinen, von denen Besucherinnen und Besucher den grössten Teil testen können.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Reiat.

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