Dorneck entdecken: Goetheanum, Burgen und Wege im Solothurner Jura
Im Dorneck finden sich Landschaften der Juraberge, Bauwerke, sakrale Orte und Zeugnisse regionaler Geschichte. Der Bezirk des Kantons Solothurn gehört zur Agglomeration Basel und zur als Schwarzbubenland bekannten Amtei Dorneck-Thierstein; Hauptort ist Dornach. Auf 74,70 km² reicht die Höhenlage von 281 bis 898 Metern über dem Meeresspiegel. Zum Dorneck zählen die Orte Dornach, Witterswil, Metzerlen-Mariastein, Seewen und Rodersdorf.
Landschaft und Wege
Im Dorneck-Gebiet der Juraberge prägen die Baselbieter Juralandschaft, ruhige Wälder, bewirtschaftete Wiesen, sanfte Hügel und abwechslungsreiches Gelände das Landschaftsbild. Eine leichte und abwechslungsreiche Wanderung von der Birsebene in den Solothurner Jura gilt als klassische Ganzjahrestour. Gut ausgebaute und beschilderte Wege führen zur Ruine Dorneck; weitere Wanderrouten verbinden mehrere Burgen und verlaufen durch Wald, über Felsenwege und durch Grotten zur Ermitage.
Von der Ruine Dorneck besteht Aussicht über die Region. Zu den Orten mit Panoramablicken im Dorneck-Gebiet zählen der Gempenturm und der Aussichtspunkt Schartenflue. Unterschiedliche Wegarten und die Spannweite zwischen einer leichten Ganzjahrestour und Routen über Felsenwege machen die Landschaft in ihrer Wegführung vergleichbar, ohne dass alle Ausflüge denselben Charakter haben. Die Architekturpfade Dornach–Arlesheim umfassen vier Wege zur selbstständigen Erkundung wesentlicher Wohn- und Zweckbauten im näheren und weiteren Umfeld des Goetheanum.
Kultur und Baugeschichte
Das Goetheanum in Dornach im Bezirk Dorneck ist ein weltweit bekanntes bauliches und geistiges Zentrum der von Rudolf Steiner gegründeten Anthroposophischen Gesellschaft. Eine Dauerausstellung widmet sich seinem künstlerisch-historischen Erbe. Zu sehen sind ein materialgetreues Modell des Ersten Goetheanum im Maßstab 1:20 und Informationstafeln zur Baugeschichte.
In Dornach lässt sich die Entwicklung der anthroposophischen Architektur von den frühen Suchbewegungen über zeittypische Ausformungen der 1970er und 1980er Jahre bis zu aktuellen Tendenzen erleben. Am Goetheanum können allgemeine Führungen, Themenführungen und Kinderführungen gebucht werden. Das Goetheanum ist mit dem Auto und dem Bus erreichbar und liegt 15 Gehminuten vom Bahnhof Dornach-Arlesheim entfernt.
Die Ermitage ist öffentlich zugänglich und vom historischen Ortskern Arlesheims zu Fuß erreichbar. Die Ruine von Schloss Birseck wurde nach 1812 in die Ermitage integriert und als Attraktion des Landschaftsgartens gestaltet; zu ihr gehören ein Rundturm, eine kleine Kapelle mit neogotischen Wandmalereien und ein Schlosshof. Seit 1999 steht die Ermitage unter Denkmal- und Naturschutz.
Die Ruine Rotberg wurde 1918 vom Allgemeinen Consumverein beider Basel gekauft, Mitte der 1930er-Jahre wiederaufgebaut und als Jugendherberge eröffnet.
Geschichte und sakrale Orte
Das Heimatmuseum Schwarzbubenland ist in der alten Dorfkirche St. Mauritius in Dornach untergebracht, die 1301 erstmals schriftlich belegt ist. Das Museum wurde am 12. Juli 1940 als Stiftung mit Sitz in Dornach gegründet. Von nach Ostern bis Ende Oktober ist es sonntags von 15:00 bis 17:00 Uhr geöffnet; Gruppenbesuche mit Führungen sind auch an Werktagen möglich.
Die zweitürmige Kirche St. German in Seewen wurde 1823 erbaut und steht auf dem Kirchhügel über dem Dorfzentrum. Im weiteren Umfeld des Bezirks Dorneck gilt das Kloster Mariastein als Barockkirche mit angeschlossenem Kloster und als nach Einsiedeln zweitwichtigster Wallfahrtsort der Schweiz.
Die Gnadenkapelle in Mariastein erreicht man über eine in den Felsen gehauene Treppe mit 59 Stufen; erstmals ist sie 1434 urkundlich bezeugt. Das Gnadenbild in Mariastein trägt offiziell den Titel „Mutter vom Trost“; Pilger nennen es auch „lächelnde Madonna“. Die Kapelle ist von Ostern bis Allerheiligen täglich von 7:00 bis 20:30 Uhr geöffnet, von Allerheiligen bis Ostern täglich von 7:00 bis 19:15 Uhr.
Museen und regionale Einblicke
Das Museum für Musikautomaten Seewen beherbergt eine der weltweit größten und bekanntesten Sammlungen von Schweizer Musikdosen, Plattenspieldosen, Uhren und Schmuck mit Musikwerk sowie anderen mechanischen Musikautomaten vom 18. Jahrhundert bis heute. Dazu kommen ein abwechslungsreiches Jahresprogramm und kulturelle Veranstaltungen. Öffentliche Führungen sowie Vorführungen von Jahrmarkt- und Tanzorgeln gehören ebenfalls zum Angebot.
Das Museum für Musikautomaten Seewen ist mit dem Bus 67 ab Liestal SBB oder Dornach SBB erreichbar. Der Bus fährt bis zur Haltestelle Seewen/Musikautomaten direkt vor dem Museum oder bis Seewen/Zelgli; kostenlose Auto- und Busparkplätze sind vorhanden. Am Chirsiweg in Nuglar-St. Pantaleon können im Juni und Juli schmackhafte Kirschen aus der örtlichen Landschaft gekauft werden. Im Wanderkontext des Dorneck-Gebiets gibt es am Schlosshof ein Restaurant; eine Route bei der Schartenflue führt an Kirschplantagen vorbei.
Anreise und Besuchsorte
Die Anfahrt zur Ruine Dorneck ist vom Zentrum Dornachs aus ausgeschildert und mit dem Auto möglich. Bei der Burg Rotberg gibt es einen Parkplatz. Mit dem öffentlichen Verkehr erreicht man sie mit der BLT-Tram 10 bis Flüh und anschließender Fahrt mit dem Postauto bis zur Haltestelle „Rotberg“ in Richtung Mariastein.
Der Sagen- und Flurnamenweg in Gempen besteht aus zwei Touren, die mit Texten und Filmen lokale Sagen, Geschichten und Flurnamen vermitteln. Im Dorneck gibt es neben architektonischen und sakralen Orten auch Wege mit regionalen Erzählungen und mechanischer Musikkultur.
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