Rüttenen: Verenaschlucht, Jurafelsen und Kultur

File:Oberrüttenen Kanton Solothurn, im Hintergrund Langendorf und Solothurn.jpg File:Oberrüttenen Kanton Solothurn, im Hintergrund Langendorf und Solothurn.jpg Foto: Christian Boss 1965 via Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Rüttenen ist eine Gemeinde im Bezirk Lebern des Kantons Solothurn in der Schweiz. Auf 516 Metern über Meer liegt der Ort in einer Talweitung des Verenabachs, bevor dieser in die Verenaschlucht eintritt, am Jurasüdfuss und am Fuss des Weissensteins. Zum Gemeindegebiet gehört ein Abschnitt des Jurasüdhanges; südlich von Rüttenen durchbricht der Verenabach die Verenakette in einer Schlucht.

Landschaft und Natur

Nach Norden erstreckt sich das Gelände über Oberrüttenen und den von zahlreichen Felsen durchzogenen Steilhang des Vorbergs bis zum Balmfluhchöpfli und zur Röti. Mit 1.395 Metern über Meer ist die Röti der höchste Punkt der Gemeinde. Zur unmittelbaren Landschaft gehört damit auch der felsige Steilhang des Vorbergs, an dem der Wanderweg wegen eines Felssturzes auf unbestimmte Zeit gesperrt ist. Aus Sicherheitsgründen bittet die Gemeinde darum, eine andere Route zu wählen.

Die Verenaschlucht ist ein bewaldetes Naturschutzgebiet mit teils fast senkrecht abfallenden, teils überhängenden Jurakalk-Felswänden und einem Weg entlang des Baches. Die Verenaschlucht und die Einsiedelei St. Verena sind Orte der Stille, Besinnung und Spiritualität in einem kantonalen Naturschutzgebiet. Im Naturreservat Zettergrube stehen der Erhalt und die Förderung der Geburtshelferkröte sowie anderer Amphibien im Mittelpunkt; zugleich dient das Gebiet als Naherholungsplatz mit einer Grillstelle.

Schlucht und geistige Orte

Die Einsiedelei St. Verena befindet sich am oberen Eingang der Verenaschlucht und gehört politisch zur Gemeinde Rüttenen. Ein gut ausgebauter, 2 Kilometer langer Weg führt dem Verenabach entlang zur Einsiedelei. Die Buslinie 4 fährt vom Solothurner Hauptbahnhof zum Südeingang der Schlucht an der Haltestelle St. Niklaus; von dort führt ein 15-minütiger Spaziergang zur Einsiedelei St. Verena.

Wer mit dem Auto oder Reisebus anreist, wird zu den Parkplätzen beim Restaurant Kreuzen geleitet. Am Südeingang der Verenaschlucht und bei der St.-Niklaus-Kirche gibt es keine öffentlichen Parkplätze für Autos oder Reisebusse. Die verschiedenen Weglängen und Wegformen können Sie für die eigene Planung nebeneinanderstellen.

Die Verenakapelle steht an einer Kalksteinfluh in der Einsiedelei auf dem Gemeindegebiet von Rüttenen und ist als kantonales und nationales Schutzobjekt anerkannt. Nach ihrer Beschädigung durch einen Brand wurde sie restauriert und im September 2020 wiedereröffnet. Die St. Martinskapelle ist nicht allgemein öffentlich zugänglich; während des Jahres finden dort jedoch monatlich öffentliche Gottesdienste statt.

Der 1613 angelegte Kreuzweg führt von St. Niklaus über Kreuzen weiter bis zur Einsiedelei und umfasst 14 Stationen. Der Kalvarienberg bei Kreuzen stellt die Kreuzigung Jesu mit drei Kruzifixen dar und ist Teil dieses 1613 errichteten Stationenwegs. Die Kapelle in Kreuzen ist ein spätgotischer Bau und enthält im Inneren eine Nachbildung der Heiliggrabkapelle von Jerusalem.

Wege und Rundgänge

Die Gemeinde hebt Spazier- und Fahrradausflüge aus Rüttenen in Richtung Balmfluhköpfli hervor. Der Solothurner Megalithweg führt zu 13 imposanten Natur- und Kulturdenkmälern und am Ende durch die Verenaschlucht. Seine Markierung besteht aus weissen Richtungsschildern, Routenfeldklebern, weissen Rhomben und weissen Pfeilen; aufteilen lässt sich die Strecke in zwei Rundwanderungen zu den Stationen 1–8 und 9–13.

Die Martinsflueh ist ein Aussichtspunkt auf die Gemeinde Rüttenen und die Juraschutzzone mit einem sehenswerten Findling. Ein Wanderweg führt über die Martinsflueh zur Verenaschlucht. Am Weg oberhalb der Martinsflue wurden vier römische Fundmünzen entdeckt; an der markanten Felskante oberhalb der Martinsflue, nahe dieser Fundstelle, befindet sich heute eine Feuerstelle.

Kulturspuren

In den ehemaligen Steinbrüchen von St. Niklaus und den Steingruben waren einst mehr als 300 Arbeiter mit dem Abbau von «Solothurner Marmor» beschäftigt. Der Waldpark Wengistein liegt auf dem Gemeindegebiet von Rüttenen. Er geht auf die Aufstellung des Wengistein-Denkmals im Jahr 1813 zurück und wurde um 1900 zu einem weitläufigen Landschaftspark erweitert. Dort gibt es einen restaurierten Landschaftsparkzaun am Känzeli, einen Spielplatz und zwei Grillplätze.

Die Wallanlage im bewaldeten «Franzoseneinschlag» an der Grenze von Rüttenen und Langendorf bildet ein Rechteck mit einem Aussenmass von 38 auf 30 Metern. Sie wurde als Übungsplatz für die Solothurner Artillerie erbaut; die Erdwälle sind noch schwach erkennbar. Stiegenlos in Rüttenen ist als bronzezeitliche Höhlensiedlung erfasst.

Der historische Königshof ist ein wohlerhaltener solothurnischer Sommersitz mit Herrenhaus, weitläufigem Park, Pächterhaus mit Nutzgarten, grosser Scheune und ehemaliger Gipsmühle. Das Herrenhaus wird heute als Wohnhaus genutzt und ist touristisch nicht erschlossen. In stark besuchten Gebieten wie der Verenaschlucht informieren und erklären die NaturRanger Solothurn und bieten spontane Kurzführungen vor Ort an.

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Rüttenen liegt ungefähr 2,5 Kilometer Luftlinie nördlich von Solothurn.

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