Sankt Niklaus zwischen Verenaschlucht und Schloss Waldegg
Sankt Niklaus liegt an einer vom Rhonegletscher abgelagerten Wallmoräne und verbindet eine markante Landschaft mit Kirchen, historischen Wegen und Schloss Waldegg.
Landschaft und Einordnung
Sankt Niklaus SO ist ein Ortsteil der Gemeinde Feldbrunnen-St. Niklaus im Bezirk Lebern des Kantons Solothurn. Feldbrunnen-Sankt Niklaus besteht neben Feldbrunnen aus Sankt Niklaus als zweitem Ortsteil; der Ort liegt auf 466 Metern über dem Meeresspiegel am Austritt des Verenabachs aus der Verenaschlucht. Feldbrunnen-Sankt Niklaus befindet sich etwa 2 Kilometer Luftlinie nordöstlich von Solothurn.
Das Gemeindegebiet liegt auf einer Terrasse nördlich der Aare, am Südfuss des Juras und östlich des Verenabachs. Zum weiteren Gemeindegebiet gehören die bewaldeten Höhen der Verenakette, das Trockental Chalchgraben und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Im Wald nördlich von Sankt Niklaus gibt es zahlreiche Findlinge, die als sichtbare Spuren des Rückzugs des Rhonegletschers gelten.
Im Bereich dieser zurückgebliebenen Felsblöcke und besonders in der Gegend der an der Gemeindegrenze liegenden Verenaschlucht wird angenommen, dass Menschen der Jungsteinzeit gelebt haben. Funde von Waffen und Steinwerkzeugen deuten dort auf eine frühere Besiedlung hin. Die Verenaschlucht und die Einsiedelei St. Verena liegen in einem kantonalen Naturschutzgebiet.
Weitere Ortsseiten: Riedholz, Rüttenen, Balm Bei Günsberg, Langendorf, Niederwil, Grenchen, Bettlach.
Kultur und Geschichte
Die Kirche St. Niklaus wurde 1683/1684 anstelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus neu errichtet. Sie ist als Saalkirche mit flacher Holzdecke und überwölbtem Polygonalchor gestaltet. Bei der Innenrestaurierung von 2021 wurde der historische Kirchenraum samt Ausstattung durch konservatorische Massnahmen in seinem Bestand gesichert.
Schloss Waldegg liess Johann Viktor von Besenval zwischen 1682 und 1686 als Sommerresidenz errichten. Mit seinen Alleen und Gartenanlagen wurde es als barockes Gesamtkunstwerk gestaltet. Seit 1991 ist Schloss Waldegg als Museum und Begegnungszentrum öffentlich zugänglich.
Das Museum Schloss Waldegg zeigt reich dekorierte Salons, einen umfangreichen Bestand an Gemälden und original erhaltenes Schlossmobiliar. Diese Ausstattung veranschaulicht die an Frankreich orientierte Lebensweise des Solothurner Patriziats. Zu den Gärten gehört eine rund 500 Meter lange, mit Sommerlinden bepflanzte Allee; dort wachsen vorwiegend alte ProSpecieRara-Sorten, die bereits vor rund 150 Jahren in der Gegend bekannt waren.
Wege und stille Orte
Die Pfarrkirche St. Niklaus liegt am unteren Eingang zur Verenaschlucht. Bus Nummer 4 fährt vom Hauptbahnhof Solothurn zum Südeingang der Verenaschlucht an der Haltestelle St. Niklaus. Von dort führt der Schluchtweg in etwa 15 Minuten zu Fuss zur Einsiedelei St. Verena.
Neben der Kirche lädt der Meditationsgarten das ganze Jahr über zum ruhigen Verweilen ein. Der Meditationsweg ist ein 1613 angelegter Kreuzweg, der 2000 aufwendig restauriert wurde und heute über 14 Stationen von der Kirche St. Niklaus nach Kreuzen führt.
Der Solothurner Megalithweg führt zu einer Auswahl von 13 besonders eindrucksvollen Megalithen. Sein Verlauf führt von Schloss Waldegg durch Wälder über zwei Höhen und anschliessend durch die Verenaschlucht zurück zum Schloss. Für den gesamten Rundweg ab dem Parkplatz Schloss Waldegg und zurück sollte man etwa vier Stunden einplanen; er kann in zwei Teilstücke aufgeteilt werden, die jeweils bei Schloss Waldegg beginnen und enden.
Historische Führungen behandeln den 1613 errichteten und 2000 neu gestalteten Kreuzweg von St. Niklaus zur Kirche Kreuzen; ergänzend wird eine besinnliche Führung über den Meditationsweg angeboten.
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