Sant'Antonio (Carena) – Via del Ferro, Berglandschaft und Kultur
Sant'Antonio (Carena) verbindet Zeugnisse des Eisenbergbaus mit Wegen durch alpine Landschaften. Auf der Piazza della Via del Ferro erinnert eine Bronzestatue an die frühere Arbeit der Männer und Frauen, die im oberen Tal Eisenerz abbauten und verarbeiteten.
Kultur und Industriegeschichte
Zum Oratorio di San Bernardino in Carena gehört ein Kreuzweg aus 14 Holztafeln, die der Künstler Gottfried Müller stiftete. Das Oratorio ist ein kleiner rechteckiger Bau mit kreuzgratgewölbtem Chor und einem an die Hauptfassade angesetzten Glockenturm; sein Stuckaltar stammt aus dem 17. Jahrhundert.
In Carena ist das frühere Eisenwerkshaus Cà dal fer erhalten. Giovanni Bruni und seine Geschäftspartner errichteten es 1792/93. Cà dal Fer diente als Herrenhaus, in dem sich die Büros des Eisenwerks befanden. Der vorindustrielle Komplex Maglio e Forno di Carena umfasste einen Hochofen, einen Hammer, Unterkünfte für Arbeiter, Kohlelager, Schmieden und Räume zur Metallverarbeitung. Seine Ruinen wurden ausgegraben, konsolidiert und restauriert; 1999 kamen der alte Ofen und weitere Überreste ans Licht.
Corte del forno ist der Ort, an dem das Unternehmen der Muggiasca im 15. Jahrhundert Eisenerz verarbeitete. Das Gelände wird von der antiken Saumstraße nach San Jorio durchquert. Die Minen der Valletta wurden nachweislich vom Mittelalter bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgebaut. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschäftigte der Betrieb des Maglio 80 bis 100 Arbeiter; 1813 war der Ofen des Eisenwerks in Carena der einzige seiner Art im Tessin.
Die Militärpräsenz im Val Morobbia hinterließ in Carena Gedenktafeln und Fresken an den Häusern. Während des Zeitraums 1939–1945 schuf der Künstler Carlo Campelli in Carena drei Fresken und sechzehn Gedenktafeln. Sant'Antonio (Carena) ist im Inventar des Kulturgüterschutzes des Kantons Tessin als Objekt der Kategorie A für eine Mine aus dem Mittelalter bis zur Neuzeit aufgeführt.
Via del Ferro und Wege
Die Piazza della Via del Ferro in Carena gilt als Ausgangspunkt des Via del Ferro; dort befindet sich auch die erste thematische Informationstafel des Weges. Die Informationen zum Via del Ferro in Carena weisen über die Bocchetta di Sommafiume in Richtung der italienischen Täler Cavargna und Albano. Am Standort Maglio e Forno di Carena befinden sich thematische Erläuterungstafeln, und die Miniera del Pozzo sowie die Miniera Diritta wurden zwischen 2006 und 2007 wieder geöffnet, gesichert und aufgewertet.
Der Via del Ferro ist ein 15,93 Kilometer langer Rundweg. Er führt durch die alpine Umgebung der Alpe Giumello und durch einen seltenen Bergföhrenwald, bevor er das Waldgebiet von Giggio erreicht. Auf dem Via del Ferro können die Innenräume der Minen der Valletta nur im Rahmen einer geführten Tour besichtigt werden; am Komplex Maglio e Forno di Carena werden im Jahresverlauf auch geführte Besichtigungen organisiert.
Carena ist mit 958 m ü. d. M. der Endpunkt der E-Bike-Tour durch das Val Morobbia. Hinter Carena führt eine unbefestigte Straße zum archäologischen Bereich des alten Ofens und Hammers am Eisenweg. Eine thematische Route des ForTI-Projekts beginnt in Carena und führt entlang von militärischen Bauten und Befestigungen aus dem Ersten Weltkrieg in Richtung San Jorio und zur Gesero-Hütte. Bei Carena verlässt die Route Valle Morobbia Bike die asphaltierte Straße und führt auf einem Singletrail durch einen Kastanienhain zu den Monti Paudo.
Eine Wanderroute im Val Morobbia führt größtenteils durch Laubwald und bietet Ausblicke ins Tal sowie auf den Camoghe. Von den Monti di Stagno bietet La Via dell'Acqua Ausblicke auf die umliegenden Berge und die Magadinoebene. Sant Antonio Bolle wird auf einer Wanderplattform als Ort in der Umgebung von Carena geführt. Die unterschiedlichen Weglängen und Fortbewegungsarten lassen sich bei Ihrer Tagesplanung getrennt vergleichen.
Alpe Giumello und regionale Produkte
Die Käserei auf der Alpe Giumello produziert den Käse Giumello DOP. Besuche der Alpe Giumello bei Carena können mit der Azienda Agraria Cantonale di Mezzana vereinbart werden.
Wege und öffentlicher Zugang
La Via dell'Acqua ist etwa 8 Kilometer lang und beginnt nahe Vellano. Vellano und La Via dell'Acqua sind mit dem Postauto der Linie Giubiasco–Carena ab dem Bahnhof Giubiasco oder ab Piazza Grande in Giubiasco erreichbar. Weitere Ortsseiten lassen sich über Gudo Ti, Camorino, Arbedo-Castione, Gnosca, Gorduno, Sementina, Bellinzona und Cadenazzo aufrufen.
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