Largario: Kultur und Geschichte im Bleniotal

File:Largario TI.JPG File:Largario TI.JPG Foto: own work via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Largario ist eine Fraktion der politischen Gemeinde Acquarossa und war bis 2004 eine eigenständige Gemeinde. Der historische Ortskern ist eine ländliche Wohn- und Zweckbausiedlung an einem Hang; die Bebauung stammt aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Die Siedlung liegt in einer ausgedehnten Wiesenlichtung an einem mäßig geneigten Hang, während asphaltierte Verbindungswege zwischen Tal und Berggebieten führen. Erhaltene traditionelle Wohnhäuser aus Mauerwerk zeigen an den Längsseiten angesetzte Treppen und nach Süden ausgerichtete Laubengänge.

Ortsbild

Ein ummauerter Friedhof mit Beinhaus bildet in enger Verbindung mit der Kirche SS. Pietro e Paolo einen kleinen Komplex. Die Kirche steht oberhalb von Largario und wurde nach dem Abriss des früheren Sakralbaus zwischen 1765 und 1767 nach einem Entwurf des Mailänder Architekten Giuseppe Stella errichtet. Ihr elliptisches Schiff, das zentrale Deckenbild der Herrlichkeit der beiden Kirchenpatrone sowie die Stuckverzierungen im Chor, in den Kapellen und am Hochaltar gehören zu ihrer Ausstattung.

Die Kapelle S. Rocco steht an dem früher nach Ponto Valentino führenden Weg. In ihrem Inneren befindet sich ein spätgotisches Fresko aus dem 16. Jahrhundert: Es zeigt die thronende Madonna zwischen dem heiligen Rochus und dem heiligen Sebastian. Das Oratorium S. Francesco Saverio ist ein barockes Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert mit ionischen Pfeilern und einer zentralen Kuppel im Tonnengewölbe. Zu seiner Ausstattung gehören ein monumentaler Altar mit Ziborium und Tabernakel sowie Statuen aus dem 17. Jahrhundert. 1999 wurde das Oratorium restauriert und erhielt einen neuen Tisch aus hellem Granit.

Stimmen und Geschichte

Die Sammlung von Tondokumenten aus dem Bleniotal vermittelt anhand von Dialektzeugnissen Einblicke in ländliche Arbeit, Handwerk, religiöse Bräuche, den Alltag und frühere Lebensvorstellungen. Der erste Teil der Sammlung „Documenti orali della Svizzera italiana“ zur Valle di Blenio behandelt unter anderem Ghirone, Campo Blenio, Olivone, Largario, Aquila und Torre und wurde 1992 als Buch mit Schallplatte und Kassette veröffentlicht.

Das von der Gemeinde Acquarossa initiierte Portal Scopri Acquarossa stellt Largario anhand von Dialektzeugnissen vor, darunter Beiträge über das Leben während eines Unwetters und über den lokalen Ausdruck „la rascana“. Als Themenportal erschließt Scopri Acquarossa Largario und das umliegende Gebiet außerdem mit Video-Interviews, Lesungen, Fotografien sowie Einblicken in das gegenwärtige und vergangene Leben.

Largario wurde 1207 erstmals urkundlich unter der Bezeichnung „de Largario“ erwähnt. Die Kirche San Pietro ist erstmals für 1283 bezeugt; Largario hatte vermutlich seit etwa 1300 eine eigene Pfarrei.

Unterwegs

Cancorì Bike ist eine schwierige Mountainbike-Route über 23,8 Kilometer mit 1.058 Höhenmetern im Aufstieg und 1.055 Höhenmetern im Abstieg. Bis zur Abzweigung oberhalb von Largario folgt sie dem Radweg Nr. 36 „Blenio-Lucomagno“ und wechselt anschließend auf den Mountainbike-Weg Nr. 65 „Gottardo Bike“ in Richtung Foppa. Von der Nara-Mulde aus bietet die Route Ausblicke auf das gesamte Bleniotal und den Adula-Gletscher.

Weitere Orte auf dieser Ebene sind Castro, Corzoneso, Cumiasca, Leontica und Ponto Valentino.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Acquarossa.

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