Malvaglia: Wege, Landschaft und Kultur im Tal

File:Martino Malvaglia 1600.JPG File:Martino Malvaglia 1600.JPG Foto: Cassinam via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Geografische Einordnung

Malvaglia ist der Hauptort der Gemeinde Serravalle. Der weitere Raum der Gemeinde umfasst einen Teil des unteren Valle di Blenio und das Val Malvaglia, das vom Fluss Orino durchquert wird; dort liegt auch der künstliche See Laghetto della Val Malvaglia. Die übergeordnete Reiseübersicht finden Sie unter Blenio.

Landschaft und Wege

Das Val Malvaglia umfasst Landschaftsräume vom Kastanienwald im unteren Tal über Magerwiesen, Moore, Lärchen- und Fichtenwälder bis zu alpinen Weiden. Dazu kommt ein dichtes Netz an Wegen mit Routen unterschiedlicher Länge und verschiedener Schwierigkeitsgrade. Wenn Sie verschiedene Weglängen und Anforderungen gegenüberstellen, lassen sich die Möglichkeiten für die eigene Tagesplanung klarer einordnen. Die Angaben zu Länge, Höhenmetern und Dauer machen die Wanderung als eigene Route mit klar umrissenem Umfang lesbar. Zusammen mit den kürzeren und längeren Wegen im Tal entsteht ein unterschiedliches Spektrum an Touren, das sich nach dem verfügbaren Zeitrahmen ordnen lässt.

Hinter dem kleinen Ortsteil Dandrio liegt der Wasserfall Cascata Fürbeda. Er stürzt markant hinab, und seine charakteristische Form prägt weite Teile des Val Malvaglia.

Natur und Höhen

Die Seilbahnanlage Cablecar Malvaglia-Dagro ist ganzjährig in Betrieb und erreicht in acht Minuten die auf 1.400 Metern gelegene Sonnenterrasse von Dagro. Die Verbindung stellt damit einen eigenen Höhenbezug innerhalb des Landschaftsraums her, ohne die unterschiedlichen Weglängen und Schwierigkeitsgrade des Tales zu ersetzen.

Kultur und Geschichte

Der Palazzo dei Landfogti, ursprünglich Casa Baggio, ist ein historisches Gebäude in Malvaglia und gehört zu den Kulturgütern von kantonaler Bedeutung. Er gilt außerdem als eines der bedeutendsten Beispiele der zivilen Renaissancearchitektur im Tessin.

In Malvaglia befindet sich eine der bekanntesten Case dei Pagani im Tessin. Archäologische Funde lassen vermuten, dass diese Casa dei Pagani zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert von wohlhabenden Familien aus der Umgebung bewohnt wurde und in Kriegszeiten auch der bäuerlichen Bevölkerung diente. Das Gebäude klebt an einer Granitwand am Ausgang der Schlucht des Flusses Orino; durch das Fenster entsteht der Eindruck eines Rechtecks über dem Leeren.

In Malvaglia gibt es die Kirche San Martino. In der heutigen Kirche sind Fragmente der Seitenwände eines dem heiligen Martin geweihten Gotteshauses aus dem 13. Jahrhundert erhalten, die bei Erweiterungen im 16. und 17. Jahrhundert in den heutigen Bau integriert wurden. In Navone steht das Oratorio di S. Maria Bambina, ein barocker Bau mit achteckigem Grundriss, der um eine Votivkapelle errichtet wurde.

Wanderung und lokale Einkehr

Der Giro del Castello di Serravalle ist eine 6 Kilometer lange Wanderung mit 480 Höhenmetern und einer Dauer von 2 Stunden und 30 Minuten; die Wanderung führt bis zum Ruinendorf Selvapiana. Im Mittelalter war Selvapiana eines der bedeutendsten bewohnten Zentren des gesamten Tals. Entlang der Route dienen die rustikalen Grotti heute als Restaurants, in denen lokale Produkte und ein Glas Wein angeboten werden.

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