Barbengo: Kultur, Landschaft und Wege am Luganersee
Barbengo ist ein Quartier der Schweizer Gemeinde Lugano im Kanton Tessin und im Bezirk Lugano. Der Ort liegt zwischen der Ebene von Grancia und den ersten Hügeln in Richtung Carabbia und Carona. Der historische Ortskern befindet sich auf einer leichten Anhöhe auf etwa 370 m ü. M.
Landschaft und Natur
Die Landschaft von Barbengo verbindet flache Bereiche mit bewaldeten Anhöhen. Kleinere Wasserläufe und Grünflächen prägen das Umfeld; teilweise ist der ursprüngliche ländliche Charakter erhalten. Von den Hügeln bieten sich weite Ausblicke auf das Südufer des Luganersees. Barbengo wird ein submediterranes Klima zugeschrieben, mit warmen Sommern, milden Wintern und Niederschlägen, die sich auf Frühling und Herbst konzentrieren.
Eine besondere Verbindung von Natur und Freizeit bildet Pian Càsoro. Das Gebiet ist eine 56.300 m² große Erholungszone am See zwischen Figino und dem Ortskern von Càsoro, die sich zum Baden und für die Freizeit eignet. Zugleich handelt es sich um ein geschütztes Gebiet mit einem bundesrechtlich geschützten Amphibien-Laichbiotop. In seinem Teich leben und vermehren sich viele Frosch- und Krötenarten, darunter auch einige bedrohte Arten.
Kultur und Baugeschichte
Nahe der Kirche Sant’Ambrogio wurde Casa Sciaredo 1932 von der Künstlerin Georgette Klein Tentori erbaut. Das Gebäude ist eines der seltenen noch intakten Beispiele rationalistischer Architektur. Casa Sciaredo ist Eigentum des Kantons Zürich und wird von einer Stiftung verwaltet, die das Atelier Künstlern zur Verfügung stellt.
Casa Guidini ist ein aus mehreren Teilen bestehender architektonischer Komplex. Das ursprüngliche spätneoklassizistische Gebäude wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts von Giovan Battista Ramelli errichtet. Der Flügel mit neugotischen Terrakotta-Dekorationen kam um 1891 hinzu; anschließend ließ Augusto Guidini senior den eklektizistischen Turm ergänzen.
Die Kirche Sant’Ambrogio bestand spätestens seit 1180 und wurde zwischen 1747 und 1769 wiederaufgebaut. Sie steht auf einer Aussichtsterrasse mit Blick über die Ebene Pian Scairolo. Im Inneren finden sich Stuckarbeiten aus dem späten 18. Jahrhundert sowie ein Fresko aus dem 17. Jahrhundert, das das Letzte Abendmahl darstellt.
Barbengo ist mit der Kirche San Carlo Borromeo verbunden. Die monumentale neoromanische Kirche besitzt einen lateinischen Kreuzgrundriss und wurde in den Jahren 1891 bis 1895 von Carlo und Francesca Martinetti, geborene Maselli, errichtet. Zu ihrer Ausstattung gehören zwei große Ölgemälde auf Leinwand von Giacomo Martinetti: eines zeigt San Carlo Borromeo während der Pest von 1871, das andere Santa Francesca Romana von 1896. Bemerkenswert sind außerdem die Holzausstattungen, darunter die Kanzel.
Auf dem Gebiet von Barbengo steht zudem der befestigte Turm La Torrazza. In romanisch-byzantinischer Zeit diente er als Signalturm und wurde später zu einer Festung einer langobardischen Siedlung. Das Oratorio di San Francesco d’Assisi wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts erbaut. Es enthält religiöse Kunstwerke aus dem späten 18. Jahrhundert, darunter eine Madonna mit den Heiligen Franz von Assisi und Lucia sowie Darstellungen des heiligen Antonius Abt und des heiligen Andreas.
Wege durch den Ort
Der historische Ortskern ist entlang eines gepflasterten Weges angeordnet, der von Gebäudefassaden aus dem 18. und 19. Jahrhundert begrenzt wird. Die Via Crucis von Barbengo ist ebenfalls ein gepflasterter Weg und verbindet den Friedhof mit der Pfarrkirche. Ein Wanderweg führt von Barbengo nach Agra. Diese unterschiedlichen Wegverbindungen machen die Ortsstruktur, die Sakralbauten und die Beziehung zur näheren Hügellandschaft in jeweils eigener Form lesbar.
Weitere Orte: Sorengo, Alto Malcantone, Bioggio, Magliaso, Curio Ti, Paradiso, Porza, Vico Morcote
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