Bissone am Luganersee – Kultur zwischen Seeufer und Geschichte
File:Arkaden bzw. Laubengang in Bissone TI (2017)-2.jpg
Foto: JoachimKohler-HB via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Bissone liegt am Lago Ceresio, der die Landschaft des Ortes bereichert und als Teil des lokalen Ökosystems eine vielfältige Flora und Fauna trägt. Am Seeufer entstand zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert eine von wohlhabenden Künstlerfamilien errichtete Laubenfront. Die gemauerten Laubengänge dienten dem Schutz von Booten und Materialien, dem überdachten Handel und als Durchgang. Das Dorf breitete sich in einem kammartigen Muster zum See hin aus; daraus entwickelten sich die heutigen Contrade.
Kultur
In Bissone umfasst ein Kulturweg die wichtigsten historisch-kulturellen Sehenswürdigkeiten des Ortes. Die sekundären Tafeln und Informationstafeln von Bissone da riscoprire bieten kurze Informationen und Beschreibungen der jeweiligen Orte auf Italienisch, Deutsch und Englisch. Die beiden wichtigsten Tafeln stehen an der nördlichen Ortseinfahrt bei der Promenade im Bereich Lido sowie an der Piazza Francesco Borromini am Seeufer zwischen Casa comunale und Debarcadero.
Am südlichen Rand der Siedlung Bissone steht die Chiesa di San Carpoforo. Ihre Ursprünge werden in die langobardische Zeit des 8. Jahrhunderts zurückgeführt; die Kirche wurde bereits 1148 erwähnt und im 17. Jahrhundert wiederaufgebaut. Im dreischiffigen Innenraum mit Kapellen und rechteckigem Chor bewahrt sie eine reiche Stuckdekoration sowie Fresken aus dem 17. Jahrhundert von Carpoforo Tencalla und anderen Künstlern. Auf dem Renaissance-Hochaltar stehen Statuen, die Tommaso Lombardo da Bissone zugeschrieben werden, einem Schüler Sansovinos.
Die Cappella di San Nicolao della Flüe wurde nach dem Konflikt nach einem Entwurf von Antonio Bordoli und unter der Leitung des Baumeisters Ugo Orsatti errichtet; die Arbeiten wurden im Mai 1949 abgeschlossen. Die Kapelle ist weiterhin ein Ort der Besinnung und besitzt für die Einwohner von Bissone eine große emotionale Bedeutung. Das Oratorio di San Rocco entstand in den 1630er-Jahren an der Stelle einer mittelalterlichen Kapelle und bewahrt seinen ursprünglichen barocken Charakter.
An der Casa Castelli (Borromini) weist eine Tafel darauf hin, dass Francesco Borromini dort 1599 geboren wurde. Unter ihrem Portikus befindet sich ein Wandgemälde aus dem Jahr 1611 mit der Jungfrau Maria und dem Kind zwischen den Heiligen Rochus und Antonius von Padua. Die Casa Tencalla ist ein Hofgebäude des 17. Jahrhunderts mit Loggien und Laubengängen; sichtbar sind dort mittelalterliche Mauern und zwei zum See gerichtete Laubengänge. Die Casa Pigazzini stammt aus dem 17. Jahrhundert und besitzt fein gearbeitete Stuckfelder und Medaillons. An der Fassade der Casa Verda befinden sich zwei Spitzbögen sowie eine offene Loggia mit kleinen Bögen.
Zu den Kunstwerken im Ort gehören Omaggio a Francesco Borromini, eine monumentale Bronzeskulptur des Tessiner Bildhauers Ivo Soldini, und Il pescatore, eine Bronzeskulptur zur Erinnerung an die Rolle der Fischerei, die das Leben und die Wirtschaft Bissones über Jahrhunderte prägte. Die Bronzeskulptur L’arrotino wurde 2020 von Dario Verda geschaffen, einem Künstler aus der Region Campione. An der Seepromenade steht La lavandaia; die Skulptur ehrt Hunderte Frauen, die früher lange Zeit am Seeufer Wäsche wuschen und spülten. Auf dem Friedhof von Bissone umfasst das Grabdenkmal von Leopoldo Galli eine weiße Marmorbüste, die dem Tessiner Bildhauer Vincenzo Vela zugeschrieben wird.
Geschichte
Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Bissone eine Werft, in der Boote gebaut wurden, bevor sie nach Campione verlegt wurde. Die Fischerei wurde zur wichtigsten Tätigkeit Bissones; gemeinsam mit Morcote und Melide besaß der Ort ein Monopol auf den Fischhandel für den Markt von Lugano. An diese Tradition erinnert die ehemalige Bottega del pesce der Familie von Pasqualino Pigazzini, die drei Generationen lang Gemeinden im Basso Ceresio und im Mendrisiotto versorgte.
Eine mit Bissone verbundene historische Route führte nach Campione und stellte durch eine Seeüberquerung Verbindungen zwischen Süd- und Nordeuropa her. Die Ponte-diga Bissone-Melide wurde zwischen 1843 und 1847 errichtet; nach vierjähriger Bauzeit wurde sie im Oktober 1847 eingeweiht. Bissone liegt an der Etappe Agno–Chiasso der Nord-Süd-Route Nummer 3, und der dortige Dorfplatz heißt Piazza Francesco Borromini.
Am Wasser
Die Seepromenade zwischen Melide und Bissone wurde in mehreren Bauphasen von der Mitte der 1970er-Jahre bis zur Mitte der 1980er-Jahre angelegt und ist fast 2 Kilometer lang. Ihre Wege sind von Graniträndern eingefasst und mit rotem Porphyrkies befestigt. Der stets zugängliche Lehrpfad auf der Ponte Diga verläuft mit Informationstafeln entlang dieser Seepromenade, die von Melide nach Bissone führt. Wege parallel zum Ufer von Bissone folgen teilweise der antiken, nach Campione führenden Vorlandstraße.
Für die Orientierung lassen sich die fast zwei Kilometer der Uferstrecke und die einzelnen Stationen des Kulturwegs als unterschiedliche Wegformate gegenüberstellen. Das Lido Comunale Bissone ist eine während der Sommersaison geöffnete Badeanlage am Luganersee. Es verfügt über ein großes, ein mittleres und ein Kinderbecken.
Orientierung
Die historische Neviera von Bissone liegt in der Contrada Paolo Veronese. Es handelt sich um einen teilweise unterirdischen Eiskeller mit einer etwa 6,50 Meter großen kreisförmigen Grube. Ergänzend finden Sie die Ortsseiten von Novaggio, Magliaso, Croglio, Lamone, Collina D'oro, Monteggio, Cureglia und Muzzano. Zu den Verkehrsmöglichkeiten in Bissone gehören Busverkehr und Schifffahrt.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lugano.
Preise, Verfügbarkeit und Ausstattung für Ihren Reisetermin direkt bei Booking.com prüfen.
Unterkünfte und Angebote ansehenAnzeige · Partnerlink zu Booking.com