Hauptwil-Gottshaus entdecken: Weiherlandschaft und Industriekultur

File:Ehemalige Mühle Lauften Hauptwil-Gottshaus.jpg File:Ehemalige Mühle Lauften Hauptwil-Gottshaus.jpg Foto: Lokolia via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Hauptwil verbindet die Weiherlandschaft des Thurgauer Ortes mit Schloss-, Kirchen- und Industriegeschichte. Hauptwil ist eine Ortschaft im Kanton Thurgau in der Schweiz, südöstlich von Bischofszell und Teil der politischen Gemeinde Hauptwil-Gottshaus.

Natur und Wege

Heute ist die Weiherlandschaft von Hauptwil ein Naturschutzgebiet und Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Am Hauptwiler Weiher gibt es eine offizielle Badi, die von der politischen Gemeinde betrieben wird. Die ganzjährig begehbare Rundwanderung zur Waldschenke ist 9,2 km lang, dauert 2 Stunden 25 Minuten und führt durch die Weiherlandschaft bis Hauptwil. Natur, Wasser und Weg lassen sich als eigener Schwerpunkt betrachten; für Ihre Planung stehen Jahreszeit, Länge und Dauer der Route klar nebeneinander.

Schloss und Gärten

Schloss Hauptwil entstand 1664/1665, also zwischen 1664 und 1665; die Haupteingangstür trägt die Jahreszahl 1665. Zur Anlage gehören ein Barockgarten, ein barockes Kräuterbeet, ein Seerosenteich, ein Innenhof sowie ein Wildwiesen-Obstgarten im Osten. Das Schloss ist nicht öffentlich zugänglich, während Burg und ihre Anlagen mehrmals im Jahr erkundet werden können.

Manufaktur und Ortskern

Hauptwil entwickelte sich vom Bauerndorf zu einer von der Leinenproduktion geprägten Manufaktursiedlung. Die Textilhändlerfamilie Gonzenbach prägte diese Entwicklung im 17. und 18. Jahrhundert; 1664 erhielt Hauptwil das Marktrecht. Zwischen 1661 und 1671 entstanden in Stampflehmbauweise rund vierzig Fabrikations- und Arbeiterwohnbauten. Der Langbau gilt als das älteste Arbeiterwohnhaus der Schweiz, Langbau West als das älteste bekannte Beispiel eines Arbeiterwohnungsbaus in der Schweiz. Zusammen mit Kurzbau und Gelbbau gehört Langbau West zu einer Gruppe aus drei Arbeiterreihenhäusern, die im historischen Ortskern ein langgestrecktes Dreieck bilden und Teil des Manufakturensembles der ehemaligen Oberen Rotfarb sind.

Sie können Schloss, Gärten und Ortskern als unterschiedliche historische Schwerpunkte betrachten, ohne Baugeschichte und Industriegeschichte gleichzusetzen.

Kirche und Industriekultur

Die Reformierte Kirche Hauptwil wurde 1886/88 als Backsteinbau von Emil Kessler errichtet. In ihr befindet sich ein prächtig geschnitzter Orgelprospekt aus der Zeit um 1700, der aus der Schlosskapelle stammt und 1886 hierher versetzt wurde.

Um 1430 liess das Chorherrenstift St. Pelagius in Bischofszell zwischen Hauptwil und Wilen mehrere Karpfenweiher anlegen; diese ermöglichten später die Nutzung der Wasserkraft und die Industrialisierung in Hauptwil. Hauptwil erhielt 1999 den Wakkerpreis.

Für Ihren Vergleich können Sie den Lehrpfad dem kulturhistorischen Schwerpunkt zuordnen und die Rundwanderung nach ihrem zeitlichen Umfang betrachten. Der Industrielehrpfad Hauptwil-Bischofszell dokumentiert seit 1995 anhand von Informationstafeln und Faltprospekten die rund 300-jährige Industriegeschichte der beiden Oberthurgauer Ortschaften. Der Industrielehrpfad führt von Hauptwil nach Bischofszell und enthält Tafeltexte. Er gilt als Erlebnis für Wander- und Velofreunde.

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