Wassen zwischen Reuss, Sustenweg und Gotthardbahn

Wassen CH-NB Photoglob-Wehrli EAD-WEHR-12060-B (cropped) Wassen CH-NB Photoglob-Wehrli EAD-WEHR-12060-B (cropped) Foto: Unknown author Unknown author via Wikimedia Commons, Public domain

Wassen liegt auf etwa 930 Metern über dem Meeresspiegel am linken Ufer der Reuss, im oberen Urner Reusstal, am Eingang zum Meiental und in den Urner Alpen. Der Ort verbindet damit eine klar bestimmbare Fluss- und Tallage mit historischen Wegen, Kirchen, Bahnkultur und technischen Anlagen.

Weitere Reiseziele sind Hospental, Bauen, Spiringen, Altdorf, Realp, Bürglen, Gurtnellen und Attinghausen.

Natur

Die Landschaft Meiental einschließlich des Bachlaufs ist als regionales Landschaftsschutzgebiet eingestuft. Die Meienreuss mit ihren Seitenbächen gilt als regionales Naturobjekt. Bei Wassen mündet die Meienreuss in die Reuss; unterhalb des Dorfes liegt der Stausee am Pfaffensprung.

Zur Landschaft gehört auch die Kristallhöhle Pfaffensprung. Sie ist 165 Meter lang und gilt als zweitgrösste Höhle der Schweiz. Ihr Eingang ist nach 15 Gehminuten erreichbar.

Wege

Der alte Sustenweg ist ein ehemaliger Saumweg, der von Wassen bis zur Passhöhe in Richtung Bern führt. Er ist sowohl als Hauptwanderweg als auch als nationale Mountainbike-Route klassiert. Der Alte Saumweg über den Sustenpass ist zudem als nationaler historischer Verkehrsweg eingestuft.

Ein Weg führt entlang des alten Sustenwegs in Richtung Schanz und weiter zur Grotte Mariens. Auf dem Weg gibt es neun Standorte mit Sujets, die zum Nachdenken anregen. Die Weglänge, der historische Charakter und die Verbindung mit der Grotte bilden dabei unterschiedliche Themen für die eigene Planung.

Auch überregionale Veloverbindungen berühren diese Landschaft: Die nationale Bikestrecke Nr. 1 führt von Andermatt über den Sustenpass nach Westen. Die nationale Velostrecke Nr. 3 führt von der Zentralschweiz ins Tessin oder umgekehrt.

Der Gottardo-Wanderweg bietet Eindrücke in wildromantischer Umgebung und vermittelt mit über 50 Informationstafeln und Aussichtsplattformen Wissenswertes zur bedeutenden Gotthardbahn.

Geschichte und Kultur

Wassen wurde am 8. Mai 1287 erstmals urkundlich erwähnt; seit 1439 war es eine eigenständige Kirchgemeinde mit einem Priester. Die Pfarrkirche St. Gallus ist als nationales Kultureinzelobjekt eingestuft.

Die Sankt-Gallus-Kirche in Wassen wurde 1735 geweiht. Ihre Deckengemälde zeigen Szenen aus dem Leben des heiligen Gallus. An der Ausstattung der barocken Sankt-Gallus-Kirche wurde noch bis 1742 gearbeitet.

Die Marien-Grotte Schanz wurde 2020 restauriert und enthält eine schöne Statue zu Ehren der Jungfrau Maria. An der Grenze des Meientals in Richtung Haslital wurde im frühen 17. Jahrhundert eine Schanze errichtet.

Der stillgelegte Steinbruch Antonini ist ein einzigartiges Zeugnis aus der Blütezeit der Urner Steinbrüche. Wassner Granit wurde unter anderem für ein Denkmal des philippinischen Freiheitskämpfers José Rizal in Manila verwendet.

Bahn und Technik

Die SBB restaurierte das Bahnwärterhaus Eggwald 2019/2020 und richtete es als begehbares Museum her. Im Museum Bahnwärterhaus Eggwald erhalten Besucher Einblicke in das Gebäude und in den Alltag der Bahnwärter am Gotthard.

Auf der Nordseite des Eisenbahntunnels zwischen Göschenen und Airolo wurden zur Überwindung eines Höhenunterschieds von etwa 700 Metern drei Kehrtunnel gebaut; die Steigung durfte 26 Promille nicht überschreiten.

Das Wasserkraftwerk Wassen bildet gemeinsam mit den Kraftwerken in Göschenen AG und Amsteg die Reusskaskade. Im Wasserkraftwerk Wassen stellt die SBB Besuchern die Welt der Stromproduktion vor.

Alpzeit

Während der Alpzeit wird in einer modern eingerichteten Käserei Milch zu verschiedenen Produkten verarbeitet, die zum Probieren angeboten werden.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Uri.

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