Gurtnellen: Gotthardgeschichte und Bergwege
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Foto: Anton Krenn via Wikimedia Commons, Public domain
Bereits im 14. Jahrhundert verlief der alte Gotthard-Säumerweg durch das Gebiet von Gurtnellen. Die Ferienregion Gurtnellen–Intschi–Arnisee liegt inmitten imposanter Berggipfel im Urner Oberland.
Gurtnellen im oberen Reusstal
Gurtnellen liegt im oberen Reusstal und umfasst die Dorfteile Gurtnellen-Dorf, Gurtnellen-Wiler, Intschi, Butzen, Männigen, Platti und Buchen. Das Schutzgebiet Fellital liegt in einem östlichen Seitental des Urner Reusstals, reicht in die Gegend des Oberalppasses und umfasst die rechte Talseite des Reusstals von Gurtnellen bis Wassen.
Arni und der Arnisee liegen auf 1'368 m ü. M. hoch über dem Reusstal. Am Ende des Leutschachtals liegt der Niedersee, der für seine türkisblaue Farbe bekannt ist.
Weitere Reiseziele im selben Überblick sind Flüelen, Sisikon, Seelisberg, Andermatt, Wassen, Göschenen, Spiringen und Altdorf.
Kultur und Gotthardgeschichte
In Gurtnellen-Dorf steht die Pfarrkirche St. Michael, ein wichtiger Zeuge des spätbarocken Kirchenbaus im Kanton Uri. Die Kirche ist mit weitgehend originaler Ausstattung in nahezu unverändertem Zustand erhalten. Ihr Turm hat eine gedrungene Form, die der Geissberg-Lawine Rechnung trägt, die früher häufig ins Tal donnerte.
Die Kirche St. Josef in Gurtnellen-Wiler wurde von 1924 bis 1926 von Adolf Gaudy erbaut. Der Baldachin am Hochaltar stand ursprünglich in der Pfarrkirche von Benken (SG). An der alten Gotthardstrasse steht die Kapelle St. Anna aus dem Jahr 1661; in ihrem Inneren befindet sich ein Barockaltar von 1771.
Die heutige Maria-Hilf-Kapelle wurde 1859 neu erbaut und 1967 restauriert. Sie liegt in Richligen, knapp eine halbe Wegstunde von Gurtnellen-Dorf entfernt. Am Eingang des Fellitals steht die kleine Fellital-Kapelle, die Älpler sowie Bergwanderer zum Verweilen einlädt.
Der Gottardo-Wanderweg führt von Göschenen über Wassen, Gurtnellen, Amsteg und Silenen nach Erstfeld und endet in Altdorf. Mehr als 50 Informationstafeln und Aussichtsplattformen vermitteln Wissenswertes über die bedeutendste Bahnlinie der Schweiz. In Gurtnellen können Sie Züge der Gotthardbahn beobachten, die sich am Berghang entlangschlängeln, über Viadukte fahren und in Kehrtunnels verschwinden.
Wege, Wasser und Berglandschaft
Der Stäubenweg ist ein gesicherter Rundgang mit einer Dauer von etwa einer Stunde. Er führt zu den Dreistäuberfällen, wo das Schauspiel des herabstürzenden Wassers erlebt werden kann, und weiter zur Stäubenkapelle. Eine Wanderroute verläuft von Gurtnellen-Wiler über die Stäubenkapelle und Gurtnellen-Dorf zur Arnisee.
Vom Arnisee zum geometrischen Mittelpunkt des Kantons Uri führt ein Themenweg in rund 30 Gehminuten ins Leutschachtal und endet auf 1'482 m ü. Der Niedersee liegt ebenfalls am Ende dieses Tals. Der Erlebnisweg Gurtnellen ist ein 5,21 km langer Themenweg mit Start und Ziel in Gurtnellen-Wiler.
Der Themenweg «50 Jahre Geschichte Lawinenverbauung» zeigt die Entwicklung der Lawinenverbauungen von den ersten Steinmauern bis zu den neuesten Stahlgerüsten. Der 2,8 km lange Tierrätselweg Heissigegg–Holzrieri verläuft vom Arni in Richtung Gurtnellen-Dorf zwischen dem Aussichtspunkt beim Heissigegg und dem Rastplatz Holzrieri. Auf dem Tierrätselweg sind 12 Holztiere versteckt; in Rätselboxen werden die Tiere in Form einfacher Rätsel vorgestellt.
Die unterschiedlichen Angaben von rund 30 Gehminuten, 2,8 km und 5,21 km machen verschiedene Wegformate vergleichbar, ohne sie zu einem einheitlichen Ausflug zusammenzufassen.
Die Gorneralp ist von Gurtnellen-Dorf aus in rund einer Stunde zu Fuss erreichbar. Der Weg zur Treschhütte beginnt an der Bushaltestelle «Gurtnellen-Fellital» und führt entlang des Fellibachs zum Felliberg. Auf dem Hüttenweg am Arnisee säumen Moorweiher den Weg; in einer Mulde liegt ein kleiner Bergsee, in dem Baden möglich ist.
Im Sommer lädt die Ferienregion Gurtnellen–Intschi–Arnisee zum Wandern und Mountainbiken ein. Im Winter gehören dort Schneeschuhlaufen, Winterwandern und Skitouren zu den genannten Aktivitäten.
Feste und lokale Spezialitäten
Die Fasnacht in Gurtnellen beginnt traditionsgemäss am Mittwochabend eine Woche vor dem Aschermittwoch mit dem «Yytrummelä». Zu ihr gehören unter anderem «Morgästraich», «Chinder-Chatzämüsig» und «Ustrummälä».
Die Kilbi in Gurtnellen-Wiler findet am letzten Sonntag im Oktober statt. Zum traditionellen Gurtneller Kilbi-Menü gehören «Chabis und Schaffleisch», Ziger-Krapfen und Pasteten zum Nachtisch.
Die Gorneralp verarbeitet pro Sommer zwischen 50'000 und 60'000 Liter Milch zu einem milden, vollfetten Alpkäse. Alpkäse ist im Gasthaus Bergheim oder bei den Alpgenossen erhältlich.
Bahnhof und Wege ins Umfeld
In Gurtnellen-Wiler befindet sich ein Bahnhof an der Gotthardbahn; das historische Stationsgebäude von Gurtnellen-Wiler wurde 1882 erbaut. Zur Wanderung nach Arnisee umfasst die Verbindung die Anreise mit Bahn und Bus nach Gurtnellen-Wiler sowie die Rückfahrt mit der Seilbahn über Intschi.
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