Cossonay: Altstadt, Temple und ViaFrancigena

File:Cossonay (5).jpg File:Cossonay (5).jpg Foto: Leemburg-CH via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die Vieille Ville de Cossonay ist im Schweizer Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung (ISOS) aufgeführt und als Kleinstadt von nationaler Bedeutung anerkannt. Ein kostenloser Besucherplan zu den wichtigsten Gebäuden der Vieille Ville de Cossonay ist bei einigen örtlichen Geschäften und bei der Gemeindeverwaltung erhältlich.

Geschichte und Altstadt

Die erste urkundliche Erwähnung von Cossonay findet sich in einer Urkunde von 1096, in der die Kirche von Cossonay dem Kloster Romainmôtier übertragen wurde. Im 11. Jahrhundert war das Château de Cossonay eine der größten Burgen der Region. Der Temple de Cossonay wurde zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert erbaut und weist cluniazensische Einflüsse auf; seit 1900 ist er als Schweizer Kulturgut von nationaler Bedeutung eingetragen.

Auch ein Bürgerhaus verbindet sich mit der Ortsgeschichte: Das Hôtel du Cerf in Cossonay befindet sich in einem Gebäude, das zuvor als Maison de commune diente und aus den Jahren 1664–68 stammt. Cossonay besitzt außerdem eine der letzten noch funktionierenden mechanischen Uhren im Kanton Waadt.

Wege, Plateau und Venoge-Tal

Cossonay liegt am Rand eines Plateaus, das etwa 130 Meter über dem Venoge-Tal liegt. Die dritte Etappe der ViaFrancigena verbindet Cossonay und Lausanne über 26 Kilometer; die angegebene Wanderzeit beträgt 6 Stunden und 25 Minuten. Auf der Etappe vom Plateau von Cossonay nach Cossonay Penthalaz steigt die ViaFrancigena um mehr als 100 Meter ab.

Nach Cossonay Penthalaz führt die ViaFrancigena durch eine hügelige Landschaft mit Wald- und Weideabschnitten und anschließend am Ufer der Venoge entlang. Eine 1897 erbaute Standseilbahn verbindet Cossonay-Ville mit Penthalaz-Cossonay-Gare.

Führungen und kulturelle Orte

Die Führung durch die Vieille Ville de Cossonay wird von vier ortskundigen Kulturerbeführern geleitet, die lokale Geschichte, Einzelheiten und Anekdoten vermitteln. Sie dauert etwa eineinhalb Stunden. Öffentliche Führungen finden zweimal jährlich statt: an einem Samstagvormittag im Frühling und an einem Samstagvormittag im Herbst.

Bei der Führung durch den Temple de Cossonay werden seine Geschichte, Architektur, Glasfenster und Orgeln vorgestellt; Besucher können dabei den Glockenturm besteigen. Das Angebot Genius Loci umfasst 20 Medaillen mit QR-Codes, die über das gesamte Gebiet der Gemeinde Cossonay verteilt sind. Beim Scannen eines QR-Codes werden Inhalte zu dem Ort geöffnet, an dem sich der Besucher befindet. Genius Loci vermittelt außerdem Informationen über die Entwicklung der Seidenraupenproduktion in Cossonay zwischen 1691 und 1800 sowie über die Geschichte der Brunnen des Ortes.

Das Cinéma Casino de Cossonay ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts im Kinobetrieb tätig, während die Gesellschaft bereits 1896 gegründet wurde. Das Kino verfügt über einen Saal mit 156 Sitzplätzen und zeigt ein vielseitiges Filmprogramm mit Blockbustern, Autorenfilmen und Komödien für alle Altersgruppen. Das Théâtre du Pré-aux-Moines präsentiert seit 1991 jedes Jahr etwa 20 professionelle Aufführungen. Zum Programm gehören Humor, Tanz, Improvisation, Musical, Theater und Musik.

Natur am Étang du Sépey

Das Naturschutzgebiet Étang du Sépey umfasst 5,4 Hektar und enthält zwei Teiche mit einer Gesamtfläche von 2,4 Hektar. Es entstand, nachdem sich eine um 1920 aufgegebene Lehmgrube für die Ziegelei von Cossonay mit Wasser gefüllt hatte. Zur Feuchtgebietsvegetation rund um die Teiche gehören Schilfbestände, feuchte Wiesen mit Binsen und Seggen sowie Weiden und Erlen.

Der Étang du Sépey ist ein national bedeutendes Laichgebiet für Amphibien. Im Naturschutzgebiet kommen 14 der 18 in der Schweiz erfassten Amphibienarten vor.

Regionale Küche

Das Restaurant Fleur de Sel in Cossonay serviert eine kreative, saisonal erneuerte Küche, bei der regionale Produkte von lokalen Produzenten im Mittelpunkt stehen. Die Epicerie des Prés bietet direkt von Produzenten bezogene regionale Produkte an, darunter Obst und Gemüse, Käse im Offenverkauf, Wein, Bier und Pasta. Das Restaurant von Chef Romain Dercile ist mit regionalen Produkten wie AOP-Walnussöl verbunden.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Cossonay.

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