Entremont: Bergwege, Geschichte und alpine Landschaft
Combin de Corbassière - Petit Combin
Foto: Olivier Bruchez from Lausanne, Switzerland via Source, CC BY-SA 2.0
Entremont ist eng mit dem Grossen Sankt Bernhard verbunden. Die Schweizer Region weist hochalpine Gipfel, Gletscher sowie Granit- und Gneisformationen auf; aus dem Val d’Entremont reichen die Panoramen über das Tal bis zum Mont-Blanc-Massiv.
Zu den Orten im Entremont gehören Bourg-Saint-Pierre, Champex, Fionnay, Le Châble, Verbier, La Fouly, Bagnes, Orsières, Vollèges, Sarreyer und Liddes.
Wege und historische Spuren
Der Mur (dit) d’Hannibal ist eine befestigte Stellung aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. Oberhalb der Gemeinde Liddes im Wallis liegt sie auf etwa 2650 Metern Höhe. Über einen Lehrpfad ist der Mur (dit) d’Hannibal von Liddes, Bourg-Saint-Pierre oder der Cabane de Mille aus erreichbar; für den Hin- und Rückweg ist ein ganzer Tag einzuplanen.
Der Chemin des villages et hameaux d’Entremont ist eine leichte Wanderung über 13,88 Kilometer mit einer Dauer von etwa 3 Stunden und 55 Minuten. Der Wanderweg durch die Dörfer und Weiler des unteren Val d’Entremont führt durch Liddes, Chandonne, Commeire, La Rosière, Chamoille d’Orsières und La Douay. Für die Rückkehr zum Ausgangspunkt kann man den St-Bernard Express bis Orsières und anschließend den Postbus in Richtung Liddes nehmen. Die unterschiedlichen Angaben von einem ganzen Tag bis zu etwa vier Stunden machen die Weglängen und Zeitaufwände gut vergleichbar.
Kultur und Geschichte
Das Hospiz am Grossen Sankt Bernhard wurde 1050 von Sankt Bernhard von Aosta gegründet, um Reisende am Grossen Sankt Bernhard zu beherbergen und zu unterstützen. Dort können Besucher die Bernhardinerhunde besuchen und sie bei Bergwanderungen mit Begleitung ausführen. Zum Hospiz gehören außerdem eine barocke Kirche und eine Schatzkammer mit sakralen Gegenständen der Ordensgemeinschaft.
Der Abschnitt Bourg-Saint-Pierre–Grand-Saint-Bernard ist die letzte Schweizer Etappe der Via Francigena und erreicht mit dem Hospiz am Grossen Sankt Bernhard den höchsten Punkt der Strecke zwischen Canterbury und Rom. Diese Etappe ist mit dem Zug bis Orsières und anschließend mit dem Bus bis zum Grossen Sankt Bernhard erreichbar.
Die Chapelle de Saint-Etienne gilt als älteste Kapelle der Pfarrei und wurde 1477 von Bischof Walter Supersaxo geweiht. Das Musée paroissial de Liddes zeigt religiöses Kulturerbe, darunter Reliquiare, barocke Statuen, Prozessionskreuze und liturgische Gegenstände. Außerdem bewahrt das Museum ein Manuskript aus dem Jahr 1494 über die Anerkennungen zugunsten der Pfarrei Liddes.
Die Ruinen des Château de Verbier wurden wahrscheinlich im 12. oder 13. Jahrhundert vom Grafen von Savoyen errichtet und nach der Schlacht auf der Planta 1475 von den Oberwallisern zerstört. In Commeire befindet sich eine unterirdische Festung, die zwischen 1940 und 1943 erbaut wurde und heute von der Öffentlichkeit besichtigt werden kann.
Natur und Landschaft
Der Alpengarten La Linnaea wurde am 20. Juli 1889 von Henry Correvon am Nordhang des Grossen Sankt Bernhard gegründet und gilt als ältester Alpengarten der Westalpen. Besucher können dort alpine Pflanzen erkunden. Das Naturschutzgebiet Réserve naturelle de la Combe de l’A umfasst alpine Biotope zwischen 1400 und 3000 Metern Höhe und bietet Lebensraum für eine vielfältige Tierwelt.
Ein Weg in der Réserve naturelle de la Combe de l’A ermöglicht die Beobachtung wild lebender Tiere, ohne sie zu stören, und informiert mit Lehrtafeln über die Geologie und Botanik der Region. Der Sentier LaboNature Entremont vermittelt anhand mehrerer Lehrtafeln zehn Themen, darunter die Dranse, Weinberge, Wälder, Geologie und die Geschichte der Trappisten. Die historischen Dörfer und Weiler im Val d’Entremont bewahren traditionelle Häuser, Chalets und Stadel als architektonisches Erbe.
Seen, Anlagen und Museen
Der Sentier suspendu in La Fouly umfasst vier Parcours und 48 Stationen, darunter 13 Seilrutschen. An seinem Start gibt es eine kostenlose Kletterwand und bei schönem Wetter einen Picknickplatz.
Am Lac de Champex können Besucher Tretboote, Ruderboote und Stand-up-Paddleboards nutzen. Im Lac de Champex ist das Angeln möglich; zu den dort genannten Fischarten gehören Bachforelle, Bachsaibling, Seesaibling, Regenbogenforelle, Gelbforelle und Barsch.
Das Fort d’artillerie de Champex-Lac verfügt über mehr als 600 Meter unterirdische Galerien und konnte 300 Männer aufnehmen. Es kann über ein Labyrinth von Gängen besichtigt werden und vermittelt den Charakter einer Schweizer Festung aus dem Kalten Krieg.
Der Barrage des Toules ist der erste Staudamm der Schweiz in Bogen-Kuppel-Bauweise; seine Bauarbeiten begannen 1960 und endeten 1964. Das Musée de Bagnes befindet sich in einer historischen ehemaligen Pfarrwohnung mit einem Wandgemälde von 1627, frühneuzeitlichen getäfelten Räumen und Specksteinöfen.
Das Tourismusprojekt «Montagne Alternative» in Commeire empfängt Touristen und Seminargruppen und dient als Veranstaltungsort für verschiedene Veranstaltungen mit Schwerpunkt auf nachhaltigem Lebensstil. In einer für Besucher geöffneten Galerie kann die Produktion von Raclette AOP Bagnes 98 beobachtet werden.
Sportliche Wege
Die Radrundfahrt über den Col de Champex führt von Orsières über 7,4 Kilometer Anstieg nach Champex-Lac und weiter zu einem 1497 Meter hohen Gipfel. In Verbier und im Val de Bagnes gibt es fünf markierte Skitourenrouten mit Gehzeiten von 1 Stunde 40 Minuten bis 3 Stunden 30 Minuten.
Im Bezirk Entremont gibt es fünf Skigebiete mit Angeboten für Ski- und Snowboardfahren, darunter La Fouly, Le Châble und Verbier.
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