Vex zwischen Walliser Geschichte und Bergwegen
File:Ancienne église Saint-Sylve de Vex.jpg
Foto: Christian David via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Vex erstreckt sich am linken Ufer der Borgne von der Ebene bis in die Berge und liegt am westlichen Eingang zum Val d’Hérens. Zu den markanten Zeugnissen der Vergangenheit gehört der Tour Tavelli: Der achteckige Wehrturm gilt als einziges bekanntes Beispiel dieser Art in der Militärarchitektur des 13. Jahrhunderts im Wallis.
Kultur und Geschichte
Bei der Tour Tavelli wurden organische Überreste aus dem Mittleren Neolithikum gefunden; im Gebiet bei dem Turm kamen außerdem Keramikscherben aus der Frühen Bronzezeit ans Licht. Der Glockenturm der alten Kirche Saint-Sylve stammt aus dem 14. Jahrhundert.
La Majorie war ursprünglich ein befestigtes Haus aus dem 15. Jahrhundert und diente als Residenz des Majors, eines Amtsträgers des Kapitels von Sitten. Die erhaltenen Grundmauern tragen ein um 1910 wiederaufgebautes Gebäude. Eine Wendeltreppe hat die späteren Umbauten überstanden.
Die neue Kirche Saint-Sylve in Vex stammt aus dem Jahr 1962 und wurde vom Architekten André Perraudin entworfen. Sie besteht aus Holz und Stein und besitzt einen vom übrigen Gebäude getrennten Glockenturm mit sichtbaren Glocken. Die Glasfenster von Albert Chavaz stellen einen Kreuzweg dar. Im Chor steht eine Christusfigur aus der Renaissance, die auf dem Dachboden des Pfarrhauses gefunden wurde.
Natur und Wasserwege
Von Mai bis September beherbergt der Glockenturm der Kirche Saint-Sylve eine Kolonie Großer Hufeisennasen, einer in der Schweiz seltenen Fledermausart. Die extensive Landwirtschaft in der Region von Vex hat bis heute vielfältige Lebensräume erhalten, die dem Fortbestand dieser Fledermaus zugutekommen.
Der restaurierte und wieder mit Wasser gespeiste Grand Bisse de Vex besitzt einen ausgeprägten Wert als Kulturerbe. Der Weg des Bisse de Vex führt von Lavantier nach Mayens de Sion über einen einfachen, breiten und aussichtsreichen Weg. Der Weg des Grand Bisse de Vex beginnt und endet in Les-Mayens-de-Sion.
Die Abschnitte des Bisse de Vex von Mayens-de-Sion Est über Mayens-de-Sion Ouest bis Veysonnaz sowie von Veysonnaz bis Chiti sind für die Öffentlichkeit geöffnet. Der Weg des Grand Bisse de Vex führt durch einen Wald, der von dicht stehenden Lärchen und Fichten geprägt ist; der Bisse am Weg dient auch der Bewässerung. Bei der Planung können Sie Wegbeschaffenheit, Gehanteil und technische Schwierigkeit getrennt vergleichen.
Aktive Tage und Ausflüge
Das Outdoor-Escape-Game „Escape game en pleine nature“ findet im Forêt de Thyon statt und beginnt beim Office du Tourisme de Thyon. Es dauert etwa drei Stunden, davon ein bis zwei Stunden zu Fuß.
Das Kinderangebot des Ranch le Caribou umfasst das Pflegen von Pferden und Ponys mit Julia sowie einen Ponyritt im Paddock. Vom Ranch le Caribou aus führen Ausritte zu Pferd oder Pony durch die Weiden von Thyon, begleitet von Julia oder Jade.
Der letzte Abschnitt der Wallis-Velo-Tour-Etappe nach Veysonnaz führt durch Vex und die Gemeinde Les Agettes. Am Ende der Mountainbike-Route von Thyon nach Veysonnaz führt ein technisch anspruchsvollerer Abschnitt zum Bisse de Vex und anschließend zurück nach Veysonnaz.
Wer von Vex nach Thyon fährt, folgt der Richtung „Thyon-Les Collons“.
Winter und regionale Spezialitäten
Im Winter ist Thyon mit dem Skigebiet 4 Vallées verbunden, das 410 Kilometer Pisten umfasst. Der Snowpark im Skigebiet Thyon liegt zwischen den Skiliften La Muraz und Theytaz II und bietet zwei Linien in Blau und Rot, die Spielzone „Gaspard“ sowie einen Ruhebereich.
Vex war lange Zeit für seinen Apfel „Canada“ bekannt, der sich laut lokaler Überlieferung besonders für Kuchen und Bratäpfel eignet. In den Obstgärten von Vex werden Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Aprikosen und Walnüsse angebaut. Zu einer traditionellen Zubereitung gehören Cressins aus Weizenmehl mit Apfelscheiben, die zusammen mit einem Roggenbrot-Backgang gebacken wurden.
Der Besuch auf der Alpage de Thyon erklärt die Herstellung von Raclettekäse und anderen regionalen Käsespezialitäten. Der Besuch endet mit einer Verkostung.
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